Tee-Wissen

Himbeerblättertee: Zubereitung, Geschmack & Hinweise

Von Denis Treter · Veröffentlicht am 22.05.2020 · Aktualisiert am 08.10.2026 · 7 Min. Lesezeit
Tasse mit frischen Himbeeren und einem Himbeerblatt
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit sprich bitte vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Inhalt dieses Beitrags
  1. Was ist Himbeerblättertee?
  2. Himbeerblättertee Zubereitung
  3. Geschmack und Inhaltsstoffe
  4. Weitere Fakten
  5. Die Pflanze und die Ernte
  6. Fermentierte Blätter: ein Tee wie aus dem Wald
  7. Geschmack im Vergleich
  8. Rezeptideen
  9. Einkauf und Lagerung
  10. Zubehör und Wasser
  11. Eine Tasse am Nachmittag
  12. Fazit
  13. Häufige Fragen
  14. Quellen

Himbeerblättertee ist ein milder, leicht herber Kräutertee aus den getrockneten Blättern der Himbeere (Rubus idaeus). In der Schwangerschaft gilt: Sprich das Trinken immer vorher mit deiner Hebamme oder Ärztin ab.

ZubereitungZiehzeitVerwendungGeschmack
2 gehäufte Teelöffel auf 250 ml heißes Wasser5 bis 10 Minutenwarmer oder kalter Kräutertee, auch als Eisteemild bis herb

Was ist Himbeerblättertee?

Für den Tee werden die getrockneten, ganzen oder geschnittenen Blätter der Himbeere aufgegossen. Im Handel heißen sie auch Rubi idaei folium. Die Blätter enthalten vor allem Gerbstoffe (Tannine), Flavonoide und Ellagsäure-Verbindungen. Der Tee schmeckt ähnlich herb wie ein leichter Schwarztee, enthält aber kein Koffein.

Durch die Gerbstoffe schmeckt der Tee leicht zusammenziehend (adstringierend), ähnlich wie ein schwach aufgebrühter Schwarztee. Viele mögen genau diese herbe Note. Mild wird er mit etwas Honig oder einem Spritzer Zitrone.

Himbeerblättertee Zubereitung

  1. Gib 2 gehäufte Teelöffel getrocknete Himbeerblätter in eine Tasse oder Kanne (ca. 250 ml).
  2. Übergieße sie mit kochend heißem Wasser.
  3. Lass den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen. Kürzer ziehen lassen macht ihn milder, länger macht ihn herber.
  4. Seihe ihn ab.

Der Tee schmeckt warm wie kalt. Wenn du magst, süße ihn mit etwas Honig.

Eistee aus Himbeerblättertee

Für Eistee brühst du den Tee wie oben auf, süßt ihn noch warm nach Geschmack, lässt ihn abkühlen und stellst ihn in den Kühlschrank. Etwas Zitrone oder Minze macht ihn frischer. Trinke ihn innerhalb von ein bis zwei Tagen.

Aufbewahrung und Kombinationen

Bewahre die getrockneten Blätter trocken, dunkel und gut verschlossen auf. So halten sie ihr Aroma länger. Himbeerblätter lassen sich gut mit Brombeerblättern, Pfefferminze oder Zitronenmelisse mischen, wenn dir der Geschmack pur zu herb ist. Kaufe bei Bedarf Tee in Lebensmittelqualität und achte auf die Angabe "Rubus idaeus" auf der Packung.

himbeerblaettertee-zubereitung
© silviarita - pixabay.com

Geschmack und Inhaltsstoffe

Himbeerblättertee schmeckt mild bis herb, leicht grasig und ein wenig nach getrocknetem Laub. Die Blätter enthalten Gerbstoffe, Flavonoide und Ellagsäure. In einer Tasse Tee sind davon nur kleine Mengen gelöst. Auch den Gehalt an Vitamin C, Eisen oder Kalzium solltest du nicht als relevante Versorgung ansehen.

Himbeerblättertee in der Schwangerschaft

Himbeerblättertee ist in der Schwangerschaft ein viel besprochenes Thema, die Datenlage ist aber dünn. Die Studien dazu sind klein, und die Autoren selbst fordern weitere Forschung. Wir geben deshalb keine Empfehlung zu Beginn oder Menge. Lass dir das von deiner Hebamme oder Frauenärztin sagen.

  • In der Frühschwangerschaft trinkst du ihn nicht, weil über Einflüsse auf die Gebärmutter gesprochen wird und belastbare Sicherheitsdaten fehlen.
  • Bei Risikoschwangerschaft, vorzeitigen Wehen, Kaiserschnitt in der Vorgeschichte oder Blutungen trinke ihn nicht ohne ärztlichen Rat.
  • Gilt eine Schwangerschaft als unkompliziert, entscheidet deine Hebamme oder Ärztin, ob und wann Himbeerblättertee für dich passt.

Himbeerblättertee in der Stillzeit

Zur Stillzeit gibt es keine belastbaren Studien. Eine Tasse im Alltag ist in der Regel unproblematisch. Gehe bei Fragen zur Stillzeit zu Hebamme oder Stillberaterin.

Teepause im Alltag

Himbeerblättertee ist eine koffeinfreie Alternative zu schwarzem Tee, die du warm oder kalt trinken kannst. Er passt zu einer Pause am Nachmittag oder am Abend. Wenn du regelmäßig Beschwerden hast, zum Beispiel starke oder zunehmende Regelschmerzen, lass die Ursache ärztlich klären. Ein Tee ersetzt keine Abklärung.

Weitere Fakten

  • Stammpflanze: Himbeere (Rubus idaeus), gehandelt als Rubi idaei folium
  • Wesentliche Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide, Ellagsäure
  • Mögliche Nebenwirkung bei hoher Dosierung: Verstopfung oder Magenreizung, bedingt durch die Gerbstoffe
  • Männer und Frauen außerhalb der Schwangerschaft können den Tee ebenfalls trinken, zum Beispiel als Alternative zu schwarzem Tee am Abend
  • Gerbstoffe können die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung hemmen. Trinke den Tee bei Eisenmangel getrennt von eisenreichen Mahlzeiten.

Die Pflanze und die Ernte

Die Himbeere (Rubus idaeus) ist ein Rosengewächs und wächst in Mitteleuropa wild an Waldrändern, Lichtungen und in Hecken. Auch im Garten ist sie weit verbreitet. Die Blätter sind gefiedert, oben grün und unten silbrig-weiß behaart. Sie werden meist im späten Frühling bis Sommer gepflückt, bevor sie hart und fleckig werden. Wer die Blätter selbst sammelt, wählt nur gesunde, saubere Triebe von ungespritzten Pflanzen, weit weg von Straßen und Feldern.

Zum Trocknen legst du die Blätter locker auf ein Tuch oder ein Gitter, an einem luftigen, schattigen Ort. Nach einigen Tagen rascheln sie. Dann zerbröselst du sie grob und füllst sie in ein Glas.

Fermentierte Blätter: ein Tee wie aus dem Wald

Aus Himbeerblättern lässt sich auch ein dunkler, aromatischerer Tee herstellen. Dafür werden die Blätter nach dem Pflücken leicht gequetscht oder gerollt und dann einige Stunden an einem warmen Ort angetrocknet, bevor sie richtig getrocknet werden. Dabei verfärben sie sich bräunlich, und das Aroma wird runder, mit einer Note von Heu und Beeren. Die Methode ähnelt in Grundzügen der Herstellung von Schwarztee. In vielen Regionen Europas wurden Blätter heimischer Sträucher zudem als Ersatz für importierten Tee genutzt.

Ob du fermentierte oder einfach getrocknete Blätter magst, ist Geschmackssache. Fermentierte Blätter schmecken meist weicher und weniger grasig.

Geschmack im Vergleich

TeePflanzenteilGeschmackKoffein
HimbeerblätterBlättermild bis herb, leicht grasignein
BrombeerblätterBlätterherb, an Laub erinnerndnein
Schwarzer TeeBlätter der Teepflanzekräftig, malzigja

Rezeptideen

  • Mischung mit Minze: Zwei Teile Himbeerblätter, ein Teil Pfefferminze. Das gibt eine frische Note.
  • Kalt aufgegossen: Gib 3 Teelöffel Blätter auf einen Liter kaltes Wasser und stelle es mehrere Stunden in den Kühlschrank. Der Tee schmeckt weich und ist weniger herb.
  • Teeschorle: Gekühlter Tee, mit Apfelsaft oder Mineralwasser gemischt, ergibt ein leichtes Sommergetränk.
  • Mit Beeren: Ein paar Himbeeren im Glas verstärken das Beerenaroma.

Einkauf und Lagerung

Beim Kauf zählt, dass auf der Packung „Rubus idaeus“ steht und der Hersteller Lebensmittelqualität zusichert. Bio-Ware und Prüfberichte zu Rückständen sind ein gutes Zeichen. Die Blätter sollten grün bis olivbraun aussehen und frisch riechen. Ein muffiger Geruch ist ein Grund, die Packung zurückzugeben.

Lagere die Blätter trocken, dunkel und luftdicht, etwa in einer Teedose. Nach etwa einem Jahr ist das Aroma meist schwächer. Frage im Zweifel nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum.

Zubehör und Wasser

Für Blättertees eignen sich Kanne und Sieb besser als ein enger Teebeutel, denn die Blätter brauchen Platz zum Quellen. Siehe auch Teesieb. Weiches Wasser lässt den milden Geschmack besser zur Geltung kommen. Bei sehr kalkhaltigem Wasser kann der Tee leicht trüb wirken. Wer den Tee mehrfach aufgießt, merkt, dass der zweite Aufguss deutlich leichter schmeckt.

Eine Tasse am Nachmittag

Himbeerblättertee ist ein leiser Tee. Er drängt sich nicht auf, deshalb eignet er sich gut für Pausen, in denen du einfach nur trinken willst. Schalte das Handy auf lautlos, gieße auf und warte ab. Mehr zum bewussten Teetrinken findest du unter Teepause und Tee-Ritual.

Fazit

Himbeerblättertee ist ein milder, herber Kräutertee ohne Koffein, der warm wie kalt schmeckt. Wenn du schwanger bist, besprich das Trinken mit deiner Hebamme. Ähnlich milde Kräutertees sind Ingwertee, Kamillentee und Cistustee.

Häufige Fragen

Wann trinkt man Himbeerblättertee morgens oder abends?

Es gibt keine feste Regel. Der Tee enthält kein Koffein, du kannst ihn also morgens und abends trinken.

Ab wann darf man Himbeerblättertee in der Schwangerschaft trinken?

Dazu gibt es keine gesicherte Empfehlung. In der Frühschwangerschaft verzichtest du darauf. Lass Beginn und Menge von deiner Hebamme oder Frauenärztin festlegen.

Wie schmeckt Himbeerblättertee?

Mild bis herb, leicht grasig und ähnlich wie ein schwacher Schwarztee, aber ohne Koffein.

Kann ich Himbeerblättertee selber machen?

Ja, aus ungespritzten, getrockneten Himbeerblättern. Pflücke nur Blätter, die du sicher erkennst, und trockne sie luftig und im Schatten.

Enthält Himbeerblättertee Koffein?

Nein, er enthält kein Koffein.

Wie lagere ich getrocknete Himbeerblätter?

Trocken, dunkel und luftdicht. Nach etwa einem Jahr lässt das Aroma meist nach.

Kann ich Himbeerblättertee kalt ansetzen?

Ja. Gib die Blätter in kaltes Wasser und lass sie mehrere Stunden im Kühlschrank ziehen. Der Tee schmeckt weich und weniger herb.

Quellen

Titelbildquelle: © Robert Bogdan - pexels.com