Tee und Erkältung: Ein ehrlicher Überblick

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Tee heilt keine Erkältung und ist kein Medikament. Er ist ein warmes Getränk, eine kleine Pause und eine Möglichkeit, über den Tag genug zu trinken. Thymian, Holunderblüten, Ingwer, Salbei oder Pfefferminze sind beliebte Sorten, die vor allem durch Geschmack und Aroma überzeugen. Eine Erkältung klingt normalerweise nach ein bis zwei Wochen von selbst ab. Bei hohem Fieber, Luftnot oder Brustschmerzen gehörst du in ärztliche Behandlung.
Was ist eine Erkältung?
Eine Erkältung wird durch Viren ausgelöst. Es gibt über 200 verschiedene Virentypen, die dafür infrage kommen. Deshalb kannst du dich immer wieder neu anstecken. Die Viren verbreiten sich über Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen und über Schmierinfektionen: Eine erkrankte Person berührt eine Oberfläche, du fasst sie an und berührst danach Mund, Nase oder Augen. Türklinken und Haltegriffe sind typische Übertragungsorte, regelmäßiges Händewaschen ist deshalb ein guter Alltagstipp.
Typische Anzeichen einer Erkältung sind:
- Husten
- Heiserkeit
- Schnupfen und laufende Nase
- Halsschmerzen, rauer Hals
- Ohrenschmerzen
Nach den Informationen des IQWiG klingt eine Erkältung meist nach ein bis zwei Wochen von selbst ab. Husten kann hartnäckiger sein und bei Erwachsenen im Schnitt etwa 18 Tage dauern. Antibiotika sind bei Viren kein Thema. Wenn du unsicher bist, frag in der Praxis oder Apotheke nach.
Tee als Ritual und Flüssigkeit
Tee ersetzt keine Behandlung. Er kann aber ein ruhiger Moment sein: Wasser aufkochen, aufgießen, abwarten, die Tasse in beiden Händen halten. Viele empfinden genau das als angenehm, wenn sie sich nicht fit fühlen. Dazu kommt ein praktischer Punkt: Ein warmes Getränk, das dir schmeckt, erleichtert das Trinken über den Tag. Such dir deshalb den Tee aus, den du gern magst.
11 Teesorten im Überblick
Die folgenden Sorten unterscheiden sich in Geschmack, Aroma und Zubereitung. Keine davon ist ein Mittel für einen bestimmten Zweck. Schau, was dir schmeckt und was dir gerade guttut.
Kamillentee
Kamillentee wird aus den getrockneten Blüten der Kamille gewonnen. Er schmeckt mild, leicht süßlich und blumig und enthält ätherische Öle und Flavonoide. Gieße 1 bis 2 Teelöffel Blüten mit heißem Wasser auf und lass den Tee zugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen. Wer auf Korbblütler allergisch ist, sollte vorsichtig sein.
Hagebuttentee
Hagebuttentee wird aus den Früchten der Heckenrose gewonnen und schmeckt fruchtig-säuerlich. Er ist koffeinfrei und passt gut zu einem Löffel Honig. Hagebutten enthalten Vitamin C, doch ein Teil davon geht beim Aufbrühen verloren, weil Vitamin C hitzeempfindlich ist.
Pfefferminztee
Pfefferminztee findest du in vielen Haushalten. Die Blätter enthalten ätherisches Öl mit Menthol, daher der frische Duft und der kühle Geschmack. Gieße 1 Teelöffel Blätter mit heißem Wasser auf und lass den Tee 5 bis 10 Minuten zugedeckt ziehen. Bei kleinen Kindern solltest du mit mentholhaltigen Produkten zurückhaltend sein und im Zweifel die Kinderärztin oder den Kinderarzt fragen.

Salbeitee
Salbeitee schmeckt würzig und leicht herb. Die Blätter enthalten ätherische Öle und Gerbstoffe. Gieße 1 bis 2 Teelöffel Blätter mit heißem Wasser auf, lass den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen und trinke nicht mehr als wenige Tassen am Tag. In der Schwangerschaft und Stillzeit solltest du Salbeitee meiden. Passt der Geschmack nicht, kannst du etwas Honig ergänzen.
Ingwertee
Ingwertee schmeckt scharf und wärmend. Die Scharfstoffe, vor allem Gingerole, sind für das typische Brennen im Hals verantwortlich. Viele Menschen empfinden den Tee als wohltuend, weil er von innen wärmt. Schneide für eine Tasse etwa 2 bis 3 Scheiben frischen Ingwer ab, übergieße sie mit heißem Wasser und lass sie 10 Minuten ziehen.

