Tee-Wissen

Teesorten im Überblick: Grüntee, Schwarztee, Kräutertee und Co.

Von Denis Treter · Veröffentlicht am 03.07.2021 · Aktualisiert am 08.10.2026 · 8 Min. Lesezeit
Sechs Vorratsgläser mit verschiedenen losen Teesorten
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit sprich bitte vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Inhalt dieses Beitrags
  1. Echte Teesorten
  2. Teeähnliche Erzeugnisse
  3. Einkauf: lose Blätter oder Teebeutel?
  4. Lagerung und Haltbarkeit
  5. Zubehör für den Einstieg
  6. Rezeptideen und Tee in der Küche
  7. Tee als Ritual
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

Echter Tee stammt immer von der Teepflanze Camellia sinensis. Grüner, weißer, gelber, schwarzer Tee, Oolong und Pu-Erh unterscheiden sich nur durch Anbau und Verarbeitung der Blätter, vor allem durch den Grad der Oxidation. Kräuter-, Früchte- und Rooibostee zählen dagegen zu den teeähnlichen Erzeugnissen, weil sie nicht von der Teepflanze stammen.

Hier erfährst du, welche Teesorten es gibt, wie sie sich unterscheiden und was du bei der Zubereitung beachten solltest.

Echte Teesorten 

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Photo by Alice Pasqual on Unsplash

Die Teepflanze wächst in verschiedenen Varietäten, zum Beispiel Camellia sinensis var. sinensis und var. assamica. Klima, Boden und Verarbeitung prägen später Geschmack und Aroma des Tees. Je nachdem, wie stark die Blätter nach dem Pflücken oxidieren dürfen, entstehen die einzelnen Sorten. Alle echten Tees enthalten Koffein (auch Teein genannt).

Grüntee

Beim Grüntee werden die frischen Blätter gedämpft oder geröstet, damit sie nicht oxidieren. Dadurch bleiben Farbe und frischer Geschmack erhalten. Bekannte Sorten sind Sencha, Gunpowder und Gyokuro, auch Matcha zählt dazu. Der Koffeingehalt einer Tasse liegt in der Regel unter dem einer Tasse Kaffee.

Zubereitung: 1 Teelöffel Blätter auf 250 ml Wasser von 70 bis 80 °C, 1 bis 3 Minuten ziehen lassen. Die Blätter vertragen oft zwei weitere Aufgüsse.

Weißer Tee

Weißer Tee wird aus jungen Trieben gewonnen und nur minimal verarbeitet. Er schmeckt mild und blumig. Sein Koffeingehalt schwankt je nach Sorte und Zubereitung und ist nicht automatisch niedriger als bei anderen Tees. Bekannt sind Pai Mu Tan (Bai Mudan) und Silver Needle (Baihao Yinzhen).

Zubereitung: 1 Teelöffel auf 250 ml Wasser von 70 bis 80 °C, 2 bis 4 Minuten ziehen lassen.

Schwarzer Tee

Beim Schwarzen Tee werden die Blätter nach dem Pflücken gerollt, damit die Zellwände aufbrechen und die Blätter mit Sauerstoff oxidieren. Dieser Prozess wird oft Fermentation genannt, ist aber eine Oxidation. Bekannte Sorten sind Assam, Ceylon und Darjeeling.

Zubereitung: 1 Teelöffel auf 250 ml sprudelnd heißes Wasser. Kurze Ziehzeiten von bis zu 3 Minuten ergeben einen helleren, frischeren Tee, ab etwa 5 Minuten wird er dunkler und herber.

Oolong Tee

Oolong Tee ist teiloxidiert und liegt im Geschmack zwischen Grün- und Schwarztee. Sein chinesischer Beiname „Schwarzer-Drachen-Tee“ geht auf die gedrehte Form der Blätter und auf alte Erzählungen zurück. Die Oxidation kann je nach Sorte stark variieren.

Zubereitung: 1 Teelöffel auf 250 ml Wasser von 80 bis 90 °C, 2 bis 4 Minuten ziehen lassen. Die Blätter vertragen mehrere Aufgüsse.

Pu Erh Tee

Pu Erh Tee ist ein nachfermentierter Tee. Die Blätter werden häufig in Ziegel- oder Kuchenform gepresst und über längere Zeit gelagert. Das Ergebnis ist ein dunkler, erdig-würziger Tee. Je nach Sorte reift er über Jahre, und die Qualität hängt von Herkunft und Lagerung ab.

Zubereitung: 1 Teelöffel auf 250 ml sprudelnd heißes Wasser, 3 bis 5 Minuten ziehen lassen.

