Tee-Wissen

Rooibos Tee: Zubereitung, Geschmack & Hinweise

Von Denis Treter · Veröffentlicht am 21.06.2021 · Aktualisiert am 08.10.2026 · 6 Min. Lesezeit
Getrockneter Rooibos in einer Keramiktasse
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit sprich bitte vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Inhalt dieses Beitrags
  1. Was ist Rooibos Tee?
  2. Rooibos Tee Zubereitung
  3. Inhaltsstoffe und Geschmack
  4. Rooibos in Schwangerschaft und Stillzeit
  5. Nebenwirkungen und Hinweise
  6. Herkunft und Ernte
  7. Einkauf: Worauf du achtest
  8. Rezeptideen mit Rooibos
  9. Mehrfach aufgießen, Lagerung und Haltbarkeit
  10. Wasser und Zubehör
  11. Der Abend mit Rooibos
  12. Fazit
  13. Häufige Fragen
  14. Quellen

Rooibos ist ein koffeinfreier Kräutertee aus Südafrika mit mildem, leicht süßlichem Geschmack. Du brühst ihn mit sprudelnd heißem Wasser etwa 5 Minuten auf. Weil er kein Koffein enthält, passt er gut für den Abend, wenn du den Tag in Ruhe ausklingen lassen möchtest. Er ist in erster Linie ein angenehmes, kalorienfreies Getränk.

ZubereitungZiehzeitKoffeinGeschmack
1,5 TL getrocknete Blätter auf ca. 350 ml Wasser (95–100 °C)ca. 5 Minutenkoffeinfreileicht süßlich, mild

Was ist Rooibos Tee?

Rooibos Tee (Rotbuschtee, roter Buschtee) wird aus den Blättern und Stängeln des Strauches Aspalathus linearis hergestellt. Er wächst nur in einer begrenzten Region im Westen Südafrikas. Botanisch ist er kein echter Tee, also kein Verwandter der Teepflanze Camellia sinensis, sondern ein Kräutertee. Mehr zum Unterschied findest du im Beitrag Echter Tee und Kräutertee. Ein weiterer Tee aus Südafrika ist Honeybush Tee.

Es gibt zwei Varianten. Den rotbraunen Rooibos kennst du aus Deutschland: Seine Farbe entsteht durch die Fermentation, bei der sich der Inhaltsstoff Aspalathin oxidativ verändert. Der grüne Rooibos wird nicht fermentiert, schmeckt grasiger und ist meist teurer.

Rooibos schmeckt auch ohne Zucker leicht süßlich. Viele trinken ihn wie schwarzen Tee mit Milch. Ohne Zusätze enthält er praktisch keine Kalorien. Einen ehrlichen Überblick zum Thema findest du im Beitrag Tee und Gewicht.

Rooibos Tee Zubereitung 

rooibos-tee-zubereitung
Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay
  • Menge: 1,5 Teelöffel getrocknete Blätter pro Tasse (ca. 350 ml)
  • Wasser: frisch aufgekocht, etwa 95–100 °C. Weiches oder gefiltertes Wasser lässt das Aroma runder erscheinen.
  • Ziehzeit: ca. 5 Minuten, bei Bedarf etwas länger, wenn du ihn kräftiger magst. Rooibos wird nicht so schnell bitter wie schwarzer Tee.
  • Menge pro Tag: Es gibt keine feste Obergrenze. Wegen möglicher Verunreinigungen (siehe unten) ist Abwechslung sinnvoll.

Inhaltsstoffe und Geschmack

Rooibos enthält kein Koffein und viele sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem Polyphenole wie Aspalathin und Quercetin. In Südafrika gehört er seit langem zum Alltag. Der Geschmack ist mild, leicht süßlich und erinnert an Holz, Honig und Karamell.

Flavonoide und weitere Pflanzenstoffe

Rooibos enthält Flavonoide und weitere Pflanzenstoffe. Ein Vergleich der Mengen mit grünem Tee lässt sich nicht pauschal ziehen, er hängt von Messmethode und Zubereitung ab.

