Grüner Hafertee: Zubereitung, Wirkung & Mehr

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Will man, dass Pferde richtig viel Power bekommen und extra schnell laufen, gibt man ihnen Hafer ins Futter, weil es Kraft und Energie gibt. Auch der Mensch nimmt gerne Hafer zu sich, vor allen Dingen in Form von Haferflocken im morgendlichen Müsli. Aber auch der Hafertee, besonders als grüner Hafertee erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Doch warum ist grüner Hafertee so beliebt und welche Wirkungen schreibt man ihm zu?

Was ist grüner Hafertee?

Grüner Hafertee wird aus den Gräsern der noch grünen Haferpflanze hergestellt. Die Ernte der Blätter findet also statt, bevor diese austrocknen und später der eigentliche Hafer geerntet wird. Hafer war im Jahr 2017 sogar Arzneipflanze des Jahres. Kein Wunder, dass man aus den grünen Blättern grünen Hafertee gewinnt. Die geernteten Gräser der Haferpflanze werden getrocknet und zur Teeherstellung mit heißem Wasser aufbereitet.

Hafertee wird deshalb mit besonderem Interesse von Heilpraktikern betrachtet, weil im Haferstroh die folgenden Bestandteile sind:

  • Ballaststoffe, die der Verdauungsförderung dienen
  • Mineralstoffe, wie z.B. Eisen, Zink oder Mangan
  • Kieselsäure, der man positive Effekte für die Haut nachsagt
  • Vitamin B für Nerven, Haut und Haare
  • Flavonoide, die bei der Abwehr freier Radikaler helfen sollen
  • Saponine, die schleimlösend und harntreibend wirken können

Hafertee Zubereitung

Hast du eine fertige Hafertee-Packung, richtest du dich bei der Zubereitung am besten nach der Packungsangabe. Wenn du allerdings grünen Hafertee selbst aus Haferkraut machen möchtest, geht das natürlich auch. 

Versuche das Haferkraut im Biomarkt zu kaufen. Haben sie keines da, können sie es meist für dich bestellen. Hast du das Haferkraut erst einmal, geht es ganz einfach:

  1. Nimm 1 Esslöffel getrocknetes Haferkraut
  2. Übergieße es in einem Becher mit 250 ml heißem Wasser (gekocht)
  3. 20 Minuten ziehen lassen
  4. Haferkraut absieben
  5. Trinken

Grüner Hafertee eignet sich hervorragend dazu, auch mehrmals am Tag getrunken zu werden. Einige machen sich auch morgens eine Kanne und nehmen diese mit auf die Arbeit. Finde für dich selbst heraus, wieviel grüner Hafertee dir genug Energie für den Tag gibt.

In der Schwangerschaft sollte man mit Hafertee eher zurückhaltend sein, weil dazu nicht genug Forschungsergebnisse vorliegen.

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Bild von Ulrike Leone auf Pixabay

Grüner Hafertee: Positive Eigenschaften

Einige Hersteller von grünem Hafertee geben an, dass dieser vor allen Dingen zur Unterstützung der Ausscheidungsfunktionen der Nieren verwendet werden kann. Grüner Tee würde diesbezüglich als Arzneimittel aufgrund langjähriger Anwendung angewendet.

Häufig wird Fertig-Hafertee zu diesem Zweck auch mit Brennnessel und Alpenfrauenmantelkraut kombiniert.

Glaubt man der Überlieferung, so hat grüner Hafertee auch die folgenden positiven Eigenschaften:

  • Regt den Stoffwechseln an
  • Soll Linderung bei Gicht und Rheuma verschaffen
  • Wirkt ausgleichend auf den Säure-Basen-Haushalt im Körper
  • Hilft bei Erschöpfungszuständen
  • Hilft bei Schlafstörungen
  • Entwässerungsfunktion

Vor allen Dingen wegen der Entwässerungsfunktion sollte man nicht mehr als 2-3 Tassen grüner Hafertee am Tag trinken.

Geschätzt wird die stoffwechselanregende Funktion von grünem Hafertee. Der hohe Gehalt an Flavonoiden, gepaart mit immunstimulierenden Saponinen, zahlreichen Spurenelementen und Mineralien regt den Stoffwechsel des Menschen in besonderer Weise an. Die Ausscheidung von Harnsäure und anderen Stoffwechselprodukten wird aktiv durch grünen Hafertee gefördert.