Gelber Tee

Gelber Tee ist eine Rarität aus China, die früher dem Kaiserhof vorbehalten gewesen sein soll. Er wird aufwendig hergestellt und ist nur in kleinen Mengen erhältlich. Geschmacklich ist er mild und wenig bitter, deshalb eignet er sich für Einsteiger.

Die echten Teesorten im Vergleich

SorteVerarbeitungGeschmackWasserZiehzeit
Grünteegedämpft oder geröstet, nicht oxidiertfrisch, grasig70 bis 80 °C1 bis 3 Minuten
Weißer Teejunge Triebe, minimal verarbeitetmild, blumig70 bis 80 °C2 bis 4 Minuten
Schwarzer Teevollständig oxidiertkräftig, malzigsprudelnd heißbis 3 Minuten hell, ab 5 Minuten herber
Oolongteiloxidiertzwischen Grün und Schwarz80 bis 90 °C2 bis 4 Minuten
Pu Erhnachfermentiertdunkel, erdig-würzigsprudelnd heiß3 bis 5 Minuten

Mehrfach aufgießen

Hochwertige Blätter kannst du mehrmals aufgießen, besonders Oolong, Grüntee und Pu Erh. Jeder Aufguss schmeckt etwas anders: Der erste zeigt oft die frischen Aromen, spätere Aufgüsse werden milder oder runder. Die Ziehzeit verlängerst du bei jedem Aufguss leicht. Mehr zu diesem Thema findest du im Beitrag zweiter Teeaufguss und im Teelexikon unter Aufguss.

Das Wasser macht einen Unterschied

Tee besteht zu fast 100 Prozent aus Wasser, deshalb schmeckt man es. Sehr kalkhaltiges (hartes) Wasser kann den Geschmack flacher machen und einen Film auf der Oberfläche bilden. Weiches oder gefiltertes Wasser lässt feine Aromen oft deutlicher hervortreten. Nimm frisches Wasser, koche es nicht mehrfach auf und achte auf die passende Temperatur. Ein Wasserkocher mit Temperatureinstellung oder ein Thermometer ist dabei praktisch.

Kalt aufgegossen und als Eistee

Für einen Kaltauszug gibst du 1 bis 2 Teelöffel Blätter auf einen halben Liter kaltes Wasser und stellst die Kanne mehrere Stunden in den Kühlschrank. Besonders grüner und weißer Tee schmecken so mild und wenig bitter. Seihe den Tee ab und trinke ihn am selben Tag. Ein Eistee mit Zitrone und Minze ist an warmen Tagen eine Alternative zu Limonade.

Teeähnliche Erzeugnisse

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Photo by Alice Pasqual on Unsplash

Neben den Sorten der Teepflanze gibt es viele Getränke, die umgangssprachlich Tee heißen, aber keine Bestandteile der Teepflanze enthalten. Dazu zählen Kamillentee, Mate Tee und Melissentee. Nach der Teeverordnung dürfen nur Erzeugnisse der Teepflanze schlicht „Tee“ heißen, alles andere sind teeähnliche Erzeugnisse. Im Alltag sagen wir trotzdem Tee, und das ist auch hier so.

Kräutertees

Kräutertees werden aus Blättern, Blüten, Wurzeln oder Samen von mehreren hundert verschiedenen Pflanzen hergestellt. Manche dieser Pflanzen sind auch als Arzneitees im Handel. Zu Geschmack, Zubereitung und Hinweisen einzelner Kräutertees findest du mehr in den jeweiligen Beiträgen. Gesundheitliche Aussagen sind für Lebensmittel rechtlich eingeschränkt, und auch wir machen keine.

Kräutertees enthalten meist kein Koffein, mit Ausnahme von Mate (und Guarana oder Kolanuss in manchen Mischungen). Bekannte Beispiele sind Pfefferminztee, Fencheltee, Lindenblütentee und Brennnesseltee.

Auch Küchenkräuter eignen sich für einen Aufguss. Ein Beispiel ist unser Beitrag zum Basilikum Tee.

Hinweis zur Verträglichkeit: Auch Kräutertees enthalten Pflanzenstoffe und können für Schwangere, Stillende, Kinder oder Menschen mit Medikamenten ungeeignet sein. Wechsle die Sorten ab und frag im Zweifel in der Apotheke oder Arztpraxis.

Früchtetees

Früchtetees bestehen aus Früchten oder Fruchtteilen, etwa Hagebutte, Apfel oder Beeren, und sind koffeinfrei, sofern keine echten Teesorten beigemischt sind. Manche Mischungen enthalten viel Aroma und wenig Frucht. Schau auf die Zutatenliste und achte darauf, dass echte Fruchtstücke genannt werden. Himbeerblättertee wird übrigens aus den Blättern gewonnen, nicht aus der Frucht (mehr im Beitrag zum Himbeerblättertee).

Für Kräuter- und Früchtetees gilt als Faustregel: mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und mindestens 5 bis 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen.