Thymiantee
Thymian kennst du aus der Küche. Die Blätter enthalten ätherische Öle wie Thymol sowie Flavonoide und Gerbstoffe. Thymiantee schmeckt würzig, warm und leicht herb. Wer auf Lippenblütler wie Salbei, Minze oder Oregano allergisch reagiert, sollte vorsichtig sein. Halten Beschwerden länger als eine Woche an, solltest du ärztlichen Rat einholen.
Holunderblütentee
Holunderblütentee wird aus den Blüten des Holunders gewonnen. Er duftet blumig und schmeckt mild-süßlich. Viele trinken ihn warm und in Ruhe, zum Beispiel abends auf dem Sofa. Bei Symptomen, die länger als eine Woche andauern oder sich verschlechtern, gehört die Abklärung zur Ärztin oder zum Arzt.
Sonnenhut Tee
Sonnenhut ist die deutsche Bezeichnung für Echinacea, mehr dazu im Beitrag Echinacea Tee. Der Tee schmeckt erdig und leicht herb. Bei Allergien gegen Korbblütler, zu denen auch Kamille gehört, ist Vorsicht geboten. Menschen mit Autoimmunerkrankungen sollten vor dem Trinken ärztlichen Rat einholen.
Brennnesseltee
Für Brennnesseltee werden die Blätter der Großen Brennnessel verwendet. Er schmeckt mild, grün und leicht würzig. Eine längere Ziehzeit von etwa 10 Minuten macht ihn kräftiger und bitterer. Bei Wassereinlagerungen durch Herz- oder Nierenschwäche solltest du ihn nicht auf eigene Faust trinken.

Grüntee
Beim grünen Tee gibt es viele Varianten. Er gehört zu den echten Tees, weil er aus der Teepflanze Camellia sinensis stammt, und enthält Koffein. Bei der Zubereitung solltest du die Wassertemperatur zwischen 70 und 80 Grad halten und den Tee etwa 2 Minuten ziehen lassen, sonst wird er schnell bitter.
Hibiskustee
Hibiskustee wird aus den Blüten des Hibiskus gewonnen, schmeckt säuerlich-fruchtig und wird gern als Getränk getrunken, warm wie kalt. Er enthält Fruchtsäuren und kein Koffein. Wenn du Blutdruckmedikamente nimmst, frag vor regelmäßigem Genuss in der Apotheke nach.
Was du sonst tun kannst
- Viel trinken: Wasser, ungesüßter Tee und warme Brühe gehören zu den einfachen Dingen im Alltag.
- Ausruhen: Gönn dir Schlaf und Ruhe, wenn du dich nicht fit fühlst.
- Honig: Die Seite gesundheitsinformation.de nennt Honig als Möglichkeit. Für Babys unter einem Jahr ist er ungeeignet.
- Lüften: Frische Luft tut vielen gut, trockene Heizungsluft empfinden viele als unangenehm.
Mehr zu verwandten Themen findest du unter Tee und Husten, Tee und Halsschmerzen und Tee und Grippe.
Wann du zum Arzt solltest
Suche ärztlichen Rat, wenn du hohes Fieber hast, die Beschwerden stärker werden, du Brustschmerzen oder Atemprobleme bekommst oder die Erkältung nach etwa zwei Wochen nicht besser wird. Das gilt besonders bei chronischen Atemwegserkrankungen, in der Schwangerschaft und bei kleinen Kindern.
Fazit
Tee ist ein schöner Begleiter für ruhige Tage, aber kein Medikament. Bei der Auswahl zählt vor allem, dass er dir schmeckt. Eine Tasse in Ruhe zu trinken kann ein kleines Ritual sein, das dir guttut. Bei Beschwerden, die dich belasten, ist die ärztliche Abklärung der richtige Weg.
Häufige Fragen
Welcher Tee passt zu Erkältungstagen?
Das ist Geschmackssache. Thymian, Holunderblüten, Salbei, Ingwer und Pfefferminze sind beliebt. Keiner ersetzt eine Behandlung, entscheidend ist, dass du genug trinkst.
Welcher Tee ist für Kinder geeignet?
Für Kinder eignen sich milde, ungesüßte Tees wie Fencheltee oder Kamillentee. Bei Säuglingen und Kleinkindern sprichst du Tees und Hausmittel am besten mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt ab. Honig ist für Kinder unter einem Jahr nicht geeignet.
Wie lange dauert eine Erkältung?
Meist klingt sie nach ein bis zwei Wochen ab. Husten kann bei Erwachsenen im Schnitt etwa 18 Tage anhalten.
Schützt Tee vor einer Erkältung?
Nein, einen Schutz bietet Tee nicht. Händewaschen, ausreichend Schlaf und Abstand zu Erkrankten sind im Alltag sinnvoller.
Quellen
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Erkältung
- EMA: Sambuci flos (Holunderblüten)
- EMA: Thymi herba (Thymian)
Titelbildquelle: Bild von silviarita auf Pixabay