Koffeinfrei und gerbstoffarm

Rooibos enthält kein Koffein und weniger Gerbstoffe (Tannine) als schwarzer oder grüner Tee. Deshalb schmeckt er weniger herb. Er ist eine Option, wenn du auf Koffein verzichten möchtest oder abends etwas Warmes trinken willst, auch wenn du koffeinempfindlich bist.

Rooibos als Abendritual

Viele trinken Rooibos am Abend: Wasser aufkochen, Tasse vorwärmen, fünf Minuten warten. Dieser kleine Ablauf ist für manche ein ruhiger Übergang vom Arbeitstag in den Feierabend.

Zähne

Viele fragen, ob Rooibos die Zähne verfärbt. Für Rooibos selbst gibt es dazu keine belastbaren Daten. Allgemein können farbstoffreiche Getränke Zähne verfärben, mehr dazu im Beitrag Kann Tee deine Zähne gelb färben?

Rooibos in Schwangerschaft und Stillzeit

Rooibos ist koffeinfrei und wird in Schwangerschaft und Stillzeit häufig getrunken. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist jedoch darauf hin, dass Rooibos wie manche Kräutertees mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA) verunreinigt sein kann. Das sind natürliche Pflanzenstoffe, die bei dauerhaft hoher Aufnahme die Leber schädigen können. Sie gelangen bei der Ernte über Beikräuter in den Tee.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt Schwangeren und Stillenden, Tee abwechselnd mit anderen Getränken zu trinken, und allen Vieltrinkern, Sorten und Hersteller zu wechseln. Bio-Qualität schützt davor nicht automatisch. Bei einem Ökotest von 2016 zeigten allerdings nur drei Bio-Produkte lediglich Spuren, die Mehrheit der Proben lag über dem BfR-Zielwert. Das ist ein älterer Test, die Hersteller haben seither nach eigenen Angaben ihre Kontrollen ausgebaut. Für Kinder gilt: nicht ausschließlich Kräutertee anbieten.

Nebenwirkungen und Hinweise

In üblichen Mengen gilt Rooibos als gut verträglich. Wenn du eine Lebererkrankung hast, regelmäßig Medikamente einnimmst oder viel davon trinken möchtest, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei anhaltenden Beschwerden ersetzt Tee keine ärztliche Abklärung.

Herkunft und Ernte

Der Name kommt aus dem Afrikaans und bedeutet „roter Busch“. Der Strauch wächst im Westkap Südafrikas, vor allem in den Cederbergen, wo es heiße, trockene Sommer und milde Winter gibt. Geerntet wird in den Sommermonaten. Die Triebe werden geschnitten, in kurze Stücke zerkleinert und angefeuchtet. Danach liegen sie zur Fermentation an der Luft und trocknen in der Sonne. Dabei färben sich die grünen Nadeln rotbraun und entwickeln das typische süßliche Aroma.

Auf dem Markt gibt es Rooibos in mehreren Schnittarten: feine Nadeln und gröbere Stücke mit Stängelanteil. Feiner Schnitt gibt schneller Farbe und Geschmack ab, gröberer braucht etwas länger.

Einkauf: Worauf du achtest

  • Lose Ware oder Beutel: Lose Ware lässt dich Farbe und Schnitt sehen. Teebeutel sind praktisch, enthalten aber oft sehr feinen Schnitt.
  • Aussehen: Rotbrauner Rooibos hat eine kräftige, gleichmäßige Farbe. Viel Staub am Boden der Packung zeigt, dass der Tee zerbröselt ist.
  • Geruch: Süßlich-holzig, ohne muffigen Beigeschmack.
  • Herkunft und Prüfung: Seriöse Anbieter geben Herkunft und Kontrollen an. Wegen möglicher Pyrrolizidinalkaloide empfiehlt es sich, Sorten und Hersteller zu wechseln.
  • Aromatisierte Sorten: Vanille, Karamell oder Orange sind beliebt. In der Zutatenliste siehst du, ob Aromen zugesetzt wurden.

