Melissentee: Zubereitung, Geschmack & Hinweise

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Melissentee ist ein milder Kräutertee aus den getrockneten Blättern der Zitronenmelisse. Er schmeckt frisch, weich und leicht zitronig und ist ein beliebter Tee für ruhige Momente. Für eine Tasse übergießt du 1,5 bis 4,5 g getrocknete Melissenblätter mit 150 ml kochendem Wasser und lässt den Tee zugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen.
Die wichtigsten Fakten
- Der Geschmack ist mild, sanft und leicht zitronig.
- Viele trinken ihn abends als Teil ihres Teerituals.
- Pro Tasse (150 ml): 1,5 bis 4,5 g getrocknete, geschnittene Melissenblätter, ein- bis dreimal täglich. Üblich sind 5 bis 10 Minuten Ziehzeit.
- Gedacht für Jugendliche über 12 Jahren und Erwachsene. In Schwangerschaft und Stillzeit wird er mangels Daten nicht empfohlen.
Was ist Melissentee?
Melissentee ist ein Aufguss aus den Blättern der Zitronenmelisse (Melissa officinalis), einer Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Sie stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und wird heute in vielen Ländern angebaut. Reibst du die Blätter zwischen den Fingern, riecht es deutlich nach Zitrone, daher der Name.
Die Pflanze wird seit Jahrhunderten in Klostergärten und Bauerngärten gezogen. Wichtige Inhaltsstoffe sind ätherische Öle (mit Citral, Citronellal, Linalool und Geraniol), Flavonoide und Rosmarinsäure. Sie sind für Duft und Aroma verantwortlich.
Melissentee: Geschmack und Ritual
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat Melissenblätter über ihren Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) bewertet; die Monografie wurde am 14. Mai 2013 verabschiedet. Sie beruht auf langjähriger Verwendung und nicht auf großen klinischen Studien. Wir beschreiben hier deshalb Zubereitung, Geschmack und Ritual, nicht gesundheitliche Effekte. Die Monografie gilt für traditionelle pflanzliche Arzneimittel, nicht als Zulassung für losen Tee; wir nutzen die Angaben als Orientierung. Sie wird derzeit überarbeitet: Der HMPC hat im Mai 2025 beschlossen, das Überarbeitungsverfahren zu starten, weil neue Daten gefunden wurden, die den Inhalt ändern könnten. Eine überarbeitete Fassung haben wir nicht gefunden. Mengen- und Sicherheitshinweise können sich daher ändern.
Wann Melissentee gut passt:
- als warme Tasse nach dem Essen
- als ruhiger Abschluss des Tages
- kalt aufgegossen im Sommer
Viele empfinden den frischen, weichen Duft als angenehm und trinken den Tee gern in einer kleinen Pause. Wenn dich anhaltende Anspannung oder Schlafprobleme beschäftigen, gehört das in ärztliche oder therapeutische Hände. Melissentee kann allenfalls ein kleines Ritual für den Abend sein.
Melissentee Zubereitung
Du brauchst nur wenige Dinge:
- 1,5 bis 4,5 g getrocknete, geschnittene Melissenblätter (diese Menge nennt die EMA-Monografie pro Tasse)
- 150 ml kochendes Wasser
- Ziehzeit nach Packungsangabe, üblich sind 5 bis 10 Minuten, mit Deckel, damit die ätherischen Öle nicht verfliegen
Danach abseihen und warm trinken. Frische Blätter funktionieren auch. Wie viel du davon nimmst, ist Geschmackssache, die Mengenangaben gelten für getrocknete Blätter.

Wann soll ich Melissentee trinken?
- Viele trinken den Tee nach dem Essen.
- Andere machen ihn zum Abendritual, etwa eine Stunde vor dem Zubettgehen. Das ist eine übliche Gewohnheit, keine Vorgabe.
Als Richtwert nennt die EMA ein- bis dreimal täglich eine Tasse. Halten Beschwerden länger als zwei Wochen an, hol dir ärztlichen Rat. Das gilt auch, wenn sie sich verschlimmern.
Melissentee: Verträglichkeit und Hinweise
In der EMA-Monografie sind keine Nebenwirkungen bekannt. Das beruht auf langjähriger Anwendung und nicht auf großen Studien; individuelle Reaktionen sind trotzdem möglich. Es gibt ein paar Punkte zu beachten.
Hinweise zur Anwendung
- Schwangerschaft und Stillzeit: Die Sicherheit ist nicht ausreichend untersucht, die EMA empfiehlt die Anwendung ohne ausreichende Daten nicht. Sprich vorher mit deiner Ärztin oder deiner Hebamme. Mehr dazu im Beitrag Tee in der Schwangerschaft.
- Kinder: Unter 12 Jahren wird Melissenblatt-Tee nicht empfohlen, weil dafür keine ausreichenden Daten vorliegen.
