Tee und Husten: Ein ehrlicher Überblick

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Ein warmer Kräutertee ist bei Husten für viele ein vertrauter Begleiter: Er schmeckt, wärmt und erleichtert das Trinken über den Tag. Ein Mittel gegen Husten ist er nicht. Thymian, Spitzwegerich, Anis, Fenchel, Malve oder Isländisch Moos sind beliebte Sorten mit ganz unterschiedlichem Geschmack. Husten bei einer Erkältung geht meist nach ein bis zwei Wochen vorüber, kann aber auch länger dauern. Bei Atemnot, hohem Fieber oder blutigem Auswurf solltest du ärztlichen Rat einholen.
Gerade in der kalten Jahreszeit ist eine Tasse Tee eine angenehme Pause. Eine ärztliche Abklärung ersetzt sie nicht, wenn der Husten schwer ist oder nicht besser wird.
Was steckt hinter Husten?
Husten ist im Grunde eine Schutzfunktion des Körpers, um die Atemwege von Schleim, Fremdkörpern und Reizstoffen zu befreien. Häufigster Auslöser ist eine Erkältung durch Viren. Dann beginnt der Husten oft trocken und wird nach einigen Tagen schleimig.
Ärztinnen und Ärzte unterscheiden zwischen trockenem Reizhusten und Husten mit Auswurf. Außerdem gibt es akuten Husten, der in der Regel nach wenigen Wochen abklingt, und chronischen Husten, der länger als acht Wochen anhält. Bei der gesundheitsinformation.de des IQWiG wird für Husten bei Erkältung eine durchschnittliche Dauer von etwa 18 Tagen bei Erwachsenen genannt, bei Kindern bis zu drei Wochen.
Weitere mögliche Auslöser von Husten sind:
- Entzündungen der Atemwege, etwa Bronchitis
- Asthma
- Verschlucken oder Fremdkörper in den Atemwegen
- Reizstoffe, Rauchen und regelmäßiges Einatmen von Schadstoffen
- Lungenerkrankungen und chronische Lungenerkrankungen
- Erkrankungen des Rippenfells
- Verstopfung eines Blutgefäßes in der Lunge (Lungenembolie)
Deshalb ist es wichtig, anhaltenden Husten ärztlich abklären zu lassen.
Mehr über Entstehung und Anzeichen von Husten kannst du hier nachlesen.
Tee als Ritual und Flüssigkeit
Eine Tasse Tee ist ein kleines Ritual: Wasser erhitzen, aufgießen, ziehen lassen, in Ruhe trinken. Viele empfinden diese Pause als angenehm, besonders an Tagen, an denen sie sich nicht fit fühlen. Außerdem erleichtert ein Getränk, das dir schmeckt, das Trinken über den Tag. Welche Sorte du wählst, ist Geschmackssache.
10 Teesorten im Überblick
Die folgenden Tees unterscheiden sich in Geschmack, Aroma und Zubereitung. Manche enthalten Schleimstoffe, andere ätherische Öle oder Saponine. Sie sind keine Arzneimittel und ersetzen keine ärztliche Beratung.
Salbeitee
Salbeitee schmeckt würzig und leicht herb. Die Blätter enthalten ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe. Für eine Tasse übergießt du 1 bis 2 Teelöffel Salbeiblätter mit heißem Wasser und lässt den Tee etwa 10 Minuten zugedeckt ziehen. In der Schwangerschaft und Stillzeit solltest du Salbeitee meiden. Wenn du magst, mischst du ihn mit Holunderblüten.

Thymiantee
Thymiantee schmeckt würzig, warm und leicht herb. Für eine Tasse übergießt du 1 bis 2 Teelöffel getrocknetes Thymiankraut mit 150 bis 200 ml heißem Wasser und lässt den Tee zugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen. Danach seihst du ihn ab. Wer auf Lippenblütler wie Minze oder Salbei allergisch reagiert, sollte vorsichtig sein. Halten Beschwerden länger als eine Woche an, solltest du ärztlichen Rat einholen.

Süßholzwurzel Tee
Süßholzwurzel Tee schmeckt nach Lakritz und ist nur für eine kurze Zeit gedacht. Bei Bluthochdruck, Nieren-, Leber- oder Herzerkrankungen, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird er nicht empfohlen. Mehr dazu liest du im Beitrag zur Süßholzwurzel.
Malventee
Malventee ist mild und fast geschmacksneutral. Er enthält Schleimstoffe, die ihm eine leicht weiche Textur geben. Übergieße 1 bis 2 Teelöffel Malvenblüten oder -blätter mit heißem Wasser und lass den Tee etwa 10 Minuten ziehen. Manche bereiten Pflanzen mit Schleimstoffen auch als Kaltauszug zu.
Fencheltee
Fencheltee enthält ätherische Öle, darunter Anethol und Fenchon, und schmeckt süßlich-würzig mit Anisnote. Zerdrücke vor dem Aufgießen 1 bis 2 Teelöffel Fenchelfrüchte leicht, übergieße sie mit heißem Wasser und lass den Tee 10 Minuten zugedeckt ziehen.
Eisenkraut Tee
Über Eisenkraut Tee wird wenig gesprochen. Er schmeckt mild-herb und enthält Gerbstoffe und Schleimstoffe. Für eine Tasse nimmst du 1 bis 2 Teelöffel Eisenkraut auf etwa 250 ml heißes Wasser und lässt den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen.
Ingwertee
Ingwertee schmeckt scharf und wärmend. Für einen Liter Tee reichen etwa 10 dünne Scheiben frischer Ingwer, die du mit heißem Wasser übergießt und 10 Minuten ziehen lässt. Du kannst ihn warm oder abgekühlt über den Tag verteilt trinken. Bei Magenbeschwerden und Gallensteinen solltest du mit Ingwer zurückhaltend sein.