Manche Teetrinker berichten nach Genuss von grünem Tee von Besserungen bei Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder Rheuma. 

Verbessert die Durchblutung

Grüner Hafertee steht auch im Ruf, die Durchblutung zu fördern. Viele Menschen sind durch lauter Säuren, wie z.B.

  • Kohlensäure
  • Schwefelsäure
  • Harnsäure
  • Milchsäure
  • Salpetersäure

übersäuert, sodass schnelle Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper notwendig werden. Hier kann grüner Hafertee helfen, weil er hilft, die Harnsäure vermehrt auszuscheiden.

Vitamin B6 im Hafer

Dem Vitamin B6 im Hafer wird zugeschrieben, dass es die Hämoglobin- und Serotoninbildung optimal fördert. Für Blut und Wohlbefinden also sehr förderlich. Inwieweit diese Wirkung auch durch das Trinken von grünem Hafertee erreicht werden kann, ist noch nicht hinreichend erforscht.

Natürlich kann man die Wirkung von Hafer bei Pferden relativ genau beobachten: Pferde, denen man Hafer gibt, laufen schneller und haben mehr Energie. Nicht umsonst sagt man auch im Volksmund „Dich hat wohl der Hafer gestochen“, wenn jemand voller Energie ist. 

Probiere es einfach aus, ob ein grüner Hafertee auch auf dich positive Wirkung ausübt. Nicht jeder Tee schlägt bei jedem gleich an, auch wenn viele Teetrinker von grünem Hafertee positives berichten. Probieren geht da über studieren.

Reduziert Entzündungen

Wenn du grünen Hafertee trinkst, kann dies bei dir im Körper ggf. auch Entzündungen hemmen. Das liegt am hohen Gehalt an entzündungshemmenden Flavonoiden im Hafer. Unter anderem wegen dieser entzündungshemmenden Wirkung des Hafers wurde der Hafer am Institut für Medizingeschichte der Universität Würzburg im Jahr 2017 auch zur Arzneipflanze des Jahres 2017 gewählt.

Wenn das Haferkraut vor der Blüte geerntet wird, was bei grünem Hafertee ja immer der Fall ist, weist es einen hohen Anteil an entzündungshemmenden Inhaltsstoffen auf. Inhaltsstoffe des Haferkrauts sind u.a.:

  • Kieselsäure
  • Flavonoide (entzündungshemmend)
  • Triterpensaponine
  • Avenin
  • Aminosäuren
  • Carotinoide
  • Vitamin B
  • Vitamin E
  • Vitamin K
  • Mineralstoffe
  • Spurenelemente

Anerkannt von vielen ist die Wirkung von Haferkraut gegen entzündliche und seborrhoische Hauterkrankungen, die mit Juckreiz einhergehen. Auch bei nässenden Ekzemen berichten Nutzer von grünem Hafer von einer Besserung – ebenso wie Menschen, die unter Neurodermitis leiden. 

Wissenschaftlich müssen dazu noch viele Forschungen angestellt werden, aber es ist – wenn man obigen Erkrankungen leidet – sicher einen Versuch wert, ob im individuellen Fall eine Besserung nach regelmäßigem Trinken von grünem Hafertee eintritt. 

Sofern man nicht unter Zöliakie leidet, ist ein Versuch wohl bedenkenlos möglich, da grüner Hafertee als weitgehend nebenwirkungsfrei gilt. Aber wichtig: Bei Bedenken gilt es vorher eine fachkundige Person oder seinen Hausarzt zu konsultieren!

Hildegard von Bingen entdeckte bereits den Hafer für sich

Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) sah schon die positiven Eigenschaften von Hafer und schrieb „…bereitet einen frohen Sinn und einen reinen und klaren Verstand und macht ihnen eine gute Farbe und gesundes Fleisch…“

Heute würde man es vermutlich wissenschaftlicher ausdrücken, aber immerhin hat sie es vor Hunderten von Jahren schon erkannt.

Auch der Pfarrer und als Naturheiler bekannte Sebastian Kneipp (1821-1897) setzte auf Hafer und empfahl ihn bei:

  • Hauterkrankungen
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Erkältungen
  • Kräftigung und Rekonvaleszenz
  • Unterleibsschmerzen

Nicht alles, was in der Naturheilkunde überliefert ist und womöglich sogar hilft, wurde auch schon wissenschaftlich absolut wasserdicht bewiesen, aber vielen Menschen reicht es auch, wenn sie im Individualfall Hilfe erfahren, – ohne dass ergründet und bewiesen wurde, warum das so ist.

