Salbeitee – Zubereitung, Wirkung & Mehr

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Den herben Geschmack des Salbeis kennst du vermutlich aus der italienischen Küche, denn wer liebt nicht Saltimbocca alla Romana. Oder du hast Salbei vielleicht schon als Hausmittel zum Gurgeln verwendet, wenn du Halsschmerzen hattest.

Die achthundert verschiedenen Salbeiarten können aber noch viel mehr. Schon seit dem Altertum werden dem Salbei zahlreiche Heilkräfte nachgesagt, so glaubten die alten Ägypter, dass er die Manneskraft stärkt, Indianer benutzten ihn zur Reinigung und von den Arabern stammt die Frage: „Wie kann jemand der Salbei im Garten hat, sterben?
Im folgenden Beitrag wollen wir dir das vielseitige Wirkungsspektrum von Salbei als Tee vorstellen.

Was ist Salbeitee?

Der Salbei (Salvia) gehört zur Familie der Lippenblütler und wurde bereits im Altertum als Heil- und Gewürzpflanze geschätzt. Ursprünglich war der Salbei auf dem Balkan beheimatet, verbreitete sich dann im sonnigen Mittelmeerraum und ist heute auch in unseren Breiten zu finden. Die immergrünen Pflanzen strömen einen würzigen Duft aus, ihre Farbe erinnert an Lavendel. Die frischen ovalen grau-grünen Salbeiblätter sind beidseitig mit zarten Härchen bedeckt. Sind die Blätter älter, zeigt sich die Oberseite der Pflanze glatt. Der Name Salvia stammt von den lateinischen Wörtern : salvus „gesund“ und salvare „heilen“, was darauf hindeutet, dass schon die alten Römer diese Pflanze für ihre Gesundheit verwendet haben.

Salbeiarten haben sich über die ganze Welt verbreitet, den Echten Salbei (Salvia officinalis) schätzt man aufgrund seiner aromatischen Blätter, die für unsere Gesundheit wertvolle Terpenoide, Flavonoide, Gerbstoffe und ätherische Öle beinhalten.

Die wirksamen und interessanten Inhaltsstoffe sind das Cineol (entzündungshemmend, schleimlösend), das Thujon (desinfizierend) und der Kampfer (entspannt die Atemwege). Diese sind in den Öldrüsen der Pflanze zu finden, die auf den fleischigen Blättern sitzen. Der Tee aus Salbeiblättern kann vor allem im Falle einer akuten viralen oder bakteriell bedingten Erkrankung oder bei übermäßigem Schwitzen helfen.

Der Salbei ist außerdem ein wertvolles Antioxidantium und ein hervorragender Radikalfänger. Dafür sorgen die in der Pflanze enthaltenen Flavonoide: Rosmarinsäure und Quercetin. Der sekundärer Pflanzenstoff Quercetin schützt unsere Zellen vor freien Radikalen, baut Entzündungen ab und schützt unsere Blutgefäße. Der Gerbstoff Rosmarinsäure, ein Ester der Kaffeesäure, wehrt krankmachende Bakterien, Viren und Pilze ab. Die Rosmarinsäure soll auch gegen das Herpex-Simplex Virus Erfolge zeigen.

Salbeitee Zubereitung

Am besten übergießt man ein bis zwei Teelöffel getrockneter, zerkleinerter Salbeiblätter mit 150 ml abgekochten, heißem Wasser in einer Tasse und lässt den Tee drei Minuten ziehen. Bei einer über 5 Minuten andauernden Ziehzeit treten nämlich zu viele Gerbstoffe aus den Blättern, welche die Schleimhäute angreifen könnten. Der Tee kann pur, oder da er leicht bitter schmeckt, mit Honig gesüßt werden.

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© congerdesign – pixabay.com

Der Tee sollte nicht überdosiert werden, täglich mehr als 15g der Pflanze können aufgrund des im Salbei enthaltenen Kampfers und Thujons zu Herzrasen oder Schwindel führen. Wie bei allen anderen Mitteln heißt es auch hier: Es kommt auf die Dosis an.

Salbeitee Wirkung: Positive Eigenschaften

Salbei hemmt aufgrund seiner ätherischen Öle, Bakterien (wie z.B. Colibakterien, Streptokokken, Klebsiella, Staphylokokken),sowie Pilze und Viren an ihrer Vermehrung. Die Bitterstoffe der Pflanze regen die am Zungengrund liegenden Rezeptoren an und steigern damit die Speichel- sowie die Magensafterzeugung. Darüber hinaus beeinflusst Salbei das im Gehirn liegende Wärmeregulationszentrum, worauf die schweißhemmende Wirkung beruht. Salbei wirkt außerdem blutstillend und desinfizierend, hilft bei Krämpfen, hemmt Entzündungen und stärkt unser Immunsystem.

Die Pflanze beeinflusst den Östrogenhaushalt positiv und ist Frauen zu empfehlen, die schwanger werden wollen. Salbei eignet sich auch gut zum Abstillen. Nach dem Essen von fetten Speisen kann eine Tasse Salbeitee beim Verdauen derselben helfen. Wer an Durchfall, Darmkrämpfen, Sodbrennen oder Blähungen leidet, kann dieses Übel mit Salbei wieder schnell in den Griff bekommen.

Kann das Herz-Kreislaufsystem stärken

Salbei wirkt sowohl ausgleichend und beruhigend, als auch anregend auf den Blutkreislauf. Die Pflanze enthält Vitamin K , das großen Einfluss auf die Blutgerinnung hat.

Reduziert das Cholesterin

Der im Salbei enthaltene sekundäre Pflanzenwirkstoff Quercetin, scheint sich laut einer iranischen Studie bei Patienten, die an Hyperlipidämie, also zu hohen Cholesterin- und Triglyzeridwerten leiden, positiv auszuwirken. Damit kann das Risiko eines Herzinfarktes gesenkt werden.

Entzündungshemmende und antioxidative Wirkung

Salbei enthält wertvolle Antioxidantien (Rosmarinsäure, Kampfer, Carnisol) und damit für unseren Körper wichtige Radikalfänger. Freie Radikale können zu vielen Erkrankungen wie Diabetes, Entzündungen, aber auch zu Krebs führen.

Gut für dein Haut- und Haarbild

Die Pflanze wirkt wie ein Peeling, ihre Gerbstoffe wirken klärend, öffnen verstopfte Poren und helfen die Talgproduktion zu harmonisieren. Als Anti-Aging Mittel bewahrt Salbei die Schönheit deiner Haut, verhindert Falten und bringt die Haut zum Strahlen. Regelmäßige Kompressen mit einem stark aufgebrühten Salbeitee sollen hier Wunder wirken. Dazu stärkt der Absud, den du aus Salbeiblättern kochst, abseihst und in deine Haare einreibst, die Haarwurzeln und wirkt so gegen Haarausfall. Graue Haare bekommen durch regelmäßige Spülungen mit starkem Salbeitee wieder nach und nach ihre ursprüngliche Farbe zurück.

Fördert die Mundhygiene und -gesundheit

Hast du schmerzhafte Entzündungen im Bereich der Mundschleimhaut oder im Zahnfleisch, eine drückende Zahnprothese oder Zahnspange, oder leidest immer wieder an wiederkehrenden Aphten, kannst du dir mit einem Aufguss aus Salbeiblättern Linderung verschaffen. Der Tee vertreibt durch seine adstringierende (zusammenziehende) Wirkung der Schleimhaut, Halsschmerzen und verhilft dir durch seinen starken Geruch zu einem frischen Atem.

Für eine Mundspülung benötigst du ca. 2,5 g getrocknete Salbeiblätter und übergießt diese mit 100 ml abgekochtes Wasser. Danach lässt du den Sud noch zehn Minuten ziehen.

Ein Salbeiblatt kann zur Not auch deine Zahnbürste ersetzen. Das Blatt über deinen Finger wickeln und die Zähne damit abreiben. Damit werden bakterielle Belege entfernt und das Zahnfleisch gestärkt.

Zur Festigung des Zahnfleisches wird empfohlen, regelmäßig ein Salbeiblatt zu kauen.

Gut für das Gedächtnis und die Nerven

Britische Wissenschafter konnten in einer Studie nachweisen, dass die Inhaltsstoffe des Salbei das Enzym hemmen, welches den für die Gehirnleistung wichtigen Botenstoff Acetylcholin, bei Alzheimer-Patienten zerstört. Zusätzlich helfen die entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften der ätherischen Öle von Salbeiblättern das Erinnerungsvermögen zu verbessern und den kognitiven Abbau zu verzögern. Die Konzentrationsfähigkeit verbessert sich, die Nerven beruhigen sich. So kann eine regelmäßige Tasse der Heilpflanze durch das im Salbei vorhandene ß-Thujon das Zentralnervensystem kräftigen und damit dem Burn-Out vorbeugen oder bei Überarbeitung und vor Prüfungen für Entspannung sorgen.

Weitere Fakten

Salbei als Konservierungsmittel

Salbei eignet sich hervorragend zum Konservieren von Speisen. Schon die alten Chinesen wußten ihr Fleisch damit haltbar zu machen.

Salbei nach Insektenstichen

Nach einem Stich von Insekten kann dir ein Salbeiblatt, welches du auf die betroffene Stelle auflegst, die Schmerzen oder den Juckreiz verringern.

Viele Patienten schwören auch auf die Wirkung des Tees als Gallenmittel, bei Migräne oder Kopfschmerzen und auch bei Koliken.

Fazit

Salbei ist eine vielseitig einsetzbare Heilpflanze, die vor allem antibiotisch, antiviral und antimykotisch wirkt. Durch ihre entzündungshemmenden und antioxidativen Inhaltsstoffe kann man den Salbei auch hervorragend als Radikalfänger und damit als Anti-Agingmittel einsetzen. Salbeitee sollte in keiner Hausapotheke fehlen.

Hast du schon Salbeitee getrunken? Wie ist deine Erfahrung mit diesem Tee? Schreib es uns in die Kommentare, wir freuen uns auf den Austausch!

Quellen und weiterführende Links

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19865527
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https://www.mdpi.com/1422-0067/10/9/3937
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https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22117784
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Titelbildquelle: © congerdesign – pixabay.com

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