Tee und Verstopfung: Ein ehrlicher Überblick

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Tee ist kein Abführmittel. Er liefert Flüssigkeit und Wärme und kann Teil der täglichen Trinkmenge von etwa 1,5 bis 2 Litern sein. Ungesüßte Kräuter- und Früchtetees sind dafür eine abwechslungsreiche Möglichkeit. Sennesblätter sind ein Sonderfall, denn sie gelten als Arzneimittel mit Einschränkungen.
Hier erfährst du, was hinter Verstopfung steckt, welche Tees wie schmecken und wann du ärztlichen Rat brauchst.
Was steckt hinter Verstopfung?
Von einer chronischen Verstopfung spricht man, wenn über mindestens drei Monate regelmäßig mindestens zwei Symptome auftreten, zum Beispiel harter Stuhl, starkes Pressen oder weniger als drei Stuhlgänge pro Woche. Eine akute Verstopfung dauert kürzer und hat oft einen klaren Anlass wie Reisen, Hitze oder eine Ernährungsumstellung.
Häufige Ursachen sind zu wenig Ballaststoffe und Flüssigkeit, wenig Bewegung und Stress. Auch Schichtdienst, Medikamente (zum Beispiel Opioide oder manche Antidepressiva), Stoffwechsel- und Nervenerkrankungen können eine Rolle spielen. Typische Begleiter sind Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl und Unwohlsein.
Was im Alltag eine Rolle spielt: ballaststoffreich essen, täglich 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken, sich täglich etwa 30 Minuten bewegen und dir Zeit für die Toilette nehmen.
18 Teesorten im Überblick
Die folgenden Tees stellen wir dir mit Geschmack, Zubereitung und Hinweisen vor. Es sind Getränke und keine Abführmittel. Such dir aus, was dir schmeckt.
1. Brennnesseltee

Brennnesseltee schmeckt mild, grün und leicht würzig. Zubereitung: Übergieße 2 Teelöffel Blätter mit 250 ml heißem Wasser und lass den Tee etwa 10 Minuten ziehen. Mehr im Beitrag zum Brennnesseltee.
2. Damiana Tee

Damiana ist eine Pflanze aus Mittel- und Südamerika. Der Tee schmeckt würzig und leicht herb. Zubereitung: Etwa 1 bis 2 Teelöffel Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Mehr im Beitrag zum Damiana Tee.
3. Erdrauchkraut Tee

Erdrauch ist ein zartes Kraut mit herbem Geschmack. Zubereitung: Etwa 1 Teelöffel Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 6 bis 10 Minuten ziehen lassen. Trinke ihn nicht dauerhaft und besprich ihn bei Leber- und Gallenproblemen vorher ärztlich. Mehr im Beitrag zum Erdrauchkraut Tee.
4. Eisenkraut Tee

Eisenkraut ist eine Pflanze mit Bitterstoffen. Der Tee schmeckt herb und leicht bitter. Zubereitung: 1 Teelöffel Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Schwangere meiden ihn vorsichtshalber. Mehr im Beitrag zum Eisenkraut Tee.
5. Fencheltee

Fencheltee schmeckt süßlich mit Anisnote. Zubereitung: 1 bis 2 Teelöffel leicht zerdrückte Früchte mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Er ist ab 4 Jahren üblich, nicht länger als ein bis zwei Wochen am Stück. In Schwangerschaft und Stillzeit aus Vorsicht nicht als Arzneitee. Mehr im Beitrag zum Fencheltee.
6. Frauenmanteltee

Frauenmantel (Alchemilla) schmeckt mild-herb und leicht grasig. Zubereitung: 1 bis 2 Teelöffel Kraut mit 250 ml heißem Wasser, 8 bis 10 Minuten ziehen lassen.
7. Grüner Tee

Grüntee schmeckt frisch und grasig und enthält Koffein. Zubereitung: 1 Teelöffel Blätter mit 250 ml Wasser von 70 bis 80 °C übergießen und 2 Minuten ziehen lassen. Bei Schlafproblemen abends darauf verzichten.
8. Hanftee

Hanftee wird aus Blättern und Blüten von Nutzhanf hergestellt und schmeckt erdig und kräuterig. Er enthält kaum THC, ist aber kein Arzneimittel. Zubereitung: Mit 250 ml heißem Wasser übergießen und etwa 4 Minuten ziehen lassen. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie vor dem Autofahren besser nicht. Mehr im Beitrag zum Hanftee.
9. Honeybush Tee

Honeybush stammt aus Südafrika, schmeckt leicht süßlich nach Honig und enthält kein Koffein. Zubereitung: Blätter mit 250 bis 300 ml heißem Wasser übergießen und 5 bis 7 Minuten ziehen lassen.
10. Himbeerblättertee

Himbeerblätter enthalten Gerbstoffe und schmecken mild-herb. Zubereitung: 1 bis 2 Teelöffel Blätter mit 250 ml heißem Wasser, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. In der Schwangerschaft bitte mit Hebamme oder Arztpraxis besprechen. Mehr im Beitrag zum Himbeerblättertee.
11. Kamillentee

Kamillentee schmeckt mild, blumig und leicht süßlich. Zubereitung: 1 bis 2 Teelöffel Blüten mit 150 bis 250 ml kochendem Wasser übergießen, abdecken und 10 Minuten ziehen lassen. Bei Korbblütler-Allergie nicht geeignet. Mehr im Beitrag zum Kamillentee.
12. Kümmeltee

Kümmel enthält ätherische Öle und schmeckt würzig und leicht scharf. Zubereitung: 1 Teelöffel leicht zerstoßene Früchte mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Mehr zu Tee und Magen-Darm.
13. Löwenzahntee

Löwenzahn schmeckt herb und leicht bitter. Bei Gallenwegserkrankungen oder Gallensteinen vorher ärztlich abklären. Zubereitung: 1 bis 2 Teelöffel Blätter mit 250 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Mehr im Beitrag zum Löwenzahntee.
14. Matcha Tee

Matcha enthält Koffein und Pflanzenstoffe und schmeckt kräftig, grasig und leicht süßlich. Zubereitung: Rund ½ Teelöffel Pulver mit 70 bis 80 ml Wasser von etwa 80 °C aufschlagen. Wegen des Koffeins nicht am späten Abend.
15. Pfefferminztee

Pfefferminztee schmeckt frisch und kühl. Zubereitung: 1 Teelöffel Blätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Bei Reflux und Sodbrennen kann er Beschwerden verstärken, bei Gallensteinen ist Vorsicht geboten. Mehr im Beitrag zum Pfefferminztee.
16. Salbeitee

Salbei enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherische Öle und schmeckt würzig-herb. Zubereitung: 1 Teelöffel Blätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen, abdecken und 5 Minuten ziehen lassen. Nicht dauerhaft in großen Mengen trinken, in Schwangerschaft und Stillzeit meiden. Mehr im Beitrag zum Salbeitee.
17. Schwarzer Tee

Schwarzer Tee enthält Koffein und Gerbstoffe und schmeckt kräftig-malzig. Zubereitung: 1 Teelöffel mit 250 ml sprudelnd heißem Wasser, 3 Minuten ziehen lassen.
18. Sennesblätter Tee

Sennesblätter sind ein Sonderfall: Sie enthalten Anthrachinon-Verbindungen (Hydroxyanthracen-Derivate) und gelten als Arzneimittel. Sie gehören nicht in den normalen Teealltag. Laut EMA/HMPC gilt für Sennesblätter:
- Nicht länger als eine Woche am Stück.
- Nur für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren.
- Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit.
- Nicht bei Darmverschluss, Darmentzündungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, Blinddarmentzündung, ungeklärten Bauchschmerzen oder starker Austrocknung.
- Bei längerer Anwendung drohen Elektrolytstörungen und eine Gewöhnung des Darms.
Sprich vor jeder Anwendung mit deiner Arztpraxis oder Apotheke, besonders wenn du Medikamente nimmst. Mehr im Beitrag zum Sennesblätter Tee.
Fazit
Im Alltag kommt es vor allem auf Ballaststoffe, ausreichend Trinken und Bewegung an. Ungesüßter Tee kann ein schöner Teil der Trinkmenge sein und eine kleine Pause im Tag. Sennesblätter sind ein Arzneimittel mit Einschränkungen.
Such ärztlichen Rat, wenn Verstopfung länger als zwei Wochen anhält, wenn Bauchschmerzen, starke Blähungen, Blut im Stuhl oder sehr dünner Stuhl dazukommen. Bei Schwangeren und Kindern gelten besondere Vorsichtsregeln.
Häufige Fragen
Ist Tee ein Abführmittel?
Nein. Tee ist ein Getränk. Sennesblätter sind ein Arzneimittel mit Einschränkungen und nur kurzzeitig und nach Rücksprache anzuwenden.
Wie viel sollte ich täglich trinken?
Etwa 1,5 bis 2 Liter am Tag, am besten Wasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Wenn du mehr Ballaststoffe isst, brauchst du dafür ausreichend Flüssigkeit.
Ist Sennesblättertee sicher?
Nur für kurze Zeit. Laut EMA nicht länger als eine Woche, nicht unter 12 Jahren und nicht in Schwangerschaft und Stillzeit. Bei längerem Gebrauch drohen Elektrolytstörungen und Gewöhnung.
Wann gehe ich zum Arzt?
Wenn Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten oder mit Schmerzen oder Blut im Stuhl einhergehen.
Quellen
- AOK: Verstopfung und Hausmittel
- EMA/HMPC: Sennesblätter (Sennae folium)
- EMA/HMPC: Pfefferminzblätter
- EMA/HMPC: Süßer Fenchel
- EMA/HMPC: Kamillenblüten
Titelbildquelle: Bild von silviarita auf Pixabay