Kräuter-Porträts

Tee und Halsschmerzen: Das solltest du wissen

Von Denis Treter · Veröffentlicht am 08.12.2020 · Aktualisiert am 08.10.2026 · 5 Min. Lesezeit
Tee wird aus einer Kanne in eine Tasse gegossen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit sprich bitte vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Inhalt dieses Beitrags
  1. Wie entstehen Halsschmerzen?
  2. Tee und Halsschmerzen: Sorten im Überblick
  3. Was du außer Tee tun kannst
  4. Arnika, Cistus und Süßholz: Was du beachten solltest
  5. Fazit
  6. Häufige Fragen
  7. Quellen

Tee ist ein Getränk und ein Ritual, keine Behandlung. Wenn du Halsschmerzen hast, gönn dir Ruhe, trinke genug und lass die Ursache ärztlich abklären, wenn sie länger anhalten oder du Warnzeichen bemerkst. Dieser Beitrag gibt dir einen ehrlichen Überblick über lauwarme Kräutertees, Zubereitung und Hinweise.

Wichtig vorab: Arnika gehört nicht in den Tee. Sie ist nur für die äußerliche Anwendung gedacht (siehe unten).

Wie entstehen Halsschmerzen?

Die häufigste Ursache sind Atemwegsinfekte durch Viren, oft als Teil einer Erkältung. Seltener stecken Bakterien dahinter, zum Beispiel Streptokokken bei einer Mandelentzündung. Weitere Auslöser können sein:

  • trockene Heizungsluft, Staub, Rauch oder andere Reizstoffe,
  • Allergien, etwa gegen Pollen oder Hausstaub,
  • Sodbrennen, wenn Magensäure die Schleimhaut reizt,
  • Nasennebenhöhlenentzündungen, wenn Sekret im Rachen herunterläuft,
  • Belastungen der Schleimhaut durch Medikamente oder eine geschwächte Abwehr.

Halsschmerzen können bis in die Ohren ausstrahlen und von Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Fieber begleitet sein. Bei einer Erkältung sind sie meist in den ersten Tagen am stärksten. Sie gehören häufig zu einem größeren Bild mit Schnupfen und Husten, das du in Tee und Erkältung findest.

Manchmal sind Halsschmerzen auch ein Begleitsymptom einer Grippe oder einer Mandelentzündung. Welche Teesorten dann zusätzlich zur Sprache kommen, liest du in den Beiträgen zu Grippe und Angina.

Wann du zum Arzt solltest

  • bei starken Schmerzen mit Fieber, Eiterbelägen auf den Mandeln oder starken Schluckbeschwerden,
  • bei sehr starken, einseitigen Schmerzen und wenn du den Mund kaum öffnen kannst,
  • bei Atemnot, starkem Speichelfluss oder wenn du nicht mehr schlucken kannst: sofort den Notruf wählen. Das gilt besonders bei Kindern.
  • wenn die Beschwerden länger als eine Woche anhalten.

Wie du Halsschmerzen am besten begegnest, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt. Dazu gehört auch die Frage, ob eine bakterielle Ursache vorliegt, die ärztlich verordnete Medikamente nötig macht.

Tee und Halsschmerzen: Sorten im Überblick

Trinke den Tee lauwarm und in kleinen Schlucken. Sehr heiße Getränke können die Schleimhaut zusätzlich reizen. Abgekühlter Tee wird von manchen auch zum Gurgeln genutzt. Die Sorten sind eine Frage von Geschmack und Ritual, keine Behandlung.

welcher tee
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1. Salbeitee

Salbeitee schmeckt kräftig, herb und würzig. Übergieße 1 Teelöffel getrocknete Blätter mit 150 ml heißem Wasser, lass den Tee 10 Minuten zugedeckt ziehen und seihe ihn ab. Trinke ihn in kleinen Schlucken. Salbei enthält Thujon, trinke ihn deshalb nicht über Wochen. In Stillzeit und Schwangerschaft frage vorher nach (Tee in der Schwangerschaft).

2. Kamillentee

kamillen tee
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Kamillentee schmeckt mild, blumig und leicht herb. Übergieße 1 bis 2 Teelöffel Blüten mit heißem Wasser und lass den Tee 5 bis 8 Minuten zugedeckt ziehen. Gedacht für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Nicht geeignet bei Allergie gegen Korbblütler. Halten Beschwerden länger als eine Woche an, such ärztlichen Rat.

3. Eibischtee

Eibisch enthält Schleimstoffe und schmeckt mild und leicht süßlich. Übergieße die Wurzel oder Blätter mit kaltem Wasser, lass sie eine Weile ziehen und wärme den Tee leicht an. Er wird dadurch etwas dickflüssiger, was viele als weich im Mund empfinden. Auch für Kinder ab 3 Jahren vorgesehen.

4. Malventee

Malve enthält ebenfalls Schleimstoffe und gibt dem Tee eine weiche, milde Note. Setze 1 Teelöffel mit kaltem Wasser an, lass ihn etwa 10 Minuten ziehen und erwärme ihn leicht.

5. Isländisch-Moos-Tee

Die Flechte enthält Schleim- und Bitterstoffe. Übergieße 1 Teelöffel mit heißem Wasser und lass den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen. Er schmeckt bitter.

6. Lindenblütentee

Lindenblütentee schmeckt mild, blumig und leicht honigartig und ist ein Klassiker für gemütliche Stunden. Übergieße 1 bis 2 Teelöffel Blüten mit heißem Wasser und lass den Tee 10 Minuten ziehen.

7. Thymiantee

thymian tee
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Thymiantee schmeckt aromatisch, würzig und leicht herb. Übergieße 1 Teelöffel Kraut mit 150 ml heißem Wasser und lass den Tee 10 Minuten ziehen. Gedacht für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Magenbeschwerden sind als Nebenwirkung möglich. Er enthält unter anderem Thymol und ätherische Öle.

8. Ingwertee

Ingwertee schmeckt scharf, frisch und wärmend. Bei stark gereiztem Hals kann er durch seine Schärfe brennen. Gib dann weniger Ingwer in die Tasse.

Was du außer Tee tun kannst

Neben dem Tee gibt es einfache Alltagsdinge, die viele Menschen als angenehm empfinden. Keine davon ersetzt eine ärztliche Abklärung, wenn Warnzeichen auftreten.

  • Trinke über den Tag verteilt genug, am besten lauwarm oder zimmerwarm. Warmer Tee wird von vielen als angenehm empfunden.
  • Gurgeln mit Salzwasser empfinden viele als wohltuend.
  • Ein warmer oder kühler Halswickel kann angenehm sein, je nachdem, was dir besser gefällt.
  • Schone deine Stimme, vermeide Rauch und sehr trockene Heizungsluft.
  • Gib Säuglingen unter einem Jahr keinen Honig.

Bei Kindern sollten Eltern Tee zusätzlich nicht als Ersatz für eine ärztliche Untersuchung betrachten. Frage bei Fieber, Schluckbeschwerden oder auffälliger Müdigkeit früh in der Kinderarztpraxis nach.

Arnika, Cistus und Süßholz: Was du beachten solltest

Arnikatee solltest du nicht trinken. Die EMA bewertet Arnikablüten nur für die äußerliche Anwendung, eine innere Anwendung ist nicht vorgesehen. Bei Einnahme sind Magen-Darm- und Kreislaufbeschwerden beschrieben. Auch bei Cistustee und Süßholzwurzel-Tee sind wir zurückhaltend: Uns fehlen belastbare Quellen, und Süßholz kann bei häufigem Verzehr den Blutdruck beeinflussen.

Fazit

Tee ist bei Halsschmerzen kein Ersatz für ärztlichen Rat. Lauwarme Kräutertees mit Schleimstoffen, Salbei oder Kamille können ein angenehmes Ritual sein und das Trinken erleichtern. Bei Warnzeichen oder Beschwerden, die länger als eine Woche anhalten, gehört die Ursache ärztlich abgeklärt. Mehr zu verwandten Themen: Tee und Erkältung und Tee und Angina.

Häufige Fragen

Gibt es einen besten Tee bei Halsschmerzen?

Nein. Salbei, Kamille und Eibisch gehören zu den bekannten Sorten. Entscheidend ist, dass du ihn lauwarm und in Ruhe trinkst und dir der Geschmack gefällt.

Soll ich Tee warm oder kalt trinken?

Lauwarm. Sehr heiße Getränke können die Schleimhaut reizen. Manche empfinden kühle Getränke als angenehmer, das darfst du nach Gefühl entscheiden.

Kann ich mit Tee gurgeln?

Manche nutzen abgekühlten Salbei- oder Kamillentee zum Gurgeln. Das ist eine Frage der Vorliebe. Viele empfinden auch Gurgeln mit Salzwasser als angenehm.

Wie lange dauern Halsschmerzen bei Erkältung?

Eine Erkältung klingt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Wenn die Halsschmerzen länger als eine Woche bleiben oder stärker werden, lass sie ärztlich abklären.

Quellen

Titelbildquelle: Photo by Maria Tyutina from Pexels