Hagebuttentee: Zubereitung, Wirkung & Mehr

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Hagebuttentee ist vielen bekannt und häufig auch im Schrank zu finden. Andere kennen es aus der Kindheit als “Juckpulver”, denn die Härchen an den Kernen besitzen kleine Widerhaken, die für den Juckreiz verantwortlich sind. 

Selbst, wenn viele, Hagebuttentee im Schrank aufbewahren, kennen doch nur wenigen die vielen guten Eigenschaften der Frucht für unsere Gesundheit. Frische Hagebutte, egal ob als Tee oder als Frucht, besitzt viele Inhaltsstoffe wie Polyphenole die für unsere Gesundheit eine Wohltat sind. 

In unseren Beitrag erhältst du grundlegendes Wissen über die Hagebutte, die Inhaltsstoffe und wie du dir Hagebuttentee selber machen kannst.

Was ist Hagebuttentee?

Hagebuttentee gehört zu den teeähnlichen Erzeugnissen, denn es wird aus der Frucht “Hagebutte” hergestellt und nicht aus der Teepflanze “Camellia sinensis” wie zum Beispiel Grüntee. Als Hagebutte werden ungiftige Sammelnussfrüchte verschiedener Rosenarten bezeichnet. Es gibt mehr als 150 verschiedene Rosenarten. Die Früchte werden zu verschiedensten Lebensmittel und Getränken wie Tee verarbeitet. 

Der Begriffe “Hagebutte” setzt sich aus zwei Wörtern zusammen. Dem Wort “Hage-”, der vom althochdeutschen Wort hagan “Dornstrauch” stammt. Der Ursprung des Wortes “Butte” ist jedoch unbekannt. Es wird vermutet es stammt vom Wort “Butzen” ab, was das Kerngehäuse von Äpfeln und Birnen bezeichnet. Auf jeden Fall gibt es viele Theorien zu der Herkunft, aber nichts Eindeutiges. 

Hagebuttentee Zubereitung

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Foto von Katya von Pexels

Du hast die Wahl, ob du Hagebuttentee selber machen möchtest oder ob du dir getrocknete Schalen kaufst, um diese anschließend aufzubrühen. Wenn du dir getrocknete Hagebuttenschalen kaufst, solltest du auf BIO-Qualität achten, um Schadstoffe vorzubeugen. 

Für eine normale Tasse Hagebuttentee (250 ml) brauchst du ungefähr 2 Teelöffel von den getrockneten Schalen. Den Aufguss musst du maximal 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend durch ein Sieb gießen und den frischen Tee genießen. Je länger du ihn ziehen lässt, desto intensiver wird der fruchtig-säuerliche Geschmack des Tees. 

Hagebuttentee selber machen

Wie ich schon geschrieben habe, hast du zwei Möglichkeiten. Die Zweite ist dir den Tee selber zu machen, indem du Hagebutte anbaust. Ich werde dir nicht erklären wie du die Frucht anbaust und vermehrst. Dafür gibt es genug Anleitungen, wie diese zum Beispiel

Wenn die Früchte reif sind, was ungefähr im Spätherbst der Fall sein sollte, kannst du anfangen die Früchte zu ernten. Anschließend musst du die Früchte waschen und entkernen. Wenn die Früchte gewaschen und getrocknet sind, müssen als nächstes Stiele und Blüten entfernen werden. Danach kannst du die Hagebutte in zwei Teile schneiden und die Kerne entfernen. Dann nochmal kurz abwaschen und trocknen lassen. 

Die Schalen solltest du schonend trocknet lassen bei niedriger Temperatur oder wenn es das Wetter noch zulässt an der Sonne über mehrere Tage. Durch das schonende Dörren bleiben die wichtigen Inhaltsstoffe enthalten. Zwischendurch solltest du überprüfen, ob die Schalen ausreichen getrocknet sind. Natürlich funktioniert das Trocknen auch im Backofen, schonend bei ungefähr 40 °C. Damit die Luftfeuchtigkeit entweichen kann, muss der Backofen einen Spalt weit geöffnet bleiben. 

Das kann unter Umständen bis zu 8 Stunden dauern und verbraucht im Backofen, logischerweise, viel Strom. Für solche Fälle eignet sich ein Dörrautomat. 

Wenn die Schalen trocken sind, kannst du sie in einem luftdichten Gefäß wie einem Einmachglas aufbewahren. 

Hagebuttentee Wirkung: Positive Eigenschaften

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Die vielen Inhaltsstoffe in Hagebutte machen den Tee so wertvoll für unsere Gesundheit. Nach einer Krankheit kann uns die Frucht dabei unterstützen wieder fit zu werden. Hagebutte ist reich an: 

  • Vitamin A
  • Vitamin B1 und B2
  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Viramin K
  • Flavonoide
  • Calcium
  • Eisen
  • Magnesium
  • Natrium
  • Phosphor
  • Zink
  • Kieselsäure
  • Lycopin
  • Pektin
  • Galaktolipid
  • Tilirosid
  • Gerbstoffe

Vor allem die große Menge an Vitamin C (Bis zu 1.500 mg auf 100g) ist ein echter Hammer für unser Immunsystem. Vitamin C stärkt das Immunsystem, bekämpft freie Radikale, fördert die Regeneration von Haut, Haaren und Bindegewebe, unterstützt bei der Bildung von Bodenstoffen und Hormonen, fördert die Aufnahme von Eisen und unterstützt den Fett-Stoffwechsel. 

Das enthaltene Lycopin hat eine antioxidative Wirkung und stärkt somit das Immunsystem sowie unsere Zellen. Pektin ist ein Ballaststoff, dass unserem Körper bei Verdauungsbeschwerden helfen kann. Da Hagebuttentee reich an Fruchtsäure ist, wie die Frucht selber, kann es einen harntreibenden Effekt haben. 

Hilft bei Verdauungsbeschwerden

Das Pektin in Hagebutte ist das Geheimnis. Dieser Ballaststoff unterstützt dem Körper bei der Verdauung, da Pektin ein wasserlösliches Ballaststoff ist. Wasserlösliche Ballaststoffe binden Wasser wodurch der Mageninhalt erhöht und somit die Verdauung angeregt wird. 

Hagebutte mit Pektin hilft ebenfalls bei Durchfall. Da die Ballaststoffe Wasser binden, wird der Darminhalt verfestigt und somit die Verdauung etwas reguliert. Die enthaltenen Pflanzenstoffe in der Frucht schützen dabei die gereizten Magenschleimhäute. 

Stärkt das Immunsystem

Durch den hohen Vitamin-C-Gehalt und die Antioxidantien in Hagebutte bekommt unser Immunsystem starke Helfer zur Seite gestellt. Mehr über Vitamin C erfährst du hier.

Antioxidantien schützen unsere Zellen vor Schäden und reduzieren diese, die von freien Radikalen verursacht werden. In dieser Studie wurden 6 verschiedene Früchte untersucht (Hagebutte, Aronia, Weißdorn, Schwarze Johannisbeere, Heidelbeere und Vogelbeere). Es wurde festgestellt, dass Hagebutte in unterschiedlichen Aspekten den höchsten Antioxidantien-Gehalt besitzt. 

Früchte aus höheren Anbaugebieten haben einen höheren Antioxidantien-Wert. Logischerweise unterscheidet sich der Gehalt nach Region, Anbauart und Pflege. Das anschließende Trocknen der Früchte dreht das Karussell dann nochmals und der Gehalt an Antioxidantien schwankt. 

Kann das Herz stärken

In einer Zusammenfassung von 13 Studien aus dem Jahr 2008 soll Vitamin C, das LDL-Cholesterin und Bluttriglyceride senken. Diese sind bekanntliche zwei Faktoren bei Herzerkrankungen. 

Die im Hagebutte enthalten Flavonoide können hohen Blutdruck reduzieren, was wiederum zu einem besseren Blutfluss führt. 

Reduziert Entzündungen und Gelenkbeschwerden

Es gibt viele Studien, die sich auf Pflanzenstoffe beziehen und auf ihre entzündungshemmenden Eigenschaften. Die in Hagebutte enthalten Polyphenole und Galactolipide haben in unterschiedlichen Studien (1, 2 und 3) gezeigt, dass sie einen positiven Effekt bei Entzündungen und Gelenkschmerzen haben. 

Verschiedenste Studien zeigen den positiven Effekt von Hagebuttenextrakt! Sicherlich lässt sich die Wirkung nicht 1 zu 1 auf Tee übertragen, aber der Gesundheit wird es nicht schaden eine Tasse Hagebuttentee zu trinken. 

Weitere Fakten

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Bild von Tracy Lundgren auf Pixabay
  • Hagebuttenextrakt könnte bei der Gewichtsreduzierung helfen.
  • Positive Tendenz bei Nagern im Zusammenhang auf Typ-2-Diabetes.
  • Vitamin C und anderen Inhaltsstoffe wie Vitamin A, Lycopin schützen die Haut vor Schäden. Somit besitzt Hagebutte einen natürlichen Anti-Aging-Effekt. 
  • In den Kernen sind wichtige Omega-3-Fettsäuren enthalten. 
  • Hagebutte wird in verschiedenste Produkte verarbeiten wie z.B. Marmelade, Pulver, Öl und Mark. 
  • Hagebuttenöl wird Frauen zum Bekämpfen von Schwangerschaftsstreifen empfohlen. 
  • Frische gepflückte Hagebutte lässt sich bis zu drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. 

Fazit

Der hohe Vitamin-C-Gehalt in Hagebutte und die zusätzlichen Pflanzenstoffe machen diese Frucht mit dem sauren-blumigen-Geschmack zu einem natürlichen Gesundheitsbooster. 

Nicht nur, wenn es schon zu spät ist, sondern Präventiv. Vor allem, wenn die Jahreszeit kälter wird, kann dieser Tee gegen Erkältungen helfen. Magst du Hagebuttentee? Kaufst du dir getrocknete Hagebuttenschalen oder hast du eine eigene kleine Plantage in deinem Garten? 

Schreib es uns in die Kommentare. Wir freuen uns deine Meinung zu lesen!

Weiterführende Links:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28587101/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3668991/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3668991/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29534432/

Titelbildquelle: Bild von Juraj Varga auf Pixabay

Hi, ich bin Denis. Initiator von Tea'n'Chill. Fitness-Fan, Querdenker und Problemlöser. Mit Tea'n'Chill versuche ich selber Gelassenheit zu lernen und zu lehren. Ich hoffe es hilft dir! :)

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