Lapacho Tee – Zubereitung, Wirkung & Mehr

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Der Lapacho-Tee, auch Inka-Tee genannt, wird aus der Rinde des gleichnamigen Tropenbaumes gewonnen. Bei den Inkas ist die Pflanze unter den Namen „Baum des Lebens“, „Iperoxo“, „Tabnebuia“ und „Peau d‘Arco“ bekannt. Um das Lebenselixier herzustellen wird die innere Schicht der Rinde getrocknet und mit heißem Wasser übergroßen. Seine Eigenschaften und heilende Wirkung sind den südamerikanischen Stämmen bereits lange bekannt. Die Beliebtheit ist bei uns mit der von Salbei oder Kamille zu vergleichen.

Die moderne Wissenschaft bestätigt dabei einige gesundheitliche Eigenschaften des „Allround-Heilmittels“, doch die Fachleute warnen auch: Lapacho kann unerwünschte Nebenwirkungen haben. Wie wirksam er wirklich ist oder ob du lieber die Hände vom „Tee des Lebens“ lassen solltest, erfährst du hier.

Was ist Lapacho Tee?

In den Regenwäldern Südamerikas liegt ein Tee-Schatz begraben. Sein Name: Roter Lapacho. Der Tee wird aus der inneren und gehäckselten Rinde des Baumes zubereitet. Die Inkas schwören auf seine heilenden Kräfte. Er soll das Immunsystem stärken, Entzündungen hemmen und Bakterien und Pilze töten. Darüber hinaus soll der Tee bei Fasten- und Entschlackungskuren unterstützend wirken.

Dabei sind die Lapacho-Bäume wahre Augenweiden. In höheren Regionen der Anden können sie bis zu 700 Jahre alt und 30 Meter hoch werden. Das Holz vom Lapachobaum ist sehr hart und von hoher Qualität. Mit seinen weißen rosa oder gelben trompetenförmigen Blüten ist er eine wahre Pracht für jeden Betrachter. Und wer schon immer eine exotische Tee-Sorte ausprobieren und dabei auch auf Nachhaltigkeit achten wollte, der ist beim Lapacho gut aufgehoben.

Der Baum wird für die Ernte der inneren Rinde nämlich nicht gefällt und diese wächst innerhalb eines Jahres nach, ohne den Baum zu schädigen. Allerdings ist der Transport aus den Regenwäldern Südamerikas auch mit viel CO2-Ausstoß verbunden. Wer es also nur den Wirkstoff will, ist mit dem heimischen Kamillentee oder Hagebuttentee besser bedient.

Und wer trotzdem Lapacho-Tee trinken möchte, sollte beim Kauf auf den ökologischen Anbau achten. So gehst du sicher, dass die Rinde schonend geerntet wurde. Einen solchen Tee findest du unter anderem in einem Naturkostladen oder in der Apotheke.

Lapacho Tee Zubereitung

Die Zubereitung des Lapacho Tees ist für dich ganz einfach. Wir empfehlen dir den Tee literweise zuzubereiten, da die Lapacho-Rinde erst aufgekocht werden muss. Gebe ca. 10g (entspricht zwei gehäuften Esslöffel – keine Teelöffel!) in einen Topf mit einem Liter Wasser. Das Ganze fünf Minuten aufkochen und dann 15 bis 20 Minuten ziehen lassen. Abschließend die Rinde absieben. Grundsätzlich gilt wie bei anderen Tee-Sorten: Je länger du den Lapacho im heißen Wasser ziehen lässt, desto stärker schmeckt er.

Wir selbst trinken den Lapacho gerne natürlich, ohne Süßstoffe und nicht zu heiß. Wenn du es süß magst, kannst du den Tee mit Honig oder braunem Kandiszucker verfeinern. Probiere dich etwas bei der Zubereitung aus und mit ein wenig Zeit und Mühe findest du ihn: Den richtigen Punkt für einen köstlichen Tee mit außerordentlichem Charakter.

Und falls du es außergewöhnlicher magst, probiere es mit einem Erfrischungsgetränk aus Lapacho. Verfeinere den Tee mit frischer Minze, spritzigen Limetten und Zitronen oder fruchtigem Kirschsaft. Der große Vorteil von Lapacho ist, dass er in Kombination mit anderen Lebensmitteln ausgezeichnet schmeckt. Deiner Kreativität sind somit (fast) keine Grenzen gesetzt. Und das Gute daran: Lapacho enthält kein Koffein. Somit ist er das ideale Getränk für jede Tages- und Jahreszeit.

Lapacho-Tee lässt sich hervorragend mit vielen Lebensmitteln kombinieren. Mit einer ausgepressten Zitrone kannst du so im Sommer gut gekühlt einen erfrischenden Eistee machen und im Winter ein wohltuend warmes Getränk, das die Abwehrkräfte stärkt. Und wer das Ganze abrunden möchte, gibt noch etwas getrocknete Ingwerwurzel dazu.

Lapacho Tee Wirkung: Positive Eigenschaften

Die Rinde des Lapacho-Baumes besitzt viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Dazu kommen Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium und sogar Strontium und Jod. Seine Inhaltsstoffe sollen viele heilende Kräfte beinhalten und deshalb war Lapacho schon damals so wertvoll, dass die Wikinger ihn nur im Tausch mit Edelsteinen bekamen.

