Tee in der Stillzeit: Was du wissen solltest

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In der Stillzeit nennt die Initiative Gesund ins Leben ungesüßte Kräuter- und Früchtetees als geeignete Getränke; zu einzelnen Kräutern schreibt die EMA allerdings, dass die Sicherheit in der Stillzeit nicht belegt ist. Koffeinhaltigen Tee wie Schwarz- oder Grüntee trinkst du besser nur in kleinen Mengen, und Fencheltee solltest du laut Verbraucherzentrale möglichst meiden. Zu einzelnen „Stilltees“ gibt es keine verlässlichen Studien. Sprich bei Fragen mit Hebamme oder Stillberatung.
Wichtig ist vor allem, dass du über den Tag verteilt genug trinkst. Gerade die Ernährung und die Getränke in der Stillzeit werfen viele Fragen auf. Dieser Beitrag ordnet sie ein. Er ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme, Stillberaterin oder Ärztin.
Was gibt es während der Stillzeit zu beachten?
Alles, was du isst und trinkst, kann in kleinen Mengen auch in die Muttermilch übergehen. Zugleich bildet dein Körper die Milch nach Bedarf: Je mehr dein Baby trinkt, desto mehr Milch wird gebildet.
Die Initiative Gesund ins Leben empfiehlt, über den Tag verteilt viel zu trinken, zum Beispiel ein Glas Wasser zu jeder Stillmahlzeit. Als geeignete Getränke nennt sie Wasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees und verdünnte Säfte. Das ist eine allgemeine Einordnung: Für viele einzelne Kräuter schreibt die EMA, dass die Sicherheit in der Stillzeit nicht belegt ist. Mehr als den normalen Bedarf musst du nicht trinken.
Beim Koffein gilt laut BfR für Schwangere und Stillende eine über den Tag verteilte Aufnahme von bis zu 200 mg als Obergrenze für das gestillte Kind (die EFSA nennt für Stillende ebenfalls 200 mg als Wert ohne Sicherheitsbedenken). Das BfR nennt pro Tasse (200 ml) 90 mg Koffein für Filterkaffee, 45 mg für Schwarztee und 30 mg für Grüntee. Rechnerisch sind 200 mg damit etwa zwei Tassen Filterkaffee oder gut vier Tassen Schwarztee, wenn du sonst nichts Koffeinhaltiges trinkst. Auch Energydrinks enthalten Koffein.
Tee während der Stillzeit: 5 häufig genannte Sorten

Die folgenden Tees werden in der Stillzeit häufig genannt. Für keinen von ihnen gibt es verlässliche Studien an Stillenden. Für Anis und Kümmel rät die EMA mangels Daten ab (siehe unten). Das ist keine Empfehlung: Sprich mit deiner Hebamme, Stillberaterin oder Apotheke, bevor du sie regelmäßig trinkst.
1. Anis Tee
Anis Tee wird häufig als „Stilltee“ angeboten und schmeckt süßlich nach Lakritz. Die EMA schreibt in ihrer Monografie, dass die Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit nicht belegt ist, und rät mangels Daten von der Anwendung ab. Anis enthält wie Fenchel Estragol (siehe Fencheltee). Trinke ihn deshalb höchstens gelegentlich und nicht dauerhaft.
2. Bockshornklee Tee
Bockshornklee Tee schmeckt würzig, leicht bitter und erinnert an Curry und Ahornsirup. Laut Gesund ins Leben gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die Aussagen zu Bockshornklee und Milchbildung belegen. Sprich bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Allergien vorher mit deiner Ärztin oder Hebamme.
3. Fencheltee
Fencheltee war lange der klassische Stilltee. Die Verbraucherzentrale rät Schwangeren und Stillenden inzwischen, möglichst darauf zu verzichten, weil der Inhaltsstoff Estragol über die Muttermilch weitergegeben werden könnte. Estragol wird als erbgutverändernd eingestuft, eine sichere Aufnahmemenge lässt sich derzeit nicht festlegen. Auch die EMA schreibt in ihrer Fenchel-Monografie, dass die Sicherheit in der Stillzeit nicht belegt ist und die Anwendung mangels Daten nicht empfohlen wird. Für Erwachsene empfiehlt die Verbraucherzentrale, Fencheltee höchstens gelegentlich und nicht länger als 14 Tage am Stück zu trinken. Wenn du ihn trotzdem trinkst, sind ihre Tipps: Tee aus ganzen Samen statt aus geschnittenem Fenchel, Teebeutel nicht ausdrücken und höchstens 5 bis 8 Minuten ziehen lassen. Säuglinge und Kinder unter vier Jahren sollten laut Verbraucherzentrale (unter Verweis auf die EMA) gar keinen Fencheltee bekommen.
4. Kümmeltee
Kümmeltee schmeckt würzig und kräftig und wird gelegentlich auch als Stilltee genannt. Studien an Stillenden haben wir nicht gefunden. Die EMA schreibt in ihrer Kümmel-Monografie, dass die Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit nicht belegt ist, und rät mangels Daten von der Anwendung ab. Trinke ihn höchstens gelegentlich.
5. Rooibos Tee
Rooibos Tee enthält kein Koffein und schmeckt mild. Er wird häufig als koffeinfreie Alternative getrunken. Zubereitung nach Packungsangabe. Behördliche Warnungen für die Stillzeit sind uns nicht bekannt, Studien an Stillenden fehlen aber.
Teesorten, bei denen du vorsichtig sein solltest