Sonnenhut Tee
Sonnenhut Tee ist hierzulande auch als Echinacea Tee bekannt. Er schmeckt erdig und leicht herb. Bei Allergien gegen Korbblütler ist Vorsicht geboten.
Königskerzenblüten Tee
Die Königskerze, auch Wollblume genannt, hat gelbe Blüten, die einen milden, leicht süßlichen Tee ergeben. Gieße 1 bis 2 Teelöffel Blüten mit heißem Wasser auf, lass den Tee 10 Minuten ziehen und seihe ihn gut ab, damit keine feinen Härchen in die Tasse gelangen.
Teemischungen
Es gibt viele weitere Kräutermischungen. Fertige Mischungen aus der Apotheke oder dem Fachhandel sind klar deklariert, bei frischen oder wenig verarbeiteten Kräutern kannst du die Qualität besser beurteilen. Probiere aus, was dir schmeckt.

Weitere Pflanzen, die als Tee beliebt sind:
- Anis Tee
- Spitzwegerich: mild und leicht herb
- Isländisch Moos: sehr bitter, reich an Schleimstoffen
- Primel und Schlüsselblume
- Holunderblüten
- Lindenblütentee
Hagebuttentee und Birkentee sind ebenfalls beliebte Getränke in der kalten Jahreszeit. Einen Cistustee kannst du trinken, wenn er dir schmeckt.
Huflattich: Von Tee aus Huflattichblättern wird abgeraten. Die Pflanze kann Pyrrolizidinalkaloide enthalten, die die Leber schädigen können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist auf Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees hin und empfiehlt, Kindern nicht ausschließlich Kräutertee zu geben und als Schwangere oder Stillende Tees abwechselnd mit anderen Getränken zu trinken.
Was du sonst tun kannst
- Genug trinken: Wasser und ungesüßter Tee gehören zum Alltag dazu.
- Honig: gesundheitsinformation.de nennt Honig als Möglichkeit. Für Babys unter einem Jahr ist er ungeeignet.
- Raumluft: Lüfte regelmäßig, trockene Heizungsluft empfinden viele als unangenehm.
- Nicht rauchen: Zigarettenrauch reizt die Atemwege zusätzlich.
Weitere Beiträge zum Thema: Tee und Erkältung und Tee und Halsschmerzen.
Wann du zum Arzt solltest
Lass Husten ärztlich abklären, wenn du Atemnot, Brustschmerzen, hohes Fieber oder blutigen Auswurf hast, wenn sich die Beschwerden verschlimmern oder der Husten länger als etwa zwei bis drei Wochen anhält. Das gilt auch bei Säuglingen, Kleinkindern, in der Schwangerschaft und bei chronischen Atemwegserkrankungen.
Fazit
Tee ist ein schöner Begleiter für ruhige Tage: Er hält dich mit Flüssigkeit versorgt und gibt dir eine kleine Pause. Welche Sorte du wählst, hängt von deinem Geschmack ab. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden gehört der Husten in ärztliche Hände.
Häufige Fragen
Welcher Tee schmeckt mild?
Malve, Fenchel und Königskerze sind mild und leicht süßlich. Salbei, Thymian und Isländisch Moos sind herber.
Welche Teesorten schmecken würzig?
Thymian, Anis und Fenchel haben ein würziges Aroma, Ingwer ist scharf und wärmend.
Wie viele Tassen Tee kann ich trinken?
Bei den meisten Kräutertees sind 3 bis 4 Tassen über den Tag üblich. Süßholz solltest du dagegen nur kurzzeitig und in geringen Mengen trinken.
Wann sollte ich zum Arzt?
Bei Atemnot, Brustschmerzen, hohem Fieber, blutigem Auswurf oder wenn der Husten mehrere Wochen anhält.
Quellen
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Erkältung
- EMA: Thymi herba (Thymian)
- EMA: Plantaginis lanceolatae folium (Spitzwegerich)
- BfR: Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees und Tees (Stellungnahme 018/2013)
Titelbildquelle: Bild von congerdesign auf Pixabay