Gegen Infektionen

Untersuchungen zeigen, dass das Lapacho-Extrakt eine antibakterielle und antimyktosiche (gegen Pilze) Wirkung hat. Allerdings wurden diese Ergebnisse nur in Laborexperimenten nachgewiesen. Bevor klare Empfehlungen ausgesprochen werden können, müssen diese Erkenntnisse erst bei Studien mit Menschen bestätigt werden.

Gegen Entzündungen

Genau wie der Ingwer-Tee steht Lapacho wegen seiner entzündungshemmenden Eigenschaften im Rampenlicht. Forscher konnten dabei in Tierversuchen und Reagenzglas-Studien zeigen, dass Lapacho die Entzündungsreaktion um 30 bis 50 % blockieren kann. Des Weiteren wird auch die Produktion von Verbindungen blockiert, die Entzündungskrankheiten hervorrufen sollen.

Doch auch hier sind weiterführende Studien notwendig, die die gesundheitlichen Vorteile auch beim Menschen nachweisen können.

Als Fastenkur und zur Gewichtsabnahme

Lapacho Tee fördert die Verdauung und regt den Stoffwechsel an. Studien an Mäusen zeigten, dass seine Inhaltsstoffe die Fettverdauung reduzieren, wodurch weniger Kalorien aufgenommen werden. Somit ist die Köstlichkeit aus den Anden eine Alternative zum Oolong Tee.

Wichtig bleibt auch hier zu sagen, dass die Vorteile der Gewichtsabnahme noch beim Menschen wissenschaftlich nachgewiesen werden müssen.

Die Nebenwirkungen

Bisher gibt es keine klinischen Studien, die die gesundheitlichen Effekte auf Menschen bestätigen. Darüber hinaus ist die Forschung zur Langzeiteinnahme von Lapacho mangelhaft. Vieles beschränkt sich auf Reagenzglas-Studien oder Tierversuche. Hier konnten auch die Nebenwirkungen aufgezeigt werden. Dazu zählen bei höheren Dosen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Änderungen an den Chromosomen.

Da Lapacho auch das Blut verdünnen kann, solltest du es vermeiden, wenn du Blutverdünner einnimmst oder vor Operationen.

Weitere Fakten über Lapacho Tee

Zum Baden

Lapacho Tee kann nicht nur getrunken, sondern auch äußerlich angewendet werden. Als Badezusatz eignet sich so der Tee ebenfalls. Füge dem warmen Badewasser 1,5 Liter sehr starken Lapacho Tee zu und bleibe für ca. 30 Minuten im Wasser. Wasche dich am besten vorher mit Seife oder Duschgel, um die Wirkung vom Tee nicht zu beeinträchtigen. Gönne dir nach dem Bad eine Ruhephase von mindestens 15 Minuten.
Während der Grippezeit kann ein solches Bad mit Lapacho vorbeugend wirken.

Wenn du dein Immunsystem zusätzlich stärken möchtest, runde das Ganze noch durch einen heißen Tee mit Honig ab. Doch mit dem exotischen Tee sind nicht nur Vollbäder möglich, sondern auch Teilbäder.

Ein Teilbad kommt dann infrage, wenn beispielsweise ein Pilz im Intimbereich oder an den Füßen bekämpft werden soll. Für ein Sitz- oder Fußbad verwendest du am besten unverdünnten Lapacho Tee. Allerdings sollte das Bad nicht länger als 20 Minuten dauern. Zusammen mit Alkohol ist der Tee auch ein Hausmittel, um kleine Wunden zu desinfizieren. Bei Entzündungen kannst du dann eine Kompresse aus Lapacho Tee machen.

Tränke dazu einfach sterile Tücher mit dem starken Tee und lege sie als Kompresse auf das betroffene Körperteil. Heiße Kompressen haben dabei eine besonders wohltuende Wirkung.

Fazit

Der Lapacho-Tee ist genau wie der Yerba Mate Tee ein traditionelles Getränk aus Südamerika. Das Extrakt aus der Lapacho-Rinde des tropischen Baumes steht seit Jahrhunderten für heilende Kräfte, weswegen ihn die Einheimischen auch als „Baum des Lebens“ bezeichnen. Er soll Infektionen lindern, Keime und Pilze töten, beim Abnehmen helfen und sogar Krebs heilen.

Doch während Reagenzglas- und Tierversuche darauf hindeuten, dass er bei bestimmten Infektionen helfen und Entzündungen reduzieren kann, so fehlen die nötigen Studien am Menschen. Daher können wir abschließend nichts zur Wirksamkeit und vor allem Sicherheit des Lapacho-Tees sagen.

Sei also bitte vorsichtig, wenn du den Tee als Nahrungsergänzungsmittel ausprobieren möchtest. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der kann unter anderem zum Matcha Tee greifen.

Und falls du den Lapacho-Tee trotzdem ausprobieren möchtest: Was begeistert dich an dem südamerikanischen Lebenselixier? Oder wenn du den Tee schon ausprobiert hast: Wie findest du ihn und konntest du für dich Nebenwirkungen erkennen? Schreibt uns in die Kommentare, welche Erfahrungen ihr mit dem Lapacho-Tee gemacht habt.

Weiterführende Links

https://www.teewiki.org/wiki/Lapacho_Tee
https://de.wikipedia.org/wiki/Lapacho-Gruppe
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22431070
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18992801
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-37-1997/pharm1-37-1997/

Titelbildquelle: ©Ekaterina Kasimova – unsplash.com

Michael ist leidenschaftlicher Texter. Er unterstützt Tea'n'Chill dabei für euch die besten Artikel zu schreiben!

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