Grüner Hafertee – ein Produkt der Natur

Wer grünen Hafertee genießt, sollte darauf achten, dass er von chemisch unbehandeltem Hafer stammt, damit keine Giftstoffe im Tee sind. Verantwortungsvolle Anbieter bieten jedoch keine anderen Grünen Hafertees an.

Warum wirken Flavonoide im grünen Hafertee entzündungshemmend?

Flavonoide wurden in den 1930er-Jahren erst richtig entdeckt. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und kommen in zahlreichen Pflanzen in unterschiedlicher Ausprägung und Menge vor. Grundsätzlich kommen Flavonoide nur in den Pflanzenteilen vor, die oberhalb der Erdgrenze wachsen. Therapeutisch werden Flavonoide genutzt, weil man glaubt, dass sie wie ein Schutzschild gegen freie Radikale wirken. Freien Radikalen ordnet man zu, dass sie für den Ausbruch zahlreicher Krankheiten zuständig sind. Flavonoide können überdies Metalle an sich binden, was die Verfechter von Entgiftungstheorien für sich reklamieren.

Einige Flavonoide sind auch nützlich bei:

  • Leukozytenaktivierung
  • Thrombozyten Funktion
  • Hemmung von freie Radikale-bildenden Enzymen

Deswegen sind Flavonoide häufig auch in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten, die eingesetzt werden bei:

  • Herz- und Leberbeschwerden
  • Durchblutungsstörungen
  • Depressionen
  • Allergien

Nicht gänzlich erforscht ist, inwieweit durch Trinken von grünem Hafertee all diese Wirkung auch bei einem ausreichend großem Personenkreis zutreffen, weswegen jedem einzelnen Teetrinker die Beurteilung selbst obliegt.

Grüner Hafertee kostet ja kein Vermögen: Im Zweifel solltest du einfach ausprobieren, ob für dich eine positive Wirkung eintritt, was man meist nach 1-2 Wochen täglicher Anwendung gut beurteilen kann. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Verbessert die Gedächtnisleistung

Hildegard von Bingen hatte vor rund 900 Jahren schon die These aufgestellt, dass grüner Hafer den Verstand beflügelt, – vermutlich hat sie damit nicht nur das Denken, sondern auch die Gedächtnisleistung gemeint. Heilpraktiker empfehlen aus dem Bereich der Pflanzen zur Steigerung der Gedächtnisleistung seit jeher Ginkgo biloba und grünen Hafer. Das Gehirn des Menschen ist wie ein dauernd laufender Computer ständig aktiv, auch nachts im Schlaf, – selbst, wenn dann einzelne Leistungen heruntergefahren werden. Daher muss man dafür Sorge tragen, dass dieses menschliche Laufwerk optimal funktioniert.

Das menschliche Gehirn wird heutzutage mit einer Vielzahl von Reizen überflutet, sodass manche Nervensysteme schnell überfordert sind. Grüner Tee kann hier für Abhilfe schaffen und die Gedächtnisleistung durch eine bessere Durchblutung verbessern helfen. 

Probiere es aus, indem du täglich 1-2 Tassen grüner Hafertee trinkst und beobachte, wie sich die Gedächtnisleistung ändert.

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Bild von Katerina Knizakova auf Pixabay

Verbessert die Laune

So wie es Pferden geht, denen man einen Eimer Hafer in den Futtertrog gibt, so geht es auch manchen Menschen, die grünen Hafertee trinken: Du bekommst mehr Energie und hast bessere Laune. Statt Miesepetrigkeit verspüren manche Menschen dann Unternehmungslust. Das muss nicht auf alle Menschen gleich wirken. 

Wer aber häufig unter schlechter Laune leidet, kann ausprobieren, ob diese Laune der Natur auch mit einem natürlichen Schubs wie dem des grünen Hafertee geändert werden kann. 

Grüner Hafertee kann bei einigen Trinkern helfen gegen:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Reizbarkeit
  • Depressive Verstimmung
  • Nervosität
  • Kopfschmerzen
  • Abwehrschwäche

Insgesamt ist also grüner Hafertee geeignet, die schlechte Laune zu verbessern, auch wenn man diese nicht auf Knopfdruck abstellen kann. 

