Tee und Heuschnupfen: Ein ehrlicher Überblick

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Tee ist kein Mittel bei Heuschnupfen oder anderen Allergien. Er kann ein warmes Begleitritual sein, zum Beispiel eine Tasse Kräutertee in einer ruhigen Minute. Das Allergen bleibt, und bei Beschwerden gehört die Abklärung und Behandlung in die Arztpraxis.
Manche Teesorten sind bei Pollenallergie sogar ungünstig, etwa Kamille oder Fenchel bei Kreuzreaktionen. Hier siehst du, welche Sorten wie schmecken und worauf du achten solltest.
Was ist Heuschnupfen?
Heuschnupfen, medizinisch saisonale allergische Rhinitis oder Pollenallergie, ist eine Überempfindlichkeit des Körpers gegen Eiweiße in Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern. Der Körper stuft diese eigentlich harmlosen Stoffe als Gefahr ein und löst eine allergische Reaktion aus. In Deutschland ist laut Robert Koch-Institut rund jeder Siebte Erwachsene (etwa 15 Prozent) im Lauf des Lebens betroffen.
Die Beschwerden treten nur in der Blütezeit der jeweiligen Pflanzen auf. Typisch sind Niesattacken, eine laufende oder verstopfte Nase sowie juckende, gerötete und tränende Augen. In schweren Fällen kann sich ein allergisches Asthma mit Husten und Atemnot entwickeln. Dann gehörst du in ärztliche Behandlung.
Welche Allergien gibt es?
Neben Pollen können viele andere Stoffe eine Allergie auslösen. Die Beschwerden ähneln sich oft, zum Beispiel laufende Nase und tränende Augen. Häufige Auslöser sind:
- Hausstaubmilben
- Tierhaare
- Lebensmittel
- Insektengifte
- Schimmelsporen
Wie stark die Symptome sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Welcher Auslöser dahintersteckt, klärt eine Allergietestung in der Arztpraxis, etwa mit Hauttest oder Bluttest. Über das weitere Vorgehen entscheidest du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
11 Teesorten im Überblick
Die folgenden Tees unterscheiden sich in Geschmack, Aroma und Zubereitung. Keiner ist ein Mittel bei Allergien. Probiere neue Kräuter bei bekannter Allergie zuerst in kleiner Menge aus.

1. Augentrostkraut Tee
Augentrost ist ein kleines Kraut mit weißen Blüten. Der Tee schmeckt mild und leicht herb. Für den Tee wird 1 Esslöffel Kraut mit 500 ml kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Wichtig: Verwende den Tee nicht als Augenspülung. Selbst gekochte Aufgüsse am Auge sind nicht steril und können die Augen zusätzlich reizen.
2. Brennnesseltee
Brennnesseltee schmeckt mild, grün und leicht würzig.
Zubereitung: 2 Teelöffel Blätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Mehr im Beitrag zum Brennnesseltee.
3. Dill Tee
Dill Tee wird aus den Samen zubereitet. Dill ist vor allem als Küchenkraut bekannt und schmeckt mild-würzig mit leichter Anisnote. Vorsicht bei Kindern: Heißer Dampf kann Verbrühungen verursachen.
4. Fencheltee
Fenchel kann bei Pollenallergikern Kreuzreaktionen auslösen, besonders bei einer Allergie gegen Beifuß oder bei Sellerie-Allergie. Dann kann es zu Juckreiz im Mund kommen. Falls du betroffen bist, trinke Fencheltee besser nicht oder probiere ihn nur vorsichtig.
Der Tee schmeckt süßlich mit Anisnote und ist ab 4 Jahren üblich. Mehr im Beitrag zum Fencheltee.
5. Grüner Tee
Grüner Tee enthält Polyphenole und Catechine und schmeckt frisch und grasig.
Zubereitung: 1 Teelöffel Blätter mit 250 ml Wasser von 70 bis 80 °C übergießen und 2 bis 3 Minuten ziehen lassen. Er enthält Koffein.
6. Ingwertee
Ingwertee schmeckt scharf und wärmend. Für einen warmen Tee übergießt du 1 Teelöffel frisch geriebenen Ingwer mit 250 ml heißem Wasser und lässt ihn 5 bis 10 Minuten ziehen. Laut EMA nicht für unter 18-Jährige empfohlen; in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlicher Rücksprache. Mehr im Beitrag zum Ingwertee.
7. Kamillentee
Kamille gehört zu den Korbblütlern und kann bei Pollenallergie, besonders bei Allergie gegen Beifuß, Kreuzreaktionen auslösen. Die EMA nennt eine Allergie gegen Korbblütler als Gegenanzeige. Trinke Kamillentee als Pollenallergiker deshalb nur mit Vorsicht und nutze ihn nicht für Inhalationen oder Augenspülungen. Der Tee schmeckt mild, blumig und leicht süßlich. Mehr im Beitrag zum Kamillentee.
8. Kurkuma Tee
Kurkuma-Tee schmeckt erdig, warm und leicht pfeffrig. Übergieße ½ Teelöffel Pulver mit 150 ml heißem Wasser und lass ihn 10 Minuten ziehen. Mehr im Beitrag zum Kurkuma Tee.
9. Pestwurz Tee
Auf Pestwurz-Tee solltest du verzichten. Pestwurz enthält Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen können und in Tierversuchen krebserregend waren. Präparate aus Pestwurz aus der Apotheke sind spezielle, weitgehend PA-freie Extrakte und nicht mit selbst zubereitetem Tee vergleichbar. Auch die Verbraucherzentrale nennt Pestwurz als Pflanze mit solchen Alkaloiden.
10. Pfefferminztee
Pfefferminztee schmeckt frisch und kühl, der Menthol-Duft kann die Nase subjektiv freier wirken lassen. Übergieße dazu 1 Teelöffel Blätter mit 250 ml heißem Wasser und lass ihn 10 Minuten ziehen. Für Säuglinge und Kleinkinder ist Menthol im Gesicht ungeeignet.
11. Zinnkrauttee
Zinnkraut (Ackerschachtelhalm) schmeckt herb und grasig. Achte auf eine eindeutige Artbezeichnung (Equisetum arvense), denn der Sumpfschachtelhalm ist giftig. Bei Hautproblemen wie Neurodermitis gehörst du in hautärztliche Behandlung.
Die Tees im Überblick
| Tee | Geschmack | Koffein | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Augentrost | mild, leicht herb | nein | Nicht als Augenspülung verwenden |
| Brennnessel | mild, grün, würzig | nein | Mehr im Beitrag Brennnesseltee |
| Dill | mild-würzig, leichte Anisnote | nein | Bei Kindern auf heißen Dampf achten |
| Fenchel | süßlich mit Anisnote | nein | Kreuzreaktionen möglich |
| Grüner Tee | frisch, grasig | ja | Wasser 70 bis 80 °C |
| Ingwer | scharf, wärmend | nein | Nicht unter 18; in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlicher Rücksprache |
| Kamille | mild, blumig, leicht süßlich | nein | Gegenanzeige bei Korbblütler-Allergie |
| Kurkuma | erdig, warm, leicht pfeffrig | nein | Pulver setzt sich in der Tasse ab |
| Pestwurz | – | nein | Nicht als Tee zubereiten |
| Pfefferminze | frisch, kühl | nein | Menthol nicht im Gesicht von Säuglingen |
| Zinnkraut | herb, grasig | nein | Auf eindeutige Artbezeichnung achten |
Worauf du bei Allergien beim Einkauf achtest
Bei einer bekannten Allergie ist die Zutatenliste dein wichtigstes Werkzeug. Viele Kräutertees bestehen aus mehreren Pflanzen, und was nach „milder Mischung“ klingt, kann Kamille, Fenchel oder Anis enthalten. Praktisch ist es, sich die Familien der Pflanzen zu merken. Zu den Korbblütlern gehören etwa Kamille, Löwenzahn und Klette. Zu den Doldenblütlern zählen unter anderem Fenchel, Anis, Kümmel, Dill und Petersilie. Das ist ein Hinweis zur Orientierung, kein Ersatz für die Abklärung in der Praxis. Welche Pflanzen du meiden solltest, besprichst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, nachdem ein Allergietest gemacht wurde.
- Deklaration: Pflanzenname, Pflanzenteil und Hersteller sollten auf der Packung stehen.
- Lose Ware: Frage beim Händler nach der genauen Zusammensetzung und nach Mischungen im selben Sack, falls du empfindlich reagierst.
- Bio und Herkunft: Bio-Qualität ist eine Option. Seriöse Hersteller geben Herkunft und Prüfungen auf Rückstände an.
- Neue Sorten: Probiere neue Kräuter zuerst in kleiner Menge aus.
Zubereitung in Varianten
Kräutertees kannst du heiß aufgießen oder kalt ansetzen. Für einen Kaltauszug gibst du 2 Teelöffel Kräuter auf einen halben Liter Wasser, stellst die Kanne einige Stunden in den Kühlschrank und seihst ab. Mit Zitronenscheiben und Minze wird daraus ein Eistee für warme Tage. Trinke kalt angesetzten Tee am selben Tag. Ein Sieb, eine Kanne mit Deckel und ein Thermometer für den Grüntee genügen als Zubehör.
Für Ingwer und Kurkuma lohnt sich frische Ware. Reibe ein Stück Ingwer in die Tasse, übergieße es mit heißem Wasser und lass es zugedeckt ziehen. Bei Kurkumapulver setzt sich ein Rest am Tassenboden ab. Rühre vor dem letzten Schluck nicht noch einmal um, wenn dich das stört.
Lagerung und Haltbarkeit
Lagere getrocknete Kräuter luftdicht, trocken und dunkel. Das gilt besonders in der Pollenzeit: Lass die Dose nicht offen auf dem Fensterbrett stehen, damit weder Feuchtigkeit noch Staub hineinkommt. Der Duft eines Tees verrät dir viel. Riecht er muffig oder nach nichts mehr, ist er über den Höhepunkt hinaus. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung gibt dir eine Orientierung.
Eine Teepause im Alltag
Gerade in Wochen, in denen vieles nervt, kann eine feste Teepause ein Anker sein: Wasser aufsetzen, Tasse wählen, in Ruhe trinken. Das ist ein Ritual, keine Behandlung. Anregungen findest du in den Beiträgen zur Teepause, zum Tee-Ritual und zum Thema zur Ruhe kommen. Einen Überblick über Sorten findest du unter Teesorten im Überblick.
Fazit
Tee ist ein warmes Getränk und ein kleines Ritual. Manche Kräuter sind für Pollenallergiker sogar ungünstig. Mit den Beschwerden zur Allergietestung zu gehen, lohnt sich. Such ärztlichen Rat, wenn Husten, Atemnot oder Asthma auftreten, wenn du schwanger bist, stillst oder Kinder betroffen sind.
Häufige Fragen
Welcher Tee passt zu Heuschnupfen-Zeit?
Das ist Geschmackssache. Warme Tees wie Ingwer oder Pfefferminze trinken viele gern. Bei Pollenallergie solltest du Kamille und Fenchel mit Vorsicht probieren.
Ist Kamillentee bei Pollenallergie unproblematisch?
Nicht immer. Kamille gehört zu den Korbblütlern, und bei Pollenallergie, vor allem gegen Beifuß, sind Kreuzreaktionen möglich. Die EMA nennt eine Korbblütler-Allergie als Gegenanzeige.
Was kann ich im Alltag tun?
Viele Betroffene waschen die Haare vor dem Schlafen und ziehen Kleidung nicht im Schlafzimmer aus, um weniger Pollen mit ins Bett zu nehmen. Alles Weitere besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Enthält Tee Koffein?
Grüner Tee enthält Koffein. Alle anderen Tees in diesem Beitrag sind Kräutertees ohne Koffein.
Kann ich Kräutertee kalt trinken?
Ja. Setze die Kräuter mit kaltem Wasser an, lass sie einige Stunden im Kühlschrank ziehen und trinke den Tee am selben Tag.
Sollte ich bei Allergie auf die Zutatenliste achten?
Ja. Viele Mischungen enthalten mehrere Pflanzen. Bei bekannter Allergie liest du die Zutaten und fragst bei Unsicherheit in der Arztpraxis oder Apotheke nach.