- Fahrtüchtigkeit: Laut EMA kann Melisse die Fähigkeit zum Fahren und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Fahr nach dem Tee nicht, wenn du dich beeinträchtigt oder schläfrig fühlst.
- Medikamente: Zu Wechselwirkungen liegen laut EMA keine Daten vor. Das heißt nicht, dass es keine gibt. Wenn du Schlaf- oder Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder andere Psychopharmaka nimmst, frag vor regelmäßigem Konsum vorsichtshalber in der Apotheke oder bei deiner Ärztin nach.
- Allergie: Bei Überempfindlichkeit gegen Melisse lass die Finger davon.
- Schilddrüse: In Labor- und Tierversuchen hemmte ein Wasserextrakt der Melisse die Wirkung des Hormons TSH. Ob das für Menschen eine Bedeutung hat, ist laut EMA nicht bekannt. Hast du eine Schilddrüsenerkrankung, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Für den Abend
Melissentee findest du oft in Abendmischungen, meist zusammen mit Baldrian, Passionsblume oder Hopfen. Ideen für ein ruhiges Abendritual findest du bei Tee zum Einschlafen.
Weitere Fakten
- Das griechische Wort „melissa" bedeutet Biene. Die Blüten sind bei Honigbienen und Hummeln beliebt.
- Die Melisse ist mehrjährig, wächst am liebsten sonnig und windgeschützt und lässt sich gut im Garten oder auf dem Balkon ziehen.
- Die Blätter sitzen paarweise gegenüber am vierkantigen Stängel. Sie ähneln Brennnesselblättern, brennen aber nicht.
- Die Blüten erscheinen von Juni bis August und sind gelblich-weiß.
- Weitere Namen sind Zitronenmelisse, Honigblume oder Herztrost.
Melisse selbst anbauen, ernten und trocknen
Melisse wächst unkompliziert in lockerer, nährstoffreicher Erde, am besten an einem sonnigen, geschützten Platz. Sie braucht regelmäßig Wasser, verträgt aber keine Staunässe. Im Topf auf dem Balkon klappt es genauso gut wie im Beet. Die Pflanze treibt im Frühjahr wieder aus und lässt sich mehrmals im Jahr zurückschneiden.
Zum Ernten schneidest du Triebe vor der Blüte, am besten am späten Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen in der Regel hoch. Binde die Triebe zu kleinen Bündeln und hänge sie an einem luftigen, schattigen Ort zum Trocknen auf. Sobald die Blätter rascheln, streifst du sie ab und füllst sie in ein dicht schließendes Glas oder eine Dose. Vor Licht, Wärme und Feuchtigkeit geschützt hält sich der Vorrat meist bis zur nächsten Ernte. Je länger er steht, desto schwächer werden Duft und Geschmack.
Melissentee kalt und frisch genießen
Im Sommer schmeckt Melisse auch als Kaltgetränk. Übergieße dazu eine Handvoll frische Blätter mit heißem Wasser, lass den Aufguss abkühlen und stelle ihn für einige Stunden in den Kühlschrank. Mit ein paar Zitronenscheiben oder Minzblättern wird daraus ein erfrischendes Getränk. Trinke den kalten Aufguss am selben oder nächsten Tag.
Geschmack und Abgrenzung zu ähnlichen Tees
Melissentee schmeckt mild, frisch und leicht zitronig, ohne Säure und ohne Bitterkeit. Mit Zitronengras ist er nicht verwandt, auch wenn beide nach Zitrone duften. Zitronengras ist ein Süßgras, Melisse ein Lippenblütler. Auch geschmacklich unterscheiden sich beide: Zitronengras schmeckt kräftiger und herber, Melisse weicher und blumiger. Wer es etwas kräftiger mag, kann Melisse mit Pfefferminze kombinieren.
Fazit
Melissentee ist ein milder Tee für ruhige Momente und für den Abend. Er schmeckt frisch und zitronig und passt gut in ein kleines Teeritual. Wenn du mehr Auswahl suchst, schau bei Teesorten vorbei.
Häufige Fragen
Wie schmeckt Melissentee?
Mild, frisch und leicht zitronig, ohne Bitterkeit. Weicher und blumiger als Zitronengras.
Wie viele Tassen Melissentee darf ich am Tag trinken?
Die EMA nennt ein- bis dreimal täglich eine Tasse, jeweils 1,5 bis 4,5 g Blätter auf 150 ml Wasser. Halten Beschwerden länger als zwei Wochen an, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wann trinke ich Melissentee am besten?
Das ist Geschmackssache. Viele trinken ihn nach dem Essen oder abends als Teeritual. Er enthält kein Koffein.
Kann ich Melissentee in der Schwangerschaft trinken?
Die EMA empfiehlt die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit wegen unzureichender Daten nicht. Sprich vorher mit Ärztin oder Hebamme.