Tee-Wissen

Löwenzahntee: Zubereitung, Geschmack & Hinweise

Von Denis Treter · Veröffentlicht am 31.05.2020 · Aktualisiert am 08.10.2026 · 5 Min. Lesezeit
Gelb blühender Löwenzahn im Gras
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit sprich bitte vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Inhalt dieses Beitrags
  1. Was ist Löwenzahntee?
  2. Löwenzahntee Zubereitung
  3. Löwenzahntee: Geschmack, Inhaltsstoffe und Ritual
  4. Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
  5. Weitere Fakten
  6. Häufige Fragen
  7. Fazit
  8. Quellen

Löwenzahntee wird aus Wurzel, Kraut oder Blättern des Gewöhnlichen Löwenzahns (Taraxacum officinale) zubereitet und schmeckt würzig-herb bis leicht bitter. Er ist koffeinfrei und lässt sich aus dem Garten oder aus Lebensmittelqualität zubereiten.

Für eine Tasse Wurzeltee kochst du 1 bis 5 g zerkleinerte Wurzel in 150 ml Wasser etwa 10 Minuten. Bei Gallenwegserkrankungen, Gallensteinen oder einer Allergie gegen Korbblütler solltest du ihn nicht trinken.

ZubereitungZiehzeitPflanzenteileGeschmack
1 gehäufter Teelöffel getrockneter Löwenzahn (Kraut/Blätter) oder 1-5 g Wurzel auf 150 mlBlätter: bis 10 Minuten ziehen, Wurzel: ca. 10 Minuten köchelnWurzel, Blätter, Blütenwürzig-herb

Was ist Löwenzahntee?

Der Löwenzahn gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Er hat dottergelbe Blüten, die später zur Pusteblume werden, und gezackte Blätter. Zu Unrecht gilt er vielen als Unkraut.

Löwenzahn begleitet die Menschen seit Jahrhunderten in Küche und Kräutergarten und taucht in Kräuterbüchern ab dem 16. Jahrhundert auf. Junge Blätter landen im Salat, aus Blüten wird Sirup, geröstete Wurzeln dienen als Kaffee-Ersatz.

Sammeln: Wurzeln gräbst du im Frühjahr oder Herbst aus, Blüten erntest du im Frühling, Blätter von Frühjahr bis Sommer. Sammle nicht an stark befahrenen Straßen, in der Innenstadt oder auf gespritzten Flächen, denn dort kann der Löwenzahn mit Schadstoffen belastet sein. Sicherer ist ein eigener, unbehandelter Garten oder Tee in Lebensmittelqualität.

Löwenzahntee: Inhaltsstoffe und Geschmack

Löwenzahn enthält Bitterstoffe, Inulin (vor allem in der Wurzel), Flavonoide, Triterpene und Mineralstoffe wie Kalium. Die Bitterstoffe prägen den herben Geschmack. Werbeaussagen wie „blutreinigend" oder „Vitalitäts-Booster" lassen wir bewusst weg. Bei Beschwerden, die über ein paar Tage hinausgehen, lass dich ärztlich beraten.

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Löwenzahntee Zubereitung

Je nachdem, welchen Pflanzenteil du nimmst, ändern sich Geschmack und Zubereitung. Der Tee schmeckt umso bitterer, je länger er zieht.

  • Wurzel (Abkochung): 1 bis 5 g zerkleinerte Wurzel (bis etwa 1 Esslöffel) mit 150 ml kaltem Wasser aufsetzen, etwa 10 Minuten leicht köcheln lassen, abseihen. Als Orientierung gelten 2 bis 3 Tassen täglich. Beginne eher mit einer.
  • Blätter und Kraut: 1 gehäufter Teelöffel auf eine Tasse (150 bis 250 ml) mit kochendem Wasser übergießen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, abseihen.
  • Blüten: 2 bis 3 Blüten auf eine Tasse, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Das ist eine reine Genussvariante.

Für die kalte Jahreszeit kannst du Wurzeln und Blätter im Sommer trocknen. Bewahre sie luftdicht, dunkel und trocken auf.

Löwenzahn Sud zubereiten

Für einen kräftigen Sud kannst du die zerkleinerte Wurzel über Nacht in kaltem Wasser einweichen, am nächsten Tag samt Einweichwasser aufkochen und bis zu 10 Minuten leicht köcheln lassen. Dann abseihen. Bei zu intensivem Geschmack passen etwas Honig oder Zitrone.

Löwenzahntee aus Wurzeln

Wurzeln zerkleinern oder zu Pulver mahlen und vor Sonne geschützt aufbewahren. Nimm 1 Teelöffel bis 1 Esslöffel (entspricht grob 1 bis 5 g) auf eine Tasse und koche sie etwa 10 Minuten.

Löwenzahntee aus Blättern

Junge wie ältere Blätter eignen sich. Für mehrere Tassen rechnest du als Faustregel etwa 5 bis 10 Blätter pro Liter. Die Blätter schmecken bitter, junge milder.

