Tee-Wissen

Süßholzwurzel Tee: Zubereitung, Geschmack & Hinweise

Von Denis Treter · Veröffentlicht am 23.04.2021 · Aktualisiert am 08.10.2026 · 7 Min. Lesezeit
Süßholzwurzeln in einem Glas auf einer Bambusmatte
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit sprich bitte vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Inhalt dieses Beitrags
  1. Was ist Süßholzwurzel Tee?
  2. Wie wird Süßholzwurzel Tee zubereitet?
  3. Varianten und Rezeptideen
  4. Einkauf, Lagerung und Zubehör
  5. Geschmack und Ritual
  6. Interessante Fakten
  7. Fazit
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

Süßholzwurzel Tee schmeckt süßlich-würzig nach Lakritz. Als Tee eignet er sich nur für eine begrenzte Zeit: Bei Bluthochdruck, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit solltest du darauf verzichten, und auch sonst gilt: lieber wenig und nicht dauerhaft.

Im Beitrag erfährst du, wie du den Tee zubereitest, wie er schmeckt, woher die Wurzel kommt und worauf du wegen der Nebenwirkungen achten solltest.

ZubereitungZiehzeitHerkunftGeschmack
1,5 bis 2 g zerkleinerte Süßholzwurzel auf eine Tasse (150 ml) kochendes Wasser5 bis 10 MinutenMittelmeerraum, Naher Osten, Asiensüßlich, lakritzartig

Was ist Süßholzwurzel Tee?

Süßholzwurzel Tee ist ein Kräutertee aus der getrockneten Wurzel des Süßholzes (Glycyrrhiza glabra), auch Lakritzwurzel genannt. Der typische Lakritzgeschmack stammt von der Wurzel. Der Tee schmeckt von Natur aus süßlich, mit Noten, die an Anis erinnern. Für die Süße ist vor allem der Inhaltsstoff Glycyrrhizin verantwortlich, ein Saponin, das deutlich süßer schmeckt als Zucker.

Die Pflanze wächst im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und in Teilen Asiens. Die Wurzel ist seit langer Zeit bekannt und dient bis heute als Grundlage für Lakritz. Anders als Lakritz aus dem Supermarkt enthält der Tee in der Regel keinen Zucker und kein Salmiak.

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Herkunft und Name

Der botanische Name Glycyrrhiza stammt aus dem Griechischen und bedeutet „süße Wurzel“. Das Süßholz gehört zu den Hülsenfrüchtlern und bildet lange Wurzeln und Ausläufer, die geerntet, gewaschen, getrocknet und geschnitten werden. Wichtige Anbauländer sind unter anderem China, Russland, die Türkei und Italien. In Nordeuropa, etwa in den Niederlanden, in Skandinavien und in Deutschland, hat Lakritz eine lange Naschtradition. Der Tee ist die einfachste Form, die Wurzel kennenzulernen.

Wie wird Süßholzwurzel Tee zubereitet? 

Für eine Tasse nimmst du 1,5 bis 2 g zerkleinerte Süßholzwurzel, das entspricht grob einem knappen Teelöffel. Gieße sie mit 150 ml kochendem Wasser auf und lass den Tee 5 bis 10 Minuten zugedeckt ziehen. Anschließend seihst du die Wurzelstücke ab.

Wenn dir der Geschmack zu intensiv ist, nimm etwas weniger Wurzel. Die Süße ist ohnehin kräftig, ein Süßungsmittel brauchst du meist nicht. Etwas Zitrone oder eine Prise Zimt runden den Geschmack ab.

Wie viel? Für den Alltag gilt: Nimm lieber wenig, eine Tasse am Tag reicht völlig. Denn der Gehalt an Glycyrrhizin schwankt je nach Wurzel und Ziehzeit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät generell, die Aufnahme von Glycyrrhizin auf unter 100 Milligramm pro Tag zu beschränken. Beachte dabei, dass auch Lakritz und andere süßholzhaltige Produkte dazu zählen.

