Fencheltee: Zubereitung, Wirkung & Mehr

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Ein Klassiker und einer der beliebtesten und bekanntesten Teesorten ist ohne Frage der Fencheltee, da dieser bereits seit Jahrhunderten weltweit ein allzeit bewährtes Hausmittel ist und zur Linderung bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt wird.

Der Fenchel, in der Fachsprache auch „Foeniculum vulgare“ genannt, gehört zur Familie der Doldenblütler und wurde im Jahr 2009 sogar zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Fenchel blüht von Juli bis Oktober und wird hauptsächlich in gemäßigten Zonen Europas, Afrikas, Südamerikas und Asiens angebaut. Man unterscheidet beim Anbau zwischen süßem Fenchel und bitterem Fenchel. Diese unterscheiden sich, wie man vermuten kann, am einerseits sehr bitterem und würzigen Geschmack und andererseits an einem eher süßlichen und weniger würzigerem Aroma. Außerdem unterscheidet sich der bittere Fenchel mit einer eher dunkleren, gelb-grünlichen Farbe vom etwas helleren süßen Fenchel.

Fenchel wird bereits seit Jahrhunderten angebaut und wurde vor mehreren hundert Jahren von den Römern aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien immer mehr in unseren Regionen verbreitet. Man fand schnell heraus, dass Fenchel bei verschiedenen Beschwerden Abhilfe schaffte und man begann mehr und mehr ihn zunächst als Gewürz zu nutzen und gegen viele körperliche leiden einzusetzen, mit Erfolg! In Mitteleuropa sorgten vor allem die Mönche dafür, dass der Fenchel immer mehr an Bekanntheit erlangte, sodass ihnen die „Einbürgerung“ des Fenchels in unserem Raum nachgesagt wird.

Es gibt drei Hauptsorten von Fenchel: Knollenfenchel, Gewürzfenchel und wilder Fenchel. Beim Knollenfenchel wird die Knolle verwendet und zubereitet, beim wilden Fenchel und Gewürzfenchel hingegen Blüten und Samen. Knollenfenchel wird hauptsächlich als Gemüse angebaut, Gewürzfenchel zum Würzen und kochen. Wilder Fenchel hingegen wird hauptsächlich zur Teegewinnung genutzt.

Doch was macht die Samen des wilden Fenchels so besonders und wie kann man sich die positiven Eigenschaften zunutze machen? All das erklären wir dir kurz und knackig im folgenden Beitrag.

Was ist Fencheltee?

Der klassische Fencheltee wird wie bereits erwähnt aus den Samen des wilden Fenchels gewonnen und gehört neben Pfefferminz- und Kamillentee zu den beliebtesten Kräuter-Teesorten. Die Samen des wilden Fenchels enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe wie Vitamine, ätherische Öle und Mineralsalze und richtig zubereitet und angewandt, können sie dir und deiner Gesundheit unterstützend unter die Arme greifen.

Fencheltee Zubereitung

Dein frischer und gesunder Fencheltee ist ganz einfach und schnell selbstgemacht. Alles was du dazu benötigst sind die Fenchelsamen, ein Mörser oder ein anderer, ähnlicher Gegenstand um die Samen zu zerkleinern, heißes Wasser und ein Glas. Und so einfach geht’s:

  • 1-2 Teelöffel Samen mit dem Mörser zerkleinern, ruhig etwas ausgiebiger, um die ätherischen Öle schön freizusetzen
  • Gib die Samen in ein Teesieb und überschütte sie in einem Glas mit heißem Wasser
  • Lass‘ den Tee für 7-8 Minuten ziehen, entnehme das Sieb mit den Samen, fertig. Alternativ kannst du die zerkleinerten Samen direkt in heißem Wasser ziehen lassen und beim Einschütten in ein Glas durch ein Sieb laufen lassen.

Tipp: Um dem Tee nach individuellem Geschmack noch etwas Süße zu verleihen, kannst du gerne etwas Fenchelhonig hinzugeben. Je frischer dein Fencheltee zubereitet ist, desto mehr profitierst du von der Wirksamkeit, denn häufig ist es so, dass bei fertigen Teemischungen und Beuteltee die enthaltenden ätherischen Öle bei der Zerkleinerung, Verarbeitung und Abpackung teilweise verloren gehen.