Nachhaltigkeit zeigt sich oft in der Lieferkette. Fairtrade- und Bio-Siegel sind eine Orientierung. Viele Anbieter engagieren sich zudem direkt vor Ort in Südafrika.

Rezeptideen mit Rooibos

  • Rooibos-Latte: Brühe den Tee doppelt so stark auf (2 bis 3 Teelöffel auf eine kleine Tasse, 8 bis 10 Minuten), gieße ihn mit aufgeschäumter Milch oder einer pflanzlichen Alternative auf und gib nach Geschmack Vanille oder Zimt dazu.
  • Eistee: Kräftig aufbrühen, abkühlen lassen, mit Zitrone, Orangenscheiben oder Beeren servieren. Da Rooibos kaum bitter wird, kannst du ihn problemlos stark ansetzen.
  • Chai-Variante: Rooibos mit Zimt, Kardamom, Nelke und Ingwer ansetzen. Mehr zu Gewürztees liest du im Beitrag Chai Tee.
  • Zum Kochen: Kalt gewordener Rooibos eignet sich zum Garen von Reis oder zum Einlegen von Trockenfrüchten.
  • Cold Brew: 2 Teelöffel auf 500 ml kaltes Wasser, im Kühlschrank 8 bis 12 Stunden ziehen lassen. Das Ergebnis ist mild und süßlich.

Mehrfach aufgießen, Lagerung und Haltbarkeit

Rooibos lässt sich ein zweites Mal aufgießen, das Ergebnis ist dann etwas schwächer. Mehr dazu im Beitrag zweiter Teeaufguss. Getrockneten Rooibos bewahrst du trocken, dunkel und luftdicht auf. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung gibt dir den Rahmen vor. Ist der Tee nach dem Aufbrühen abgekühlt, gehört er in den Kühlschrank und sollte innerhalb eines Tages getrunken werden.

Wasser und Zubehör

Für Rooibos genügt eine einfache Kanne mit Sieb. Weiches Wasser lässt das Aroma runder erscheinen. Bei sehr hartem Wasser kannst du gefiltertes Wasser nehmen. Eine Kanne aus Glas zeigt dir die Farbe des Tees, die von Bernstein bis Kupferrot reicht.

Der Abend mit Rooibos

Da Rooibos koffeinfrei ist, passt er in viele Abendrituale. Wie du daraus eine feste Gewohnheit machst, liest du im Beitrag zum Abendtee. Mehr zum Thema Pause findest du im Artikel Teepause.

Fazit

Rooibos ist ein milder, koffeinfreier Tee für Abende und für alle, die ohne Zucker etwas Süßliches trinken möchten. Wechsle gelegentlich die Sorte und den Hersteller, um mögliche Verunreinigungen nicht dauerhaft aufzunehmen.

Häufige Fragen

Wie viel Koffein hat Rooibos Tee?

Keines. Rooibos stammt nicht von der Teepflanze und ist koffeinfrei.

Ist Rooibos Tee in der Schwangerschaft und Stillzeit geeignet?

In üblichen Mengen wird er häufig getrunken. Wegen möglicher PA-Belastung empfiehlt die Verbraucherzentrale, Teesorten und Hersteller zu wechseln. Im Zweifel frag deine Hebamme oder Ärztin. Mehr dazu in Tee in der Schwangerschaft.

Schmeckt Rooibos auch kalt?

Ja. Brühe ihn auf, lass ihn abkühlen und serviere ihn mit Eiswürfeln und einer Zitronenscheibe. Er ist ohne Zucker leicht süßlich.

Wie lange muss Rooibos ziehen?

Etwa 5 Minuten bei 95–100 °C. Länger ziehen lassen macht ihn kräftiger, aber kaum bitter.

Quellen

Titelbildquelle: Bild von hiroki arai auf Pixabay