23 Achtsamkeitsübungen: Sofort weniger Stress und mehr Frieden

Lesezeit 15 Minuten

Achtsamkeit könnte als Schlüssel zum Glück bezeichnet werden. Während viele Menschen mit ihren Gedanken irgendwo herumhängen, sie Sorgen quälen oder Hoffnungen Mut machen, ist der achtsame Mensch im Moment. 

Er ist hier und er ist jetzt. Die Achtsamkeit umfasst drei Kernaspekte: Den Raum, die Zeit und die Art. Du bist mit deinem Geist im gleichen Raum und zur gleichen Zeit aktiv wie dein Körper. Und diesen Moment, den du beobachtest, bewertest du nicht. Die Achtsamkeit hat dadurch einen entscheidenden Vorteil: Sie wirkt auch im Hier und Jetzt. 

Achtsamkeit kann dabei auch bedeuten, dass du zuvor Alltägliches neu erfährst, indem du es aus einer neuen Perspektive betrachtest. Du durchbrichst damit alte Routinen und erlangst einen neuen Blick auf dein Leben. Es geht im Grunde darum, eine Distanz zu den eigenen Gedanken aufzubauen und sich auf bestimmte Dinge zu konzentrieren.

In diesem Beitrag haben wir dir eine Übersicht mit 23 Achtsamkeitsübungen zusammengestellt. 23 Übungen, die dir helfen können deine ersten Schritte im Bereich der Achtsamkeit zu machen. Aber auch bereits achtsamen Menschen zeigt der Beitrag neue Möglichkeiten auf, die eigene Achtsamkeit weiterzuentwickeln.

Grundsätzlich solltest du offen gegenüber den Übungen sein und sie unvoreingenommen ausprobieren. Dabei muss nicht jede Übung für dich passend sein. Aber bleib am Ball und denke daran, dass es bei diesen teils einfachen Übungen darum geht, eine neue Perspektive auf die Dinge zu bekommen und sie konzentriert wahrzunehmen.

23 Achtsamkeitsübungen in der Übersicht

1. Die Kleinigkeiten im Alltag wahrnehmen.

Unser Alltag ist oft stressig und hektisch, sodass wir kaum Zeit finden, unser Leben zu entschleunigen. Auf dem Weg von einer Aufgabe zur nächsten verpassen wir es, die Dinge bewusst wahrzunehmen und sogar zu genießen.

Doch häufig sind es die Kleinigkeiten, die unsere Leben lebenswert machen. Dabei erscheinen uns viele dieser Kleinigkeiten eher beschwerlich und hinderlich, aber aus der richtigen Perspektive betrachtet, werden sie zu kleinen Glücksmomenten.

Wenn der Wecker morgens klingelt und du aufstehst, werde dir klar, dass über Nacht etliche Menschen auf der ganzen Welt gestorben sind und nicht mehr die Möglichkeit haben, einen neuen Tag zu erleben. Du kannst auf diese Weise jede noch so kleine Alltagssituation zu einem Erlebnismoment machen:

  • Reichhaltige Auswahl an Lebensmitteln.
  • Ein Lächeln deines Kindes oder deines Partners.
  • Fließendes Wasser beim Duschen.
  • Der Besitz eines Autos und die Möglichkeit der Mobilität (auch wenn du in einem Stau stecken magst).
  • Nette Worte von Fremden oder Bekannten.

Die Besonderheit dieser vermeintlichen Kleinigkeiten wird uns oft erst bewusst, wenn wir sie nicht mehr haben. Wenn dein Auto kaputt ist und du zu Fuß oder mit der Bahn zur Arbeit musst, wird dir bewusst, wie komfortabel die Reise mit einem Auto ist. Im Grunde geht es bei dieser Übung darum, das Bewusstsein für die kleinen Dinge im Leben zu schärfen und sich ihrer Besonderheit klar zu werden.

2. Kurze Atempause nehmen

Unser Atem verändert sich je nach körperlichem Zustand. Sind wir gestresst, wird unsere Atmung flacher und unbewusster. Doch diese körperliche Reaktion kannst du kontrollieren und umkehren. Selbst ohne Stress lohnt sich eine kurze und bewusste Atempause.

Während dieser Pause ziehst du dich aus dem Trubel etwas zurück. Du beobachtest für ein paar Sekunden deinen eigenen Atem. Werde dir bewusst, ob du gerade schnell oder langsam atmest. Ist dein Atem gleichmäßig oder unruhig? 

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©motoki – pexels.com

Wenn du dies getan hast, fange an deine eigene Atmung zu kontrollieren. Hole tief Luft und spüre wie der Sauerstoff deine Lungen füllt und sich deine Bauchdecke hebt. Lass danach die Luft wieder langsam aus deinen Lungen. Versuche diesen Vorgang so fokussiert wie möglich wahrzunehmen. Wiederhole das Ein- und Ausatmen in einem für dich entspannten Rhythmus. Du wirst merken, wie dein Körper und dein Geist mit der entspannten und ruhigen Atmung gleichziehen.