Einkauf: lose Blätter oder Teebeutel?

Lose Blätter bestehen oft aus größeren Stücken und haben deshalb mehr Aroma. Du kannst Menge und Ziehzeit selbst bestimmen. Teebeutel sind praktisch für unterwegs und für das Büro. Achte bei beiden auf Angaben zu Sorte, Herkunft und Erntejahr. Mehr zu Ernte und Erntezeiten findest du im Beitrag zur Tee-Ernte. Bio-Qualität ist eine Möglichkeit, bei Tee auf kontrollierten Anbau zu achten. Seriöse Händler prüfen ihre Ware auf Rückstände und Verunreinigungen und geben das auf Nachfrage an. Je genauer die Angaben zu Garten und Region, desto nachvollziehbarer ist der Weg des Tees. Auch faire Arbeitsbedingungen beim Pflücken sind ein Aspekt, auf den du bei der Wahl des Händlers achten kannst.

Lagerung und Haltbarkeit

Tee nimmt Gerüche leicht an. Lagere ihn luftdicht, trocken und lichtgeschützt, zum Beispiel in einer Metalldose. Halte ihn von Gewürzen und Kaffee getrennt und stelle ihn nicht in den Kühlschrank. Grüner und weißer Tee schmecken am frischesten, wenn du sie innerhalb des Jahres trinkst. Schwarztee und Oolong halten sich oft länger. Pu Erh wird bewusst gelagert und reift. Ob dein Tee noch gut riecht, ist ein guter Gradmesser.

Zubehör für den Einstieg

  • Kanne oder Tasse mit Sieb: Ein Sieb braucht Platz, damit sich die Blätter entfalten können. Mehr dazu im Teelexikon unter Teesieb.
  • Wasserkocher oder Thermometer: Damit triffst du die richtige Temperatur für Grüntee und Weißen Tee.
  • Waage oder Messlöffel: Mit fester Menge schmeckt dein Tee jedes Mal ähnlich.
  • Timer: Ein paar Sekunden mehr oder weniger Ziehzeit verändern den Geschmack spürbar.

Rezeptideen und Tee in der Küche

Tee ist mehr als ein Getränk. Matcha lässt sich mit warmer Milch zu einem Latte aufschäumen, mehr dazu im Beitrag zum Matcha Tee. Gewürzte Schwarztee-Mischungen wie Chai Tee werden häufig mit Milch getrunken. Mit Rooibos, dessen Zubereitung im Beitrag Rooibos Tee steht, lassen sich Sirup oder Eistee ansetzen. Probiere es aus und notiere dir, was dir schmeckt.

Tee als Ritual

Jede Sorte hat ihren eigenen Moment. Der kräftige Schwarztee passt zum Frühstück, ein milder Weißer Tee zur ruhigen Nachmittagspause, ein koffeinfreier Kräutertee zum Abend. Wenn du Tee bewusst trinken möchtest, findest du Anregungen im Beitrag zum Tee-Ritual, zur Teepause und zum Abendtee. Wer tiefer in die Kultur einsteigen will, liest die Beiträge zur Teezeremonie.

Häufige Fragen

Welche Teesorten gibt es?

Echte Tees sind grüner, weißer, gelber und schwarzer Tee, Oolong und Pu-Erh. Dazu kommen die teeähnlichen Erzeugnisse wie Kräuter-, Früchte-, Mate- und Rooibostee.

Was ist der Unterschied zwischen grünem und schwarzem Tee?

Beide stammen von derselben Pflanze. Grüner Tee wird nach dem Pflücken gedämpft oder geröstet, damit er nicht oxidiert, schwarzer Tee oxidiert lange und wird dadurch dunkel und kräftiger.

Ist Kamillentee ein echter Tee?

Nein. Kamille ist ein Kräutertee, also ein teeähnliches Erzeugnis, weil er nicht von der Teepflanze stammt.

Enthalten Kräutertees Koffein?

Die meisten nicht. Ausnahmen sind Mate, Guarana und Kolanuss.

Wie oft kann ich Tee aufgießen?

Hochwertige Blätter wie Oolong, Grüntee und Pu Erh vertragen oft mehrere Aufgüsse. Bei Kräutertees lohnt sich ein zweiter Aufguss meist nicht.

Spielt die Wasserhärte eine Rolle?

Ja, sie kann den Geschmack beeinflussen. Sehr hartes Wasser macht den Tee oft flacher. Gefiltertes oder weiches Wasser ist für viele eine Alternative.

Wie lagere ich Tee richtig?

Luftdicht, trocken, lichtgeschützt und getrennt von Gewürzen, nicht im Kühlschrank.

Quellen

Titelbildquelle: Photo by Alice Pasqual on Unsplash