Tee und Entzündungen: Ein ehrlicher Überblick

Inhalt dieses Beitrags
Kein Tee behandelt eine Entzündung. Tee ist ein Getränk, ein Ritual und eine kleine Pause im Alltag. Ingwer, Kamille, Grüntee und Kurkuma sind beliebte Sorten mit ganz unterschiedlichem Geschmack. Bei Beschwerden ersetzt ein Tee keine ärztliche Abklärung.
Was ist eine Entzündung?
Eine Entzündung ist zunächst eine sinnvolle Reaktion des Körpers: Das Immunsystem versucht, Krankheitserreger, Reizstoffe oder geschädigte Zellen zu beseitigen und den Schaden zu reparieren. Typische Zeichen sind Schmerz, Rötung, Schwellung, Überwärmung und eingeschränkte Funktion.
Man unterscheidet akute und chronische Entzündungen. Akute Entzündungen beginnen schnell und klingen meist nach Tagen bis wenigen Wochen wieder ab. Chronische Entzündungen entwickeln sich langsamer und können über Monate oder Jahre bestehen. Sie spielen bei vielen Erkrankungen eine Rolle, zum Beispiel bei Arthritis, Asthma oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Wenn du so etwas vermutest, gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Allgemeine Begleitsymptome sind Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen oder Schüttelfrost. Mehr zu den Grundlagen findest du bei der Apotheken-Info zur Entzündung.
9 Teesorten im Überblick
Die folgenden Tees unterscheiden sich in Geschmack, Aroma und Zubereitung. Sie sind keine Arzneimittel, und keine Sorte steht für einen bestimmten Zweck. Such dir aus, was dir schmeckt.
Ingwertee

Ingwer enthält Scharfstoffe wie Gingerole. Sie sind für das typische Brennen im Hals verantwortlich. Der Tee schmeckt scharf, frisch und wärmend.
Zubereitung: Übergieße etwa 1 Teelöffel frisch geriebenen Ingwer mit 250 ml heißem Wasser, decke die Tasse ab und lass den Tee 10 Minuten ziehen. Mehr als 2 bis 3 Tassen am Tag sind nicht nötig.
Hinweis: Laut EMA wird Ingwer in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen, ebenso nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Bei Gelenkschmerzen mit Schwellung, Rötung oder Fieber gehörst du in ärztliche Hände. Mehr dazu im Beitrag zum Ingwertee.
Olivenblättertee

Olivenblätter enthalten Bitterstoffe und Polyphenole wie Oleuropein. Der Tee schmeckt herb, grün und leicht bitter.
Zubereitung: 1 Teelöffel Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und etwa 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Mehr zu Geschmack und Zubereitung findest du beim Olivenblättertee.
Yerba Mate Tee

Yerba Mate enthält Polyphenole und Koffein und schmeckt herb, rauchig und kräftig. Wichtig ist die Temperatur: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft das Trinken sehr heißer Getränke ab etwa 65 °C als „wahrscheinlich krebserregend“ für die Speiseröhre ein. Gerade bei Mate wurde das Risiko im Zusammenhang mit sehr heißem Trinken beobachtet.
Zubereitung: Gieße die Blätter mit Wasser von etwa 70 bis 80 °C auf, lass den Tee 2 bis 5 Minuten ziehen und trinke ihn erst, wenn er angenehm warm ist. Wegen des Koffeingehalts nicht am späten Abend. Mehr im Beitrag zum Yerba Mate Tee.
Grüntee

Grüntee und Schwarztee stammen von derselben Pflanze. Grüntee enthält besonders viele Catechine und schmeckt frisch, grasig und leicht herb.
Zubereitung: Übergieße 1 Teelöffel Blätter mit 250 ml Wasser von 70 bis 80 °C und lass den Tee 2 Minuten ziehen. Er enthält Koffein (genauer: Teein), daher abends eher verzichten.
Kamillentee