Löwenzahntee: Geschmack, Inhaltsstoffe und Ritual

Löwenzahn enthält Triterpene, Taraxacosid, Bitterstoffe, Cholin, Flavonoide und Gerbstoffe, außerdem Provitamin A und Mineralstoffe wie Kalium. Wie viel davon in der Tasse landet, hängt von Pflanzenteil und Zubereitung ab.

Geschmack und Aroma

Der Wurzeltee ist dunkel, leicht röstig und herb-bitter, ein bisschen wie Malzkaffee. Der Blättertee schmeckt grüner und frischer, die Blüten liefern eine milde, honigartige Note. Wer es weniger bitter mag, nimmt junge Blätter oder verkürzt die Ziehzeit.

Bitter als Geschmacksrichtung

Viele schätzen bittere Tees als Abschluss nach einem reichhaltigen Essen, einfach weil sie den Gaumen klären. Ein Löwenzahntee kann so ein würziger Ausklang der Mahlzeit sein. Bei Verdauungsbeschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten, solltest du ärztlichen Rat einholen.

Inulin in der Wurzel

Die Wurzel ist reich an Inulin, einem Ballaststoff. Wie viel davon in einem Tee ankommt, ist offen, denn Inulin geht beim Kochen nur teilweise ins Wasser über. Mehr Inulin findest du in Lebensmitteln wie Pastinaken oder Topinambur. Manche reagieren auf Inulin mit Blähungen.

Hinweis zu Trinkmenge und Gesundheit

Wenn dir aus ärztlichen Gründen eine geringe Trinkmenge empfohlen wurde, sprich vor dem Teegenuss mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei Fragen zu Blutdruck, Blutzucker, Leber oder anderen Erkrankungen ist Tee kein Ersatz für ärztliche Beratung.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

  • Gallenwege und Leber: Bei Verschluss der Gallenwege, Gallenwegsentzündung, Lebererkrankungen und Gallensteinen wird Löwenzahnwurzel nicht empfohlen, weil sie die Gallenproduktion anregt. Sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
  • Allergie: Bei Überempfindlichkeit gegen Korbblütler (zum Beispiel Kamille, Arnika, Beifuß) solltest du Löwenzahn meiden.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Die Sicherheit ist nicht belegt; die EMA empfiehlt die Anwendung nicht.
  • Kinder: Unter 12 Jahren nicht empfohlen.
  • Wechselwirkungen: Laut EMA keine berichtet. Wenn du Medikamente nimmst, besonders solche, die den Wasserhaushalt betreffen, sprich trotzdem vorher mit deiner Praxis.
  • Bei anhaltenden Beschwerden suche ärztlichen Rat.

Weitere Fakten

Löwenzahnblütenöl selber machen

Für ein Auszugsöl füllst du ein Glas locker mit Löwenzahnblüten, übergießt sie vollständig mit einem Pflanzenöl deiner Wahl, verschließt das Glas und stellst es einige Wochen an einen warmen, hellen Ort. Zwischendurch umrühren oder schütteln. Verwende vollständig getrocknete oder gut abgetropfte Blüten und achte darauf, dass sie immer vom Öl bedeckt sind, sonst kann es schimmeln. Danach abseihen und dunkel lagern. Teste das Öl zuerst an einer kleinen Hautstelle.

Löwenzahntee aufbewahren

Getrockneten Löwenzahn bewahrst du lichtgeschützt, trocken und luftdicht auf.

Häufige Fragen

Wie schmeckt Löwenzahntee?

Würzig-herb bis leicht bitter. Der Wurzeltee erinnert an Malzkaffee, der Blättertee ist grüner und frischer.

Wie bereite ich Löwenzahntee zu?

Wurzel: 1 bis 5 g in 150 ml Wasser etwa 10 Minuten köcheln. Blätter: 1 gehäufter Teelöffel mit heißem Wasser übergießen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen.

Wie viel Löwenzahntee darf ich täglich trinken?

Als Orientierung 2 bis 3 Tassen bei Erwachsenen. Halten Beschwerden länger als zwei Wochen an, sprich mit deiner Praxis.

Wer sollte Löwenzahntee meiden?

Wer Gallensteine, Gallenwegs- oder Lebererkrankungen hat, auf Korbblütler allergisch ist oder schwanger ist beziehungsweise stillt. Auch Kinder unter 12 Jahren.

Fazit

Löwenzahntee ist ein herber, bitterer Kräutertee mit langer Tradition in Küche und Kräutergarten. Mit Wurzel, Blättern oder Blüten kannst du ihn selbst zubereiten, solange der Löwenzahn sauber gewachsen ist. Beachte die Hinweise zu Galle, Allergien und Schwangerschaft. Ein weiterer „Unkraut“-Tee mit Tradition ist Brennnesseltee.

Quellen

Titelbildquelle: © Nowaja - pixabay.com