3. Rede positiv auf dich ein

Reden ist Silber, Eigengespräche sind Gold. Vorausgesetzt du machst es richtig. Jeder von uns führt täglich lange Diskussionen mit sich selbst. Vieles davon passiert unbewusst, während wir unter anderem die nervigen Kleinigkeiten (Übung 1) des Alltags bewältigen. Und eben diese inneren Monologe erschaffen eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.

Wenn du dich selbst für Fehler fertig machst oder deine Gespräche immer wieder auf problematische Umstände lenkst, dann erschaffst du für dich ein toxisches Umfeld. Aus dieser negativen Gedankenspirale kommst du nur, wenn du sie zu einer positiven Gedankenflut umformst. Und das ist sogar leichter als gedacht.

Machst du dir beispielsweise andauernd Gedanken darüber, wie dir ein bestimmter Fehler unterlaufen konnte, dann richte deine Gedanken darauf, was du alles aus der Situation lernen konntest und dass du für zukünftige Situationen besser vorbereitet bist. Du kannst das Prinzip auf jeden Gedanken von dir anwenden und mit der Zeit wird dir auch immer schneller klar, wenn du mal in ein negatives Selbstgespräch abdriftest.

4. Sag nein zu deinen schlechten Gewohnheiten oder jeden Tag 1 % besser

Die Gewohnheiten bestimmen unseren Alltag und somit unser Leben. Ändere deine Gewohnheiten und du änderst dein Leben. Doch erst einmal musst du die schlechten Gewohnheiten auch als solche identifizieren. 

Merkst du zum Beispiel, dass du die Schlummertaste jeden Morgen noch zehnmal betätigst, bevor du aufstehst und so noch unausgeschlafener als zuvor bist? Dann musst du nicht von einem auf den anderen Tag plötzlich kerzengerade nach dem Klingeln des Weckers neben dem Bett stehen. Nutze diese Übung in Verbindung mit Übung 3 und fokussiere dich auf das positive Ergebnis, nämlich morgens nach dem ersten Klingeln des Weckers ausgeschlafen aufzustehen.

Und reduziere dann Schritt für Schritt deine schlechte Gewohnheit. Nach dem ersten Tag drückst du nur neun Mal die Schlummertaste, am darauffolgenden Tag nur noch achtmal und so weiter. Ehe du dich versiehst, stehst du auf, wenn du aufstehen sollst. 

Diese kleinen Veränderungen sind zunächst nicht spürbar, weil sie eben minimal sind. Doch je mehr Tage vergehen und je häufiger du die positive Gewohnheit praktizierst, umso deutlicher werden dir deine Verhaltensänderungen. Womit du dann auch ein neues Lebensgefühl erreichst.

5. Frag dich Warum du etwas tust, bevor du es tust.

Ab und zu überstürzen wir Entscheidungen oder reagieren auf Basis alter Gewohnheiten. Doch nur, weil etwas mal funktioniert hat oder gut für dich war, bedeutet es nicht, dass es heute immer noch so ist.

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©Karl Fredrickson – pexels.com

Ich bin zum Beispiel an einer Kreuzung mit Vorfahrtsschild irgendwann nur noch abgebogen, ohne auf das Schild zu achten. Eines Tages ist mir dann zufällig aufgefallen, dass das Schild ausgetauscht wurde. Es war kein Vorfahrtsschild mehr, sondern ein Stoppschild. Wie lange es da schon hing, kann ich dir nicht sagen, aber es hätte teuer und gefährlich werden können. Und solche Fälle begegnen uns täglich. Wir machen die Dinge irgendwann wie in Trance, weil wir sie so häufig wiederholt haben.

Doch deine eigene Reflektion kann dir enorm weiterhelfen, achtsamer und besser zu leben. In meinem Fall sogar bares Geld zu sparen und Sach- bzw. Personenschäden zu vermeiden. Versuche dich einen ganzen Tag bewusst zu beobachten. Notiere dir, welche Tätigkeiten du unternimmst und ziehe am Abend ein kleines Resümee, was du warum machst. Dann kannst du in Ruhe nachdenken, ob deine Taten noch einen Sinn für dich ergeben.

6. Akzeptiere deine Fehler und lerne aus Ihnen.

Diese Übung überschneidet sich ein wenig mit Übung 3. Um deine Fehler akzeptieren zu können, brauchst du eine andere Perspektive auf sie. Sei es ein kleiner Fehler wie ein Glas zu zerbrechen oder ein größerer wie einen geliebten Menschen zu belügen. Bei dieser Übung gilt dasselbe Prinzip, egal wie groß oder vermeidbar dein Fehler gewesen wäre.