Bei manchen Tees ist Zurückhaltung sinnvoll: wegen des Koffeins oder weil die Sicherheit einzelner Kräuter in der Stillzeit nicht belegt ist. Beim Koffein gilt die Grenze von 200 mg pro Tag. Wenn du Fragen zu deiner Milchmenge oder zum Abstillen hast, sprich mit Hebamme oder Stillberatung; mehr dazu im Beitrag Tee und Muttermilch.
Brennnesseltee
Brennnesseltee schmeckt grün und leicht herb. Die EMA schreibt in ihrer Monografie, dass die Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit nicht belegt ist, und rät mangels Daten von der Anwendung ab. Studien an Stillenden haben wir nicht gefunden. Trinke ihn höchstens gelegentlich und achte auf genug Flüssigkeit insgesamt.
Petersilientee
Petersilientee ist ein frischer, würziger Kräutertee. Studien an Stillenden haben wir nicht gefunden. Vorsichtshalber trinkst du ihn in der Stillzeit eher nicht.
Hibiskustee
Hibiskustee wird in der Stillzeit oft gefragt. Verlässliche Studien zur Sicherheit in der Stillzeit haben wir nicht gefunden. Wenn du ihn trinkst, dann nur in kleinen Mengen und beobachte, wie dein Baby reagiert. Im Zweifel frag deine Hebamme.
Salbeitee
Salbeitee schmeckt kräftig-würzig und leicht herb. Zusätzlich schreibt die EMA in ihrer Salbei-Monografie, dass die Sicherheit in der Stillzeit nicht belegt ist und die Anwendung mangels Daten nicht empfohlen wird. Wenn du weiter stillen möchtest, verzichtest du deshalb vorsichtshalber darauf.
Pfefferminztee
Pfefferminztee schmeckt frisch und klar. Die EMA hält fest, dass die Sicherheit von Pfefferminzblättern in der Stillzeit nicht belegt ist, und rät mangels Daten von der Anwendung ab. Wenn du ihn trinkst, dann nur gelegentlich. Bei Unsicherheit frag deine Hebamme.
Grüntee
Grüntee enthält Koffein, das in kleinen Mengen in die Muttermilch übergeht. Das BfR nennt 30 mg Koffein pro Tasse (200 ml). Trinke ihn in Maßen, achte auf die Gesamtmenge von höchstens 200 mg Koffein am Tag aus allen Quellen und beobachte, wie dein Baby reagiert.
Schwarztee
Schwarztee enthält Koffein. Das BfR nennt 45 mg Koffein pro Tasse (200 ml). Er zählt zur Tagesmenge von höchstens 200 mg Koffein aus allen Quellen. Bei mehr Koffein aus anderen Quellen, etwa Kaffee, hältst du dich zurück.
Oolong Tee
Oolong Tee stammt von der gleichen Pflanze wie Grüner und Schwarzer Tee und enthält ebenfalls Koffein. Zähle ihn zu deiner täglichen Koffeinmenge.
Fazit
Für die Stillzeit eignen sich vor allem Wasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees. Zu Stilltees gibt es keine verlässlichen Studien, die Koffeinmenge und Fencheltee verdienen Aufmerksamkeit. Wenn dir etwas unsicher ist oder du Sorge um deine Milchmenge hast, sprich mit deiner Hebamme oder Stillberaterin.
Häufige Fragen
Was sagen die Quellen zu Tee in der Stillzeit?
Gesund ins Leben nennt ungesüßte Kräuter- und Früchtetees als geeignete Getränke. Koffeinhaltigen Tee trinkst du in Maßen, Fencheltee vermeidest du laut Verbraucherzentrale möglichst. Für viele Kräuter schreibt die EMA, dass ihre Sicherheit in der Stillzeit nicht belegt ist.
Darf ich in der Stillzeit Hibiskustee trinken?
Zu Hibiskus in der Stillzeit haben wir keine verlässlichen Studien gefunden. Wenn du ihn trinken möchtest, dann in kleinen Mengen und frag im Zweifel deine Hebamme.
Kann ich in der Stillzeit grünen Tee trinken?
Grüner Tee enthält Koffein, wenn dann in Maßen. Laut BfR gilt für Stillende eine Obergrenze von 200 mg Koffein am Tag aus allen Quellen, eine Tasse Grüntee (200 ml) enthält 30 mg.
Gibt es Studien zu Stilltees?
Verlässliche Studien an Stillenden fehlen. Bei Fragen zur Milchmenge sind Hebamme oder Stillberatung die richtige Anlaufstelle.
Quellen
- Gesund ins Leben: Essen und Trinken in der Stillzeit
- Verbraucherzentrale: Fencheltee, gesund oder gefährlich?
- BfR: Fragen und Antworten zu Koffein
- EMA/HMPC: Fenchelfrüchte (Monografie)
- EMA/HMPC: Anisfrüchte
- EMA/HMPC: Kümmelfrüchte
- EMA/HMPC: Brennnesselblätter
- EMA/HMPC: Salbeiblätter
- EMA/HMPC: Pfefferminzblätter