Kamillentee: Zubereitung, Wirkung & Mehr

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Kamillentee wird aus den Blättern der echten Kamille gewonnen. Die Echte Kamille ( Matricaria chamomilla) gehört zur Familie der Korbblütler. Die Bezeichnung „Matricaria“ entstammt dem lateinischen Wort „Matrix“ (Gebärmutter) und weist als Mutterkraut, auf die frühere Anwendung der Kamille speziell bei Frauenleiden hin. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Süd- und Osteuropa, mittlerweile kann man sie in ganz Europa antreffen.

Man erkennt die Kamillenblüten im Sommer an den weißen Blütenblättern, welche die leuchtend goldgelben Blütenköpfe umschliessen. Die Pflanze verbreitet einen sehr ausgeprägten, angenehmen Duft. Du findest Sie bevorzugt an Wegesrändern oder in der Nähe von Ackern. Die Kamille gehört zu den wenigen Heilpflanzen, die bei den unterschiedlichsten Beschwerden Linderung verschaffen können. Sie wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und krampflösend, regeneriert die Haut und fördert die Wundheilung.

Wobei Dir die Kamille helfen kann, haben wir im folgenden Artikel zusammengefasst.

Was ist Kamillentee?

Die Kamille ist schon seit der Antike ein beliebtes Hausmittel. Der wichtigste Bestandteil der Heilpflanze ist ihr ätherisches Öl, das Chamazulen, das unter anderem aus den Substanzen a-Bisabolol und Matricin besteht.

Die einzigartige heilende Wirkung ergibt sich aber erst aus dem Zusammenspiel der in den gelben Blütenköpfen pflanzlichen Inhaltsstoffe: Anissäure, Apiin, ätherisches Öl (Chamazulen), Azulen, Bestandteile von ätherischen Ölen (Farnesol, Borneol, Salicylate, Thujon, Bisabolol), Bitterstoffe, Cumarine (Aesculetin, Herniarin, Isoscopoletin, Scopoletin, Umbelliferon), den Flavonoiden Apigenin, Quercetin, Chrysoeriol, Rutin, Hyperosid und Cosmosiin, Gerbsäure, Gerbstoff, Harz, Kaffeesäure, Oleanolsäure, Schwefel, Sesquiterpenlactone (Matricin), Syringasäure, Vanillinsäure und Werg.

Auf dieser Vielzahl von Inhaltsstoffen basiert das breite Anwendungsgebiet der Kamille. Gemeinsam entfalten diese Stoffe die entzündungshemmende, desinfizierende, antimikrobielle, blutreinigende, schmerzstillende und krampflösende Wirkung. Der Tee wird äußerlich als Spülung, bei bakteriellen Mundschleimhaut und Zahnfleischerkrankungen, als Umschlag bei Wunden, Verbrennungen, Sonnenbrand und Hautleiden, sowie zum Inhalieren bei Atemwegsinfekten angewandt. Innerlich hilft Kamille bei jeder Art von Entzündungen.

Auch für Diabetiker ist der Tee interessant. Er soll helfen, den Blutzuckerspiegel etwas zu senken.

Kamillentee Zubereitung

Für eine Tasse des Tees brauchst du 3g Kamillenblüten, das entspricht ungefähr einem Esslöffel, übergießt sie mit 150 ml kochendem Wasser und lässt den Tee anschließend 3 – 4 Minuten ziehen. Nach der Ziehzeit ziehst du ihn ab und trinkst ihn schluckweise.

Je nach Beschwerden kannst du bis zu drei Tassen Tee pro Tag trinken. Der Tee ist auch eine ideale Gurgellösung bei Zahnfleischproblemen.

Kamillentee Wirkung: Positive Eigenschaften

Die Kamille wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, regt den Stoffwechsel und die Heilungsprozesse an. Sie wird als Naturheilmittel, bei normaler Dosierung, nebenwirkungsfrei, gegen zahlreichen Beschwerden eingesetzt. Antibakteriell und schmerzlindernd, entkrampft die Heilpflanze die Muskeln, den Magen-Darmbereich und unsere Nerven.

Einzig, wer allergisch auf Korbblütler (Kamille, Arnika, Ringelblume) reagiert, kann die Heilpflanze nicht anwenden.

Linderung bei Menstruationsschmerzen

Den zubereiteten Kamillentee in ein Baumwolltuch eintauchen, auswringen und warm auf den Unterbauch legen. Darauf wird ein trockenes Tuch und eine Decke darübergelegt. Solange das Tuch warm ist, aufgelegt lassen. Dazu kannst Du auch noch eine Tasse des Tees warm trinken. Innerlich und äußerlich entspannt, wirst Du dich danach viel wohler fühlen.

Neben Kamillentee kann dir Ingwertee bei Menstruationsschmerzen helfen.

Hilfe bei Entzündungen

Entzündungsreaktionen sind bei vielen Krankheiten beteiligt. Die goldgelben Blütenköpfchen der Kamille verschaffen sowohl bei krampfartigen, schmerzhaften Beschwerden, als auch bei chronischen Entzündungen, Linderung. Die Heilpflanze, bietet durch ihre entzündungshemmende Substanzen und ihren angenehmen Geschmack, eine gesunde, natürliche Alternative zu entzündungshemmenden Mitteln.