Fencheltee Wirkung: Positive Eigenschaften

Besonders wichtig und gesundheitsfördernd sind die in den Fenchelsamen enthaltenen ätherischen Öle und Bitterstoffe, da diese viele positive Eigenschaften mit sich bringen. Diese können unter anderem entzündungshemmend, krampflösend, schleimlösend und verdauungsfördernd wirken und uns dahingehend bei diversen Beschwerden unterstützen. Bei folgenden Beschwerdebildern erwies sich frischer Fencheltee als besonders hilfreich:

Atemwegserkrankungen (Husten, Erkältung etc.)

Sind wir mal erkältet, der Hals kratzt und der Rachen hat sich mit Schleim zugesetzt, so kann Fencheltee hier mit seiner schleimlösenden und entzündungshemmenden Wirkung sehr nützlich sein. Bei vielen verschiedenen Erkrankungen der oberen Atemwege ist Fencheltee ein bewährtes Hausmittel, sogar bei Asthma-Symptomen.

Bei verschiedenen Atemwegsbeschwerden, je nach Beschwerdebild, empfiehlt es sich den Tee als Getränk zu genießen, bei Reizungen im Rachen und Halsbereich kann man auch gerne bis zu 3-mal täglich mit Fencheltee gurgeln.

Verdauungsprobleme

Wer kennt es nicht: Zu viel von etwas falschem gegessen, eine Mahlzeit vielleicht nicht optimal vertragen und schon ist es passiert… Die Folge sind Magenprobleme wie Unwohlsein, Krämpfe oder Blähungen. Auch hier kann Fencheltee wahre Wunder bewirken, da er die Verdauung und die gesamte Bewegung im Magen-Darm-Trakt anregen und dadurch auch Krämpfe lösen kann.

Bei Magenbeschwerden und Blähungen empfiehlt es sich den Tee ungesüßt zu trinken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Auch hier kann der Genuss von Fencheltee dank seiner antibakteriellen und Milchsekret fördernden Wirkung behilflich sein. Und auch wenn bei den Kleinen (Kleinkindern oder Säuglingen) mal Bauschmerzen auftreten, kann Fencheltee zur Linderung beitragen. Wichtig ist in diesem Punkt natürlich die Rücksprache mit dem Doktor und die Empfehlung, gerade bei Säuglingen und Kleinkindern, dass der Fencheltee so natürlich wie eben möglich zubereitet wird, da man diesen häufig schon fertig kaufen kann und nicht selten Zuckerzusätze und Rückstände von anderen Kräutern enthalten sein können.

Fencheltee kann außerdem bei folgenden Beschwerden helfen:

  • Bluthochdruck
  • Prellungen und generellen Verletzungen des Gewebes
  • Mundgeruch
  • IBS (Reizdarmsyndrom)
  • bei einem hormonellem Ungleichgewicht

Weitere Fakten

Bis heute hält sich die Legende, dass Fenchel eines der ersten natürlichen Medikamente ist, das die Menschen bei Beschwerden bewusst zu sich genommen haben. Zwar entdeckte man erst nach und nach, dass auch die Zubereitung als Getränk wahre Wunder bewirken kann, doch die Pflanze an sich galt schon in der Antike als wahre Wunderwaffe und wurde gezielt verzehrt.

Fazit

Bei diesem Tee fällt das Fazit einfach und eindeutig aus: Empfehlenswert!
Fencheltee weist seit Jahrhunderten eine bewährte Wirkung auf und ist nicht ohne Grund seit Anbeginn eine der beliebtesten und gefragtesten Sorten auf dem gesamten Tee Markt. Ob bei Erkrankungen im Hals/Rachenbereich, bei akuten Magenbeschwerden oder bei generellem Unwohlsein wegen innerer Unruhe, mit Fencheltee in der eigenen Hausapotheke macht man definitiv nichts verkehrt. Und das waren, wie wir zuvor schon erfahren haben, nur wenige Wirkungsbereiche dieses Tees. Fencheltee ist schnell selbst zubereitet und kann bei einer optimalen Lagerung (auf Dauer empfiehlt sich eine Lagerung bei 0-5°C) sehr lange auf Vorrat gehalten werden.
Wie sieht es bei dir aus? Hast du schon Erfahrungen mit Fencheltee gemacht? Konnte dir der Tee vielleicht sogar schon bei Beschwerden helfen? Teile deine Erfahrungen sehr gerne mit uns und schreibe uns einen Kommentar, wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

Weiterführende Links:
https://www.fenchel.org
https://www.apotheken-umschau.de/heilpflanzen/fenchel
https://de.wikipedia.org/wiki/fenchel

Titelbildquelle: PublicDomainPictures – pixabay.com

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