Kräuter-Porträts

Tee und Durchfall: Das solltest du wissen

Von Denis Treter · Veröffentlicht am 24.10.2020 · Aktualisiert am 08.10.2026 · 6 Min. Lesezeit
Tasse mit getrockneten Kräutern von oben
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit sprich bitte vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Inhalt dieses Beitrags
  1. Wie entsteht Durchfall (Diarrhö)?
  2. Was du bei Durchfall zuerst tun solltest
  3. Tee und Durchfall: 11 Sorten im Überblick
  4. Fazit
  5. Häufige Fragen
  6. Quellen

Bei Durchfall ist das Wichtigste, genug zu trinken und Salze zu ersetzen. Tee ist ein Getränk unter mehreren und kann Teil davon sein, er ist aber keine Behandlung. Ungesüßte Tees wie Kamille, Schwarztee oder Heidelbeere werden gern getrunken, weil sie warm und mild sind.

Akuter Durchfall klingt meist nach einigen Tagen bis zu einer Woche ab. Wenn er länger als 48 Stunden anhält, du hohes Fieber oder Blut im Stuhl hast oder dir schwindelig wird, such ärztlichen Rat. Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung.

Wie entsteht Durchfall (Diarrhö)?

Man spricht von Durchfall (Diarrhö), wenn der Stuhl sehr dünn ist und häufiger als sonst auftritt. Kommt Erbrechen hinzu, spricht man oft von einer Magen-Darm-Grippe.

Das Problem beim Durchfall: Der Körper verliert viel Flüssigkeit und Salze. Das kann zur Austrocknung (Dehydration) führen, bei Säuglingen und Kleinkindern sogar schnell gefährlich werden.

Ursachen sind häufig Infektionen mit Viren oder Bakterien, die den Darm reizen. Auch Lebensmittel, Unverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz, Medikamente oder Stress können Durchfall auslösen. Akuter Durchfall dauert meist bis zu zwei Wochen, von chronischem Durchfall spricht man bei mehr als vier Wochen. Bei langem Verlauf klärt eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache ab.

Was du bei Durchfall zuerst tun solltest

  • Trinke reichlich: Wasser, ungesüßten Tee oder Brühe.
  • Ersetze Salze, etwa mit einer Elektrolytlösung aus der Apotheke oder gezuckertem Tee mit Salzgebäck. Gesundheitsinformation.de nennt als Hausrezept Zucker, Salz und Orangensaft in abgekochtem Wasser.
  • Iss leichte Kost, sobald du Appetit hast, zum Beispiel Reis oder Banane.
  • Gib Kindern und Säuglingen Medikamente nur in Absprache mit der Kinderarztpraxis.

Wann zum Arzt?

  • Durchfall länger als 48 Stunden oder hohes Fieber,
  • Blut im Stuhl, starke Bauchschmerzen,
  • Zeichen von Flüssigkeitsmangel wie Schwindel, schneller Herzschlag, trockene Lippen oder kaum Urin,
  • bei Säuglingen und Kleinkindern immer früh, besonders wenn sie nicht trinken, erbrechen oder Fieber haben.

Tee und Durchfall: 11 Sorten im Überblick

Die folgenden Tees sind milde Getränke, die viele bei Magen-Darm-Beschwerden gern lauwarm trinken. Mit Beschwerden verknüpft sind sie hier nicht: Wir beschreiben Geschmack und Zubereitung. Trinke sie lauwarm, in kleinen Schlucken, über den Tag verteilt, und ungesüßt, sofern du nicht gezielt Zucker und Salz zuführst.

1. Anis Tee

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Anis wird seit langer Zeit als Gewürz genutzt und war 2014 Arzneipflanze des Jahres. Der Tee wird aus den Früchten zubereitet, die vor allem ätherisches Öl mit Anethol enthalten. Anis Tee schmeckt süßlich nach Lakritz. Mehr zum Thema findest du im Beitrag Tee und Magen-Darm oder bei Tee und Völlegefühl. Übergieße die zerstoßenen Früchte mit kochendem Wasser und lass den Tee abgedeckt etwa zehn Minuten ziehen. Trinke ihn nicht dauerhaft in großen Mengen und gib ihn kleinen Kindern nicht ohne Rücksprache mit der Kinderarztpraxis.

2. Brombeerblätter Tee

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Bild von Willfried Wende auf Pixabay

Der Brombeerblättertee wird aus den Blättern der Brombeere zubereitet. Sie enthalten Gerbstoffe und Flavonoide. Der Tee schmeckt mild, leicht herb und etwas nach Heu. Mehr zum Thema im Beitrag Tee und Entzündungen. Übergieße einen Teelöffel mit 200 ml kochendem Wasser und lass ihn etwa zehn Minuten ziehen.

3. Fencheltee

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Fencheltee schmeckt süßlich-würzig nach Anis. Wichtig: Die Verbraucherzentrale rät Schwangeren und Stillenden, auf Fencheltee zu verzichten, weil er Estragol enthält. Kleinen Kindern unter vier Jahren sollte man laut EMA keinen Fencheltee geben. Wenn du ihn trinkst, lass ihn höchstens 5 bis 8 Minuten ziehen, am besten aus ganzen Samen, und wechsle die Teesorten ab.

4. Frauenmanteltee

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Der Frauenmanteltee wird aus den Blättern des Frauenmantels bereitet. Er enthält Gerbstoffe und schmeckt herb-grün und leicht bitter. Übergieße einen Teelöffel mit 150 ml kochendem Wasser und lass ihn etwa zehn Minuten ziehen.

5. Heidelbeertee

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Für Tee werden getrocknete Heidelbeeren (die Früchte, nicht die Blätter) verwendet. Er schmeckt fruchtig-herb und enthält Gerbstoffe. Die Beeren sind für Erwachsene und Kinder über 12 Jahren gedacht. Bei Beschwerden, die nach drei Tagen nicht besser werden, geh zum Arzt. Übergieße die Beeren mit etwa 150 ml kochendem Wasser, lass sie etwa zehn Minuten ziehen und halte dich an die Packungsangabe.

6. Himbeerblättertee

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Himbeerblätter enthalten Gerbstoffe. Himbeerblättertee schmeckt mild, leicht herb und ähnelt Schwarztee ohne Koffein. Übergieße die Blätter mit 250 ml heißem Wasser und lass sie einige Minuten ziehen. In der Schwangerschaft solltest du vorher Rücksprache halten.

7. Kümmeltee

kuemmeltee
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Kümmel ist ein klassisches Würzkraut, zum Beispiel zu Kohl und Brot. Der Tee schmeckt würzig und kräftig. Auch bei Tee und Sodbrennen wird er genannt. Zerstoße die Früchte leicht, übergieße sie mit 150 ml heißem Wasser und lass den Tee abgedeckt etwa zehn Minuten ziehen.

8. Kamillentee

kamillentee
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Kamillentee wird aus den Blüten zubereitet und schmeckt mild und blumig. Übergieße die Blüten mit heißem Wasser und lass sie etwa fünf bis zehn Minuten abgedeckt ziehen. Menschen mit Allergie gegen Korbblütler sollten ihn meiden.

9. Pfefferminztee

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Pfefferminztee schmeckt frisch und kühl durch das enthaltene Menthol. Du übergießt einen Teelöffel mit 200 ml heißem Wasser und lässt ihn fünf bis zehn Minuten ziehen. Bei Sodbrennen kann Pfefferminze die Beschwerden verstärken. Für Säuglinge und Kleinkinder ist er nicht geeignet.

10. Salbeitee

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Salbeitee enthält ätherische Öle, Gerbstoffe und Bitterstoffe und schmeckt kräftig-würzig und herb. Brühe die Blätter mit 150 ml heißem Wasser (nicht sprudelnd kochend) auf und lass sie abgedeckt drei bis fünf Minuten ziehen. In Schwangerschaft und Stillzeit solltest du Salbeitee nicht regelmäßig trinken.

11. Schwarzer Tee

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Bild von Skitterphoto von Pexels

Schwarzer Tee enthält Gerbstoffe und schmeckt kräftig und malzig. Lass ihn zehn Minuten ziehen und süße ihn möglichst nicht. Zuckerhaltiger Tee mit etwas Salz kann dagegen laut Gesundheitsinformation.de bei Durchfall Flüssigkeit und Salze ersetzen. Beachte, dass er Koffein enthält, das bei empfindlichem Magen reizen kann.

Fazit

Bei Durchfall ist ausreichend Flüssigkeit und Salz wichtiger als die Wahl der Teesorte. Tees können als Getränk angenehm sein, mehr nicht. Bei Warnzeichen, bei Kindern und bei anhaltenden Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Häufige Fragen

Welcher Tee passt bei Magen-Darm-Beschwerden?

Beliebt sind ungesüßte, lauwarme Tees wie Kamille oder Schwarztee. Wichtiger als die Sorte ist, dass du genug trinkst. Eine Sorte, die Beschwerden behebt, gibt es nicht.

Kann ich schwarzen Tee trinken?

Ja, wenn du ihn verträgst. Er enthält Koffein, das bei empfindlichem Magen reizen kann. Gezuckerter Schwarztee mit Salzgebäck kann laut Gesundheitsinformation.de Flüssigkeit und Salze ersetzen.

Wie lange darf Durchfall dauern, bevor ich zum Arzt gehe?

Wenn er länger als 48 Stunden anhält, du hohes Fieber oder Blut im Stuhl hast oder Anzeichen von Flüssigkeitsmangel zeigst. Bei Babys und Kleinkindern früher.

Welchen Tee bekommen Kinder bei Durchfall?

Kinder brauchen vor allem ausreichend Flüssigkeit, etwa Wasser oder ungesüßten Tee. Sprich Tee, Elektrolytlösung und Medikamente mit der Kinderarztpraxis ab. Fenchel und Anis sind für kleine Kinder nicht empfehlenswert.

Quellen

Titelbildquelle: Foto von fotografierende von Pexels