Tee und Muttermilch: Das solltest du wissen

Inhalt dieses Beitrags
- Was Tee in der Stillzeit sein kann
- Fragen zur Milchmenge gehören zur Hebamme
- Zwei Kräutertees, die in der Stillzeit Rücksprache brauchen
- Bei diesen Sorten ist Vorsicht angesagt
- Getränke im Stillalltag
- Heiß und Baby: sicher trinken
- Koffein in der Stillzeit
- Auswahl im Laden: Zutatenlisten lesen
- Frische, Lagerung und Hygiene
- Kleine Rituale im Alltag mit Baby
- Fragen, die du der Hebamme stellen kannst
- Fazit
- Häufige Fragen
- Quellen
Tee ist ein Getränk, ein Ritual und eine kleine Pause im Alltag mit Baby. Er ersetzt keine Stillberatung. Wenn du Fragen zu deiner Milchmenge, zum Stillen oder zu Beschwerden an der Brust hast, sprich mit deiner Hebamme, einer Still- und Laktationsberaterin oder deiner Ärztin.
Dieser Beitrag gibt dir einen ehrlichen Überblick über Tee in der Stillzeit. Er enthält keine Empfehlung, mit Tee Einfluss auf das Stillen zu nehmen.
Was Tee in der Stillzeit sein kann
Viele Stillende trinken gern etwas Warmes, wenn das Baby an der Brust ist. Eine Tasse Tee kann eine feste Pause am Tag sein, in der du kurz durchatmest. Mehr muss er nicht leisten. Wichtig ist, dass du insgesamt ausreichend trinkst, am liebsten Wasser, ungesüßte Tees und verdünnte Schorlen.
Fragen zur Milchmenge gehören zur Hebamme
Ob du das Gefühl hast, zu viel oder zu wenig Milch zu haben: Die Einschätzung gehört in fachkundige Hände. Eine Stillberaterin schaut sich Trinkverhalten, Stillposition und Gewicht deines Babys an. Das kann Tee nicht ersetzen. Melde dich bei deiner Hebamme, Stillberaterin oder Ärztin, wenn
- deine Brust hart, gerötet oder schmerzhaft ist oder du Fieber bekommst,
- dein Baby sich beim Trinken oft verschluckt, hustet oder die Brust schreiend loslässt,
- dein Baby nicht gut zunimmt oder weniger nasse Windeln hat als sonst.
Zwei Kräutertees, die in der Stillzeit Rücksprache brauchen
Zwei bekannte Kräutertees solltest du in der Stillzeit nicht nebenbei und in größeren Mengen trinken. Besprich sie vorher mit deiner Hebamme.

Salbeitee
Salbeitee schmeckt kräftig, herb und würzig. Für eine Tasse werden meist 1 Teelöffel getrocknete Salbeiblätter mit 150 ml heißem Wasser übergossen und 5 bis 10 Minuten zugedeckt gezogen. Salbei ist ein intensives Kraut. In der Stillzeit gilt: nicht über längere Zeit und nicht in größeren Mengen trinken, und vorher mit Hebamme oder Ärztin sprechen.
Pfefferminztee
Pfefferminztee ist frisch, mentholig und sehr beliebt. Üblich sind 1 Teelöffel Blätter auf 150 ml heißes Wasser bei 5 bis 10 Minuten Ziehzeit. Auch hier lohnt sich in der Stillzeit ein Blick auf die Menge: Frag deine Hebamme, was für dich passt.
Bei diesen Sorten ist Vorsicht angesagt
Viele Tees für die Stillzeit enthalten Kräuter wie Bockshornklee, Löwenzahn, Brennnessel oder Mariendistel. Prüfe bei Mischungen die Zutatenliste und frag im Zweifel bei deiner Hebamme nach, ob die Mischung für dich passt.
Bei Fencheltee und Anistee gibt es einen weiteren Grund zur Vorsicht: Beide enthalten Estragol. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Schwangeren und Stillenden, fenchelhaltige Produkte möglichst zu meiden, weil Estragol über die Muttermilch weitergegeben werden könnte. Mehr zur Auswahl in der Stillzeit findest du im Beitrag Welchen Tee während der Stillzeit trinken?.
Getränke im Stillalltag
Im Alltag mit Baby bleibt oft wenig Zeit für dich. Viele stellen sich deshalb vor dem Stillen ein Glas Wasser oder eine Thermoskanne mit Tee in Reichweite. So musst du nicht aufstehen, wenn das Baby gerade angedockt hat. Eine Trinkflasche an den Stillplätzen im Haus kann praktisch sein. Welche Menge für dich passt, besprichst du mit Hebamme oder Ärztin.
Heiß und Baby: sicher trinken
Ein Baby auf dem Arm und ein heißes Getränk sind keine gute Kombination. Verschüttete Getränke können schwere Verbrühungen verursachen. Achte deshalb auf diese Punkte:
- Trinke Tee nur so heiß, dass du ihn in kleinen Schlucken genießen kannst, und stelle die Tasse außer Reichweite des Babys.
- Ein Becher mit Deckel oder eine Thermotasse verringert die Gefahr, dass etwas überschwappt.
- Vermeide es, Heißes über dem Baby zu halten oder zu tragen.
- Stelle die Kanne nicht auf Tischdecken, an denen ein kleines Kind ziehen kann.
Koffein in der Stillzeit
Echter Tee wie Schwarz-, Grün- oder Weißtee enthält Koffein, ebenso Matcha, Mate und Guayusa. Koffein kann in kleinen Mengen in die Muttermilch übergehen. Für Stillende nennt das BfR eine Obergrenze von 200 mg Koffein pro Tag. Dazu zählen alle Quellen zusammen, also Kaffee, Tee, Cola und Energydrinks. Wie viel Koffein eine Tasse Tee enthält, hängt von Sorte, Menge und Ziehzeit ab. Lange Ziehzeiten bedeuten meist mehr Koffein in der Tasse. Wenn du unsicher bist oder dein Baby unruhig erscheint, sprich mit deiner Hebamme.
Kräutertees wie Rooibos, Früchtetees oder Kamille sind in der Regel koffeinfrei. Ob eine bestimmte Pflanze für dich geeignet ist, klärst du vorher mit der Hebamme.
Auswahl im Laden: Zutatenlisten lesen
Auf Packungen stehen Namen, die ansprechend klingen. Die Zutatenliste verrät mehr als der Name. Teemischungen für die Stillzeit enthalten oft mehrere Kräuter gleichzeitig. Das erschwert die Einschätzung, welche Pflanze du in welcher Menge aufnimmst.
- Zutaten prüfen: Schau dir jede Pflanze an und frag bei unbekannten Kräutern nach.
- Einzeltees: Sie sind übersichtlicher als Mischungen. Du weißt genau, was in der Tasse ist.
- Bio und Herkunft: Bio-Qualität vermeidet Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Herkunft und Charge sollten auf der Packung stehen.
- Verunreinigungen: Kräutertees können mit unerwünschten Pflanzenstoffen aus Beikräutern belastet sein, etwa Pyrrolizidinalkaloiden. Seriöse Anbieter prüfen ihre Ware darauf. Abwechslung bei den Sorten ist sinnvoll.
- Eigene Mischungen: Wenn du selbst mischst, verwende nur Kräuter, die du sicher kennst, und halte vorher Rücksprache mit der Hebamme.
Frische, Lagerung und Hygiene
Gerade mit Baby im Haus lohnt sich ein Blick auf einfache Hygieneregeln. Brühe Tee frisch auf und lass ihn nicht stundenlang bei Zimmertemperatur stehen. Eine Thermoskanne und der Teefilter sollten nach jedem Gebrauch ausgespült und trocken gelagert werden. Aufbewahrte Teeaufgüsse gehören in den Kühlschrank und werden am selben oder nächsten Tag getrunken.
Trockenen Tee bewahrst du luftdicht, kühl, trocken und dunkel auf. Alte, muffig riechende oder feucht gewordene Ware wirfst du weg.
Kleine Rituale im Alltag mit Baby
Auch wenn der Tag voll ist, kann ein fester Moment für dich entstehen. Manche trinken ihre Tasse nach dem ersten Stillen am Morgen, andere am Nachmittag, wenn das Baby schläft. Wichtig ist nicht die Sorte, sondern dass du dir diesen Augenblick gönnst. Anregungen findest du in den Beiträgen Teepause, Tee-Ritual und Abendtee. Wenn du abends nicht zur Ruhe kommst, kann auch Zur Ruhe kommen Anstöße liefern. Falls du mit deinem Partner oder einer vertrauten Person trinkst, kann die Tasse sogar ein Moment zu zweit sein.
Fragen, die du der Hebamme stellen kannst
- Welche Kräutertees passen zu meiner Situation, und in welcher Menge?
- Gibt es Pflanzen, die ich meiden sollte?
- Wie schätzen wir gemeinsam ein, ob mein Baby gut trinkt und zunimmt?
- Wie viel Koffein ist für mich in Ordnung?
- Wo finde ich eine Stillberatung in meiner Nähe?
Weitere Hinweise zur Auswahl findest du im Beitrag Welchen Tee während der Stillzeit trinken?.
Fazit
Tee darf in der Stillzeit ein kleines Ritual sein, nicht mehr und nicht weniger. Alles rund um Milchmenge und Stillen klärst du mit deiner Hebamme oder Stillberaterin. Bei Kräutertees gilt: lieber wenig, lieber mit Rücksprache.
Häufige Fragen
Darf ich in der Stillzeit Tee trinken?
Ja, viele Tees sind in üblichen Mengen unproblematisch. Bei Kräutertees und Mischungen frag vorher deine Hebamme oder Ärztin.
Wer beantwortet meine Fragen zur Milchmenge?
Deine Hebamme, eine Still- und Laktationsberaterin oder deine Ärztin. Tee ist dafür kein Ersatz.
Darf ich in der Stillzeit Fencheltee trinken?
Die Verbraucherzentrale rät Stillenden, fenchelhaltige Produkte möglichst zu meiden, da Estragol enthalten ist. Besprich Alternativen mit deiner Hebamme.