Wende die Kamille am besten kurmäßig an. Dabei trinkst du den Tee dreimal täglich für sechs Wochen, pausierst dann einen Monat lang, bevor du die Kur wiederholst.

Anwendung findet die Pflanze vor allem bei gereiztem Magen, Darmkoliken, Gastritis und Blähungen. Auch bei leichten Blasenkatarrhen wird Kamille eingesetzt. In kleinen Schlucken getrunken, kann der Tee aus der Kamille wahre Wunder bewirken. Er wirkt nämlich nicht nur entkrampfend, sondern wird auch dabei helfen, etwaige bakterielle Krankheitserreger zu beseitigen.

Durch ihre harntreibenden Eigenschaften wird die Kamille, selbst bei Neuralgien und Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis (Hexenschuss, Gicht), Erleichterung bringen. Sie hilft nämlich schädliche Stoffe, wie zuviel Harnsäure, auszuscheiden.

Hilfe bei Schlafstörungen und Stress

Die Blüten der Kamillenpflanze wirken beruhigend und lindern Angstzustände. Bestimmte Stoffe aus den Kamillenblüten sollen sich an dieselben Rezeptoren binden, wie das verschreibungspflichtige Medikamente gegen Schlafprobleme und Angstzustände (Benzodiazepine) tun. Die Wirkung ist zwar etwas schwächer, aber einen Versuch wert. Insbesondere, da man sich an Schlaftabletten sehr schnell gewöhnt und alle Mühe hat, davon wieder loszukommen. Wenn du also Probleme beim Einschlafen hast, kann dir möglicherweise eine abendliche Tasse Kamillentee einen ruhigen Schlaf verleihen.

Ärger und Stress greifen deine Nerven an. Britische Forscher haben herausgefunden, dass in der Kamille große Mengen der Aminosäure Glycin stecken. Diese entspannt und stärkt die Nerven. Daher nicht nur bei Magenschmerzen, sondern auch in nervenaufreibenden Zeiten an die Kamille denken!

Hilfe bei Erkältungen

Bei Beschwerden der Atemwege bringen Kamillen-Dampfbäder Erleichterung.

Dazu werden 50g Kamillenblüten in einem Topf mit einem halben Liter kochendem Wasser übergossen. Nach einer Ziehzeit von zehn Minuten, während der man das Kamillenwasser warm hält, inhaliert man die schleimhautberuhigenden und antibakteriell wirkenden Heilstoffe der Kamille (am besten klassisch – mit einem Handtuch über dem Kopf). Während der Inhalation solltest du den aufsteigenden Kamillendampf mindestens 10 Minuten lang tief durch den Mund und die Nase einatmen. Danach noch für mindestens eine halbe Stunde im Warmen bleiben, um die jetzt durchbluteten Bronchien, nicht sofort der kalten Luft auszusetzen.

Hals- oder Rachenentzündungen kommt man am besten mit dem mehrmaligen Gurgeln von Kamillentee bei. Zusätzlich eine Tasse Tee getrunken, erwärmt den erkälteten Körper auch von innen.

Hilfe bei Zahnfleischentzündungen

Ein Absud aus Kamille ist ein sehr verbreitetes Hausmittel gegen Zahnfleischentzündungen. Als starker Tee zubereitet, kann die Heilpflanze ihre reizlindernde Wirkung entfalten. Den antibakteriell wirkenden Sud solltest du dabei mehrmals täglich zum Spülen des betroffenen Bereichs anwenden.

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© congerdesign – pixabay.com

Weitere Fakten

Die Kamille lässt sich auch hervorragend zu Beauty-Zwecken einsetzen. Neben Kamillentee können dir Moringa Tee und Brennnesseltee bei Hautproblemen helfen.

Wer an Hautunreinheiten leidet, wird von einem Gesichtsdampfbad mit Kamille begeistert sein. Ist dein Haar oft blondiert und damit überstrapaziert, profitiert es von einer Spülung aus abgekühlten Kamillentee. Dein Haar wird dadurch wieder weich und erhält neuen Glanz.

Günstige Kamillenprodukte stammen oft aus ägyptischen, argentinischen oder südosteuropäischen Plantagen. Beim Kauf solltest du auf hochwertige, zertifizierte Bioprodukte achten, die aus ökologischem Anbau stammen.

Fazit

Tee aus der Echten Kamille ist ein natürliches Heilmittel, das vielseitig einsetzbar ist und auch in deiner Hausapotheke stets einsatzbereit sein sollte. Hast du schon Erfahrungen mit Kamillentee? Wie trinkst du ihn am liebsten? Schreib es uns in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch!

Weiterführende Links:
https://www.heilkraeuter.de/lexikon/kamille.htm
https://www.ptaheute.de/apothekenpraxis/heimische-heilpflanzen-im-kurzportrait/kamille-antientzuendlich-wundheilend-krampfloesend/
https://www.medicalnewstoday.com/articles/320031
https://food.ndtv.com/food-drinks/13-incredible-chamomile-tea-benefits-drink-up-1629069
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2995283/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25644982/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24463157/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5074766/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2874462/

Titelbildquelle: © Bru-nO – pixabay.com

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