Die Akzeptanz steht an erster Stelle. Erst wenn du bereit bist dir den Fehler einzugestehen, kannst du ihn auch verarbeiten. Anstatt dich zu fragen, warum du immer diesen Fehler machst oder warum es ausgerechnet dir passiert ist, formuliere die Frage einfach positiv: „Was kann ich machen, um einen solchen Fehler zu vermeiden? 

Häufig hilft ein bewusster und achtsamer Umgang mit dir selbst, deinen Gedanken und Taten dabei, einige grobe Fehler zu vermeiden. Und wenn nicht, dann lernst du durch den positiven Umgang aus ihnen. Auf diese Weise kannst du als Mensch nur gewinnen. 

7. Achte auf deine gesunde Körperhaltung.

Dein Körper und dein Geist bedingen sich. Ein gesunder Körper erleichtert dir nicht nur deinen Alltag, sondern schenkt dir mehr Energie und Fokus für die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben.

Die Körperhaltung ist dabei auch immer ein Ausdruck deines Inneren. Wie du deinen Körper trägst, so fühlst du dich auch. Eine gesunde und gerade Körperhaltung hilft dir dabei ein besseres Lebensgefühl zu erlangen. Des Weiteren sorgt die aufrechte Haltung nicht nur wortwörtlich für einen besseren Überblick, sondern gibt dir auch emotional mehr Stärke.

8. Konzentriere dich auf deine Stärken.

Wenn wir bereits bei deinen Stärken sind: Konzentriere dich auf sie. Jeder von uns hat natürlich auch seine Schwachpunkte, aber wir neigen dazu, eben diese übermäßig zu analysieren und zu unserem Mittelpunkt zu machen. 

Es entsteht so schnell das Gefühl, dass wir nichts richtig können und keine besondere Stärke haben. Dabei hast du dich nur mehr oder weniger freiwillig dazu entschieden, deine Stärken zu ignorieren.

Wenn du am Boden bist, helfen dir deine Stärken wieder hoch. Und löse dich von Konzepten, was Stärken ausmachen. Eine Stärke kann bereits eine Kleinigkeit sein, wie besonders gut Ordnung halten zu können. Vieles ist uns selbst auch als Stärke nicht einmal bewusst. Frage Freunde und Bekannte, was sie an dir schätzen. Du wirst erstaunt sein, was andere Menschen für tolle Fähigkeiten in dir erkannt haben. Es ist Zeit, dass auch du sie erkennst und sie dir klarmachst.

9. Nimm dir Zeit fürs Essen.

Unsere Körper sind das, was wir gegessen haben. Das, was du heute bist, ist eine Ansammlung dessen, was du über die Jahre zu dir genommen hast. Leider ist diese verblüffend einfache Tatsache den wenigsten Menschen bewusst. Und deshalb schlingen viele ihr Essen runter oder quetschen schnelle Snackpausen in den vollen Terminkalender.

Das Essen ist etwas Besonderes, weil die Nahrung zu einem Teil von dir wird. Nimm dir Zeit jeden Bissen bewusst zu genießen. Kaue langsam, versuche den Geschmack zu schmecken und die Konsistenz zu fühlen. Das bewusste Essen ermöglicht dir abzuschalten und aus deinem Kopf wieder in deinen Körper zu kommen. 

10. Schließe deine Augen für ein paar Minuten und tue nichts.

Das ist eine der schwereren Übungen für viele von euch. Wir haben verlernt, nichts zu tun. Es erscheint uns fast irrsinnig, unproduktiv zu sein. Aber in dieser Übung liegt eine besondere Kunst und ein großes Potenzial für dich.

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©Nathan Dumlao – pexels.com

Erstelle dir hierzu eine tägliche Erinnerung auf deinem Smartphone, die zu einer bestimmten Uhrzeit aktiv wird. Dann legst du alles beiseite, das du gerade machst und konzentrierst dich auf dich. Schließe deine Augen und beobachte einfach nur, was dir durch den Kopf geht, was du in dem Augenblick fühlst. Versuche nur zu beobachten, nicht zu beurteilen. Diese Übung schärft deine Achtsamkeit und deine Konzentrationsfähigkeit. 

11. Achte auf deine natürlichen Energie-Phasen

Jeder von uns hat seinen individuellen Biorhythmus. Das heißt, du hast natürliche Hoch- und Tiefphasen über den Tag verteilt. Diese Phasen bestimmen deine Leistungsfähigkeit und deinen Gemütszustand.

Deshalb ist es wichtig, dass du weißt, wann du energiegeladen bist und wann du dein Tagestief hast. So kