Wermuttee: Zubereitung, Geschmack & Hinweise

Inhalt dieses Beitrags
Wermuttee ist ein sehr bitterer Kräutertee aus dem Wermutkraut (Artemisia absinthium). Die EMA beschränkt die Anwendung von Wermutkraut ausschließlich auf Erwachsene. Er enthält Thujon, deshalb gilt: nur in kleinen Mengen, nur kurz und nicht in Schwangerschaft und Stillzeit.
Wermut hat eine lange Geschichte und war schon im alten Ägypten bekannt. Absinth, der im 19. Jahrhundert besonders beliebt war, enthält Wermut als Zutat. Dieser Beitrag erklärt dir Herkunft, Geschmack, Zubereitung und worauf du achten solltest.
| Zubereitung | Ziehzeit | Hinweis | Geschmack |
| ca. 1 g (knapp 1 TL) pro Tasse mit heißem Wasser übergießen | ca. 10 Minuten | nur Erwachsene, nur gelegentlich und in kleiner Menge | sehr bitter |
Was ist Wermuttee?
Wermuttee wird aus der Pflanze „Artemisia absinthium“ gewonnen. Sie ist in Europa, Nordasien und Nordafrika heimisch und hat sich darüber hinaus in weiteren Regionen verbreitet. Wermut gehört zur Familie der Korbblütler wie Beifuß (Artemisia vulgaris) und Kamille. Der Geschmack ist würzig und bitter.
Die Pflanze wächst als Halbstrauch, wird je nach Standort etwa 40 Zentimeter bis 1,5 Meter hoch und hat graugrüne, fein behaarte Blätter. Für Tee und Arzneimittel verwendet man das blühende Kraut.
Wermuttee Zubereitung
Für eine Tasse nimmst du etwa ein Gramm getrocknetes, zerkleinertes Wermutkraut, das entspricht knapp einem Teelöffel. Mehr solltest du nicht nehmen, denn der Tee wird sonst sehr bitter und die Thujonmenge steigt. Übergieße das Kraut mit heißem Wasser, decke die Tasse ab und lass den Tee etwa 10 Minuten ziehen. Seihe ihn danach ab.
Wenn dir der Geschmack zu bitter ist, kannst du ihn mit Pfefferminztee oder Zitronengras mischen. Beachte: Je mehr Wermut im Becher landet, desto mehr Thujon nimmst du auf. Trinke ihn nicht als Dauergetränk.
Geschmack und Inhaltsstoffe
Wermut gehört zu den Bitterpflanzen. Der Geschmack ist intensiv bitter und würzig, die Bitterstoffe sind typisch für die Pflanze. Wer Bittertees mag, schätzt gerade diese Herbheit. Für die Einordnung zählt: Viele Studien zu einzelnen Bitterstoffen wurden laut Verbraucherzentrale nur im Labor oder an Tieren durchgeführt, ein Nutzen für den Menschen lässt sich daraus nicht ableiten.
Wermut in der Forschung
Es gibt kleine Untersuchungen mit Wermut-Extrakten oder Kapseln, nicht mit Tee. Daraus lässt sich keine Empfehlung für Wermuttee ableiten. Bei Darmerkrankungen gehört die Behandlung in ärztliche Hände.
Weitere Inhaltsstoffe
Wermut enthält neben Bitterstoffen und Thujon je nach Herkunft unter anderem Chamazulen (meist nur in geringen Anteilen) und Artemisinin. Aus Laborstudien an Zellen und Tieren lassen sich keine Aussagen über Wermuttee beim Menschen ableiten. Wermuttee ist ein Getränk und ersetzt keine ärztliche Behandlung.
Interessante Fakten
Nebenwirkungen
Das in Wermut enthaltene Thujon kann in hohen Mengen Krämpfe auslösen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei einem thujonreichen Wermut bereits nach zwei Tassen Tee der tolerierbare Tageswert überschritten sein könnte. Die EMA nennt als Gegenanzeigen eine Allergie gegen Wermut oder andere Korbblütler, einen Verschluss der Gallenwege, eine Entzündung der Gallenwege und Lebererkrankungen. Bei Gallensteinen oder anderen Erkrankungen der Gallenwege sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Die Anwendung ist nur für Erwachsene vorgesehen. Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, sollst du ärztlichen Rat einholen.
Aus Vorsicht gilt außerdem: Trinke Wermuttee nicht in Schwangerschaft und Stillzeit und gib ihn Kindern nicht. Wenn du Epilepsie hast oder Medikamente einnimmst, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Thujonarme Produkte sind eine Möglichkeit, das Risiko zu senken, auf die Thujonmenge solltest du aber dennoch achten.
Absinth
Absinth ist ein alkoholisches Getränk, das im 19. Jahrhundert besonders in Frankreich populär war und aus Wermut, Anis und Fenchel hergestellt wurde. Mit Wermuttee hat er nur die Pflanze gemeinsam. Alkoholische Getränke mit Wermut unterliegen eigenen Grenzwerten für Thujon.
Herkunft, Anbau und Ernte
Wermut wächst gern an sonnigen, warmen und eher trockenen Standorten, etwa an Wegrändern, auf Schutt und Brachflächen. Im Garten ist er eine robuste, ausdauernde Pflanze. Die Pflanze blüht etwa von Juli bis September mit unscheinbaren grünlich-gelben Köpfchen. Für den Tee wird das Kraut zur Blütezeit geerntet und anschließend schonend getrocknet. Der Duft ist herb-aromatisch und lässt sich schon beim Anfassen der Blätter erkennen.
Geschichte und Kultur
Das deutsche Wort „Wermut“ ist auch der Namensgeber des Wermutweins, also Wein, der mit Kräutern aromatisiert wird. Im englischen Sprachraum heißt er „Vermouth“, das geht auf das deutsche Wort zurück. Mit dem Tee hat er nur die Pflanze gemeinsam. Auch der Absinth, der im 19. Jahrhundert besonders in Frankreich verbreitet war, nutzt Wermut als Zutat. Heute ist die Pflanze vor allem als Gewürz- und Bitterkraut bekannt.
Geschmack im Vergleich
Wer Wermuttee zum ersten Mal probiert, ist oft überrascht: Die Bitterkeit setzt früh ein und bleibt lange im Mund. Im Vergleich zu Löwenzahntee ist Wermut deutlich intensiver. Auch Pfefferminztee ist ein ganz anderes Geschmackserlebnis, nämlich frisch und kühl. Als Teil einer Mischung kann ein kleiner Anteil Wermut einem Tee eine herbe Tiefe geben, ähnlich wie ein Hauch Bitterkraut in der Küche.
Zubehör und Mischungen
Für Wermuttee brauchst du kein besonderes Zubehör. Eine kleine Kanne mit Deckel und ein feines Sieb genügen. Wiege das Kraut lieber ab, statt nach Gefühl zu dosieren, denn Wermut verträgt keine großzügige Hand. Eine Küchenwaage mit Gramm-Anzeige ist hier praktisch. Wer es milder mag, rührt nur einen kleinen Teil Wermut in eine Mischung mit Minze oder Zitronengras. Süße kann die Bitterkeit abrunden. Ein Spritzer Zitrone passt ebenfalls zum herben Geschmack.
Einkauf, Lagerung und Haltbarkeit
Kaufe Wermutkraut bei Apotheke oder Fachhandel und achte auf eine klare Deklaration: Pflanzenart, Herkunft, Charge und Mindesthaltbarkeit. Wegen des Thujons ist es sinnvoll, nach dem Thujon-Gehalt oder nach thujonarmer Ware zu fragen. Bio-Qualität ist eine Möglichkeit, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gering zu halten.
Lagere das Kraut trocken, dunkel und luftdicht, zum Beispiel in einer Dose. Wenn der Geruch schwach oder muffig wird, kaufe frische Ware. Halte die Dose außerhalb der Reichweite von Kindern.
Ein bitteres Ritual
Manche genießen Bittertees als bewusste Pause: wenig Tee, kleine Tasse, ein paar ruhige Minuten. Das kann zum Beispiel ein Tee-Ritual am Nachmittag sein. Bei Wermut gilt, dass weniger mehr ist. Trink ihn langsam und nimm danach ein Glas Wasser dazu, wenn dir der Nachgeschmack zu stark ist.
Fazit
Wermuttee ist ein traditionsreicher Bittertee mit sehr intensivem Geschmack. Wegen des Thujons solltest du ihn nur gelegentlich, in kleiner Menge und nicht über längere Zeit trinken. Für Kinder, Schwangere und Stillende ist er nicht geeignet. Wenn dir der Geschmack zu bitter ist, mische ihn mit Pfefferminztee oder Zitronengras. Wenn du Bittertees magst, findest du mit Löwenzahntee eine mildere Alternative. Auch Thymiantee gehört zu den aromatischen Kräutertees.
Häufige Fragen
Wie oft darf ich Wermuttee trinken?
Nur gelegentlich und in kleiner Menge, nicht als Dauergetränk. Die EMA rät dazu, bei Beschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten, ärztlichen Rat einzuholen.
Ist Wermuttee giftig?
In üblicher Teemenge ist er nicht akut giftig, enthält aber Thujon, das in hohen Mengen Krämpfe auslösen kann. Die Verbraucherzentrale warnt, dass schon zwei Tassen eines thujonreichen Wermuts den tolerierbaren Tageswert überschreiten könnten.
Darf ich Wermuttee in der Schwangerschaft trinken?
Nein, verzichte vorsichtshalber darauf. Das gilt auch für die Stillzeit. Die EMA beschränkt die Anwendung ausdrücklich auf Erwachsene. Mehr dazu: Tee in der Schwangerschaft.
Wie bekomme ich den bitteren Geschmack in den Griff?
Nimm weniger Kraut, kürze die Ziehzeit oder mische ihn mit Pfefferminze oder Zitronengras. Süßen kann den Geschmack ebenfalls abmildern.
Quellen
Titelbildquelle: Image by Вилина Петрова from Pixabay