Wie lange? Trinke Süßholzwurzel Tee nicht länger als 4 Wochen am Stück. Bei Beschwerden jeder Art gehört die Abklärung zur Ärztin oder zum Arzt, ein Tee ersetzt sie nicht.

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Varianten und Rezeptideen

Süßholzwurzel Tee lässt sich pur genießen, ihm tut aber auch eine zweite Note gut. Ein paar Ideen:

  • Mit Gewürzen: Eine Zimtstange, ein Stück Sternanis oder ein paar Fenchelfrüchte im Aufguss passen zur Lakritznote. Beachte, dass Fenchel und Anis ebenfalls kräftig schmecken.
  • Mit Zitrus: Ein Streifen Orangen- oder Zitronenschale macht den Tee frischer. Verwende unbehandelte Früchte.
  • Als Eistee: Brühe den Tee heiß auf, lass ihn abkühlen und stelle ihn kalt. Mit Eiswürfeln und einer Scheibe Zitrone wird daraus ein Sommergetränk. Ob er gesüßt werden muss, entscheidest du selbst. Viele finden die Eigensüße ausreichend.
  • Als Zutat beim Kochen: Ein kleiner Schluck des abgekühlten Tees kann einen Obstsalat oder ein Kompott mit Lakritzaroma verfeinern. Rechne die Menge zur Tagesaufnahme von Süßholz dazu.

Süßholzwurzel liefert im Aufguss kein Koffein. Wer koffeinhaltigen Tee sucht, findet im Beitrag Teesorten im Überblick eine Orientierung.

Einkauf, Lagerung und Zubehör

Süßholzwurzel bekommst du als geschnittene Wurzelstücke, als Pulver und in Teebeuteln, oft auch in Mischungen. Beim Einkauf lohnt sich ein Blick auf die Packung:

  • Bezeichnung: Gute Packungen nennen den Pflanzennamen (Glycyrrhiza glabra, Liquiritiae radix), den Pflanzenteil und die Herkunft.
  • Bio-Qualität: Sie ist eine Möglichkeit, bei Wurzeln auf kontrollierten Anbau zu achten. Auch Hersteller, die Rückstands- und Schadstoffprüfungen offenlegen, sind eine gute Wahl.
  • Schnittgröße: Grobe Stücke behalten ihr Aroma länger, feines Pulver setzt sich in der Tasse ab.
  • Warnhinweise: Auf süßholzhaltigen Produkten steht mitunter ein Hinweis für Menschen mit Bluthochdruck. Nimm ihn ernst und lies ihn vor dem Kauf.
  • Mischungen: Süßholz ist in vielen Kräutermischungen enthalten. Schau in die Zutatenliste, damit du die Gesamtmenge im Blick behältst.

Lagere die Wurzel luftdicht, trocken und dunkel, zum Beispiel in einer Dose aus Glas oder Metall. Das Aroma lässt mit der Zeit nach, deshalb kaufst du lieber kleine Mengen. Zum Aufbrühen reichen eine Kanne mit Deckel und ein Teesieb. Die Wurzelstücke kannst du nach dem Abseihen verwerfen.

Geschmack und Ritual

Süßholzwurzel Tee ist eher etwas für Menschen, die Lakritz mögen. Die natürliche Süße macht ihn zu einem Tee, den viele gern ohne Zusatz trinken, zum Beispiel nach dem Essen als kleine Pause. Mit einer Scheibe Zitrone oder einer Prise Zimt bekommt er eine zweite Note.

Süßholz passt zu einer ruhigen Teepause am Nachmittag oder nach dem Essen. Nimm dir dafür fünf bis zehn Minuten Zeit, stelle das Handy weg und trinke die Tasse in Ruhe. Mehr Anregungen findest du in den Beiträgen zur Teepause und zum Tee-Ritual.

Passende Begleiter

Wenn du milde, aromatische Kräutertees magst, probiere auch Fencheltee oder Kamillentee. Eine Übersicht zu weiteren Sorten findest du unter Tee bei Halsschmerzen und Tee bei Husten.

Inhaltsstoffe

Süßholzwurzel enthält Flavonoide, Saponine und weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Wer dauerhaft Beschwerden hat, sollte nicht auf Tee setzen, sondern ärztlichen Rat einholen.