Manch einem hilft auch eine regelrechte Kur mit grünem Tee: Trinke einfach für ein paar Wochen jeden Tag 2-3 Tassen grünen Hafertee und schaue, ob sich bei dir etwas ändert. Optimalerweise ersetzt du auch eher ungesunde Getränke wie Cola oder Süßlimonaden durch grünen Hafertee. So reduzierst du schädlichen Einfluss auf deinen Organismus und verbesserst den Zufluss eher nützlicher Stoffe für deinen Körper. 

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Bild von 5688709 auf Pixabay

Weitere Fakten

  • Hafer gehört zu den Süßgräsern (Poaceae)
  • Ursprünglich haben Bauern in Europa den Hafer als Unkraut betrachtet
  • Eigentlich stammt Hafer aus Makronesien und Nordwestafrika
  • In letzter Zeit wird auch die Hafer-Milch immer begehrter und von Menschen getrunken, die keine Kuhmilch mehr trinken möchten
  • Bereits die alten Germanen kannten den Hafer (Avena) als Getreidepflanze für den Ackerbau und haben dies für Pferdefutter gezüchtet, weil Pferde damit besonders schnell gelaufen sind
  • Eine offizielle Kommission (Kommission E) hat bereits die Anwendung von Haferstroh gegen Hauterkrankungen positiv beurteilt
  • Grünes Haferkraut kann man sich auch im Garten selbst anbauen
  • Möglicherweise kann grüner Hafertee auch hilfreich bei Allergien sein, wenngleich ein wissenschaftlicher Nachweis noch aussteht. Die im grünen Hafertee enthaltenen Flavonoide Triterpensaponine und auch die Avenanthramiden könnten dazu beitragen, ein nicht mehr intaktes Immunsystem zu stabilisieren und Entzündungsmediatoren zu senken. Das könnte Symptome allergischer Erkrankungen lindern. Dies muss aber noch tiefer erforscht werden.
  • Von grünem Hafertee geht für viele Teetrinker eine beruhigende Wirkung aus, weswegen grüner Hafertee ein fester Bestandteil vieler Hausapotheken geworden ist.
  • Statt Baldriantee zur Beruhigung trinken einige Anwender abends grünen Hafertee, um besser einschlafen zu können. Ob bei dir eher Baldriantee oder grüner Hafertee zum schnelleren Einschlafen führt, musst du selbst ausprobieren. Bei jedem schlägt ein Tee anders an.
  • Um für sich selbst die Wirkung von grünem Hafertee besser beurteilen zu können, sollte man den Tee 2-4 Wochen lang trinken und dann kurz absetzen. So kann man am besten überprüfen, ob für einen selbst ein positiver Effekt eingetreten ist. Wenn nicht, hat man wenigstens den Stoffwechsel angekurbelt, was auch schon ein positiver Effekt ist. 
  • Grüner Hafertee gilt als hervorragende Alternative zu Tees wie Grüntee und Rooibos-Tee
  • Grüner Hafertee kann auch eine Fastenkur ideal unterstützen, da er entschlackend und entwässernd wirken soll.
  • Hafer ist auch Hauptbestandteil des Szene-Foods „Porridge“, was man früher auch einfach „Haferschleim“ genannt hatte, und zwar gesund, aber ungeliebt war. Vor allen Dingen unter jungen Leuten ist ein Start in den Tag mit einem Porridge-Frühstück, bestehend aus Hafer, der richtige Energiekick. So wie man den Tag mit Hafer beginnt (Porridge), kann man ihn auch mit Hafer beenden, allerdings mit einem grünen Hafertee aus dem Haferkraut und nicht aus den Haferkörnen.
  • Erst nach ca. 15-20 Minuten Ziehzeit hat grüner Hafertee seinen optimalen Zustand erreicht. Nimm also die Kräuter nicht vorher aus dem Wasser. 

Fazit

Grüner Hafertee ist eine gute Alternative für Abends, da es kein Koffein enthält wie z.B. Moringa Tee, Cistustee oder Himbeerblättertee. Wie stehst du zu grünem Hafertee? Schmeckt er dir? Der doch recht herbe Geschmack ist sicher nicht für jeden etwas.

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Weiterführende Links:
https://www.netdoktor.de/ernaehrung/vitamin-b6/

Titelbildquelle: Bild von zoosnow auf Pixabay

Hi, ich bin Denis. Initiator von Tea'n'Chill. Fitness-Fan, Querdenker und Problemlöser. Mit Tea'n'Chill versuche ich selber Gelassenheit zu lernen und zu lehren. Ich hoffe es hilft dir! :)

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