Kamillentee schmeckt mild, blumig und leicht süßlich. Viele trinken ihn gern abends als gemütlichen Abschluss des Tages.
Zubereitung: 1 bis 2 Teelöffel Blüten mit 150 bis 250 ml kochendem Wasser übergießen, abdecken und 10 Minuten ziehen lassen.
Hinweis: Bei Allergie gegen Korbblütler (z. B. Beifuß, Arnika) vorsichtig sein. Halten Beschwerden länger als eine Woche an, such ärztlichen Rat. Mehr im Beitrag zum Kamillentee.
Kurkuma Tee

Kurkuma enthält Curcumin, das auch für die gelbe Farbe verantwortlich ist. Der Tee schmeckt erdig, warm und leicht pfeffrig. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät von hoch dosierten Curcumin-Präparaten mit verbesserter Aufnahme ab, weil es Fälle von Leberschäden gab. Das betrifft Nahrungsergänzungsmittel, nicht den gelegentlichen Tee oder das Gewürz in der Küche.
Zubereitung: Rühre ½ Teelöffel Kurkumapulver oder etwas frisch geriebene Wurzel in 250 ml heißes Wasser und lass es 10 Minuten ziehen. Mehr dazu im Beitrag zum Kurkuma Tee.
Hinweis: Bei Gallensteinen, Gallenwegserkrankungen oder Blutverdünnern frag vorher in der Arztpraxis oder Apotheke.
Tulsi Tee

Tulsi ist das „Heilige Basilikum“ und in der ayurvedischen Tradition fest verankert. Es enthält Polyphenole, Eugenol und Flavonoide. Der Tee schmeckt würzig, leicht süßlich und kräuterig.
Zubereitung: 1 bis 2 Teelöffel Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 6 bis 10 Minuten ziehen lassen.
Hagebuttentee

Der Tee schmeckt fruchtig-säuerlich und enthält etwas Vitamin C, das durch Hitze und lange Ziehzeit allerdings teilweise verloren geht.
Zubereitung: 2 Teelöffel zerkleinerte Hagebutten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Mehr im Beitrag zum Hagebuttentee.
Fencheltee

Fenchelfrüchte enthalten ätherische Öle wie Anethol. Der Tee schmeckt süßlich mit Anisnote.
Zubereitung: 1 bis 2 Teelöffel leicht zerdrückte Früchte mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, abdecken und 10 Minuten ziehen lassen, nicht länger als ein bis zwei Wochen am Stück.
Hinweis: Laut EMA nicht für Kinder unter 4 Jahren und aus Vorsicht nicht in Schwangerschaft und Stillzeit als Arzneitee. Mehr im Beitrag zum Fencheltee.
Fazit
Tee ist ein angenehmes Begleitritual für ruhige Momente, aber kein Mittel für den Körper. Halten Beschwerden länger als etwa eine Woche an, kommen Fieber, starke Schmerzen, Eiter oder deutliche Schwellung dazu, such ärztlichen Rat. Das gilt auch, wenn du Medikamente nimmst, schwanger bist oder stillst.
Häufige Fragen
Welcher Tee schmeckt mild?
Kamille, Hagebutte und Fenchel sind mild bis fruchtig. Ingwer, Kurkuma und Mate sind kräftiger und würziger.
Wie viel Kurkuma-Tee darf ich trinken?
Eine bis zwei Tassen am Tag mit etwas Kurkuma sind als Küchenmenge unproblematisch. Hoch dosierte Curcumin-Präparate sind etwas anderes: Das BfR rät hier zur Vorsicht, weil Leberschäden berichtet wurden.
Enthält grüner Tee Koffein?
Ja, grüner Tee enthält Koffein. Abends trinken viele deshalb lieber Kräutertees.
Wann sollte ich mit Beschwerden zum Arzt?
Bei Fieber, starken Schmerzen, Eiter, sich ausbreitender Rötung oder wenn Beschwerden länger als etwa eine Woche anhalten.
Quellen
- apotheken.de: Was ist eine Entzündung?
- EMA/HMPC: Kamillenblüten (Matricariae flos)
- EMA/HMPC: Ingwerwurzelstock (Zingiberis rhizoma)
- EMA/HMPC: Süßer Fenchel (Foeniculi dulcis fructus)
- aponet.de: Leberschäden durch Kurkuma-Präparate (BfR-Einschätzung)
- Deutsches Ärzteblatt: IARC zu sehr heißen Getränken