Interessante Fakten

Nebenwirkungen und Risiken

Zu viel Süßholz kann den Mineralstoffhaushalt durcheinanderbringen. Das BfR beschreibt, dass bei regelmäßigem Verzehr größerer Glycyrrhizin-Mengen Natrium im Körper zurückgehalten wird und Kalium verloren geht. Mögliche Folgen sind erhöhter Blutdruck, Wassereinlagerungen im Gewebe und Muskelschwäche. In der EMA-Monografie werden bei Überdosierung zusätzlich Herzrhythmusstörungen genannt, vor allem bei längerer Anwendung über 4 Wochen oder sehr hohen Mengen.

Verzichte auf den Tee, wenn du Bluthochdruck, Nieren-, Leber- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder niedrige Kaliumwerte hast. Auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten ihn nicht trinken, weil dafür keine ausreichenden Daten vorliegen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Süßholzwurzel kann sich mit Blutdruckmedikamenten nicht vertragen. Nicht empfohlen ist sie außerdem zusammen mit Entwässerungsmitteln (Diuretika), Herzglykosiden, Kortison-Präparaten und stimulierenden Abführmitteln, weil sich der Kaliummangel verstärken kann. Auch bei Arzneimitteln, die über das Enzym CYP3A4 abgebaut werden, sind Wechselwirkungen möglich. Sprich deshalb mit Ärztin, Arzt oder Apotheke, bevor du regelmäßig Süßholzwurzel Tee trinkst, wenn du Medikamente einnimmst. Hinweise zu Tee in der Schwangerschaft findest du auch unter Tee in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft wird Süßholzwurzel nicht empfohlen. Es gibt nur wenige Daten, und Tierstudien zeigen Hinweise auf Schäden für die Fortpflanzung. Das BfR verweist außerdem auf Hinweise, dass größere Mengen Lakritz in der Schwangerschaft die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen können. Auch in der Stillzeit wird Süßholz nicht empfohlen, da Glycyrrhizin in die Muttermilch übergehen kann und die Wirkung auf Säuglinge unbekannt ist.

Fazit

Süßholzwurzel Tee ist ein aromatischer Kräutertee mit Lakritznote, die nicht jeder mag. Trinke ihn nur kurzzeitig, in kleinen Mengen und nicht zusammen mit anderen süßholzhaltigen Produkten. Bei Bluthochdruck, Schwangerschaft, Stillzeit und Medikamenteneinnahme ist Zurückhaltung angesagt. Bei Beschwerden gehört die Abklärung zur Ärztin oder zum Arzt.

Häufige Fragen

Wie viel Süßholzwurzel Tee darf ich am Tag trinken?

Am besten eine Tasse, mehr nur nach Rücksprache. Der Glycyrrhizin-Gehalt schwankt je nach Wurzel und Ziehzeit. Trinke den Tee nicht länger als 4 Wochen am Stück.

Kann Süßholzwurzel Tee den Blutdruck erhöhen?

Ja, bei regelmäßigem Konsum größerer Mengen ist das möglich. Das im Süßholz enthaltene Glycyrrhizin kann dazu führen, dass der Körper Natrium und Wasser zurückhält und Kalium verliert. Menschen mit Bluthochdruck sollten auf den Tee verzichten.

Ist Süßholzwurzel Tee in der Schwangerschaft erlaubt?

Nein, in der Schwangerschaft und Stillzeit wird er nicht empfohlen.

Wie schmeckt Süßholzwurzel Tee?

Er schmeckt süßlich und würzig, ähnlich wie Lakritz, mit einem Hauch von Anis. Es braucht oft etwas Gewöhnung.

Kann ich Süßholzwurzel mehrmals aufgießen?

Ein zweiter Aufguss schmeckt meist milder. Halte dich auch dann an die Gesamtmenge und die maximale Anwendungsdauer.

Wie bewahre ich Süßholzwurzel auf?

Trocken, dunkel und luftdicht. Beachte das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung.

Quellen

Bildquellen: Image by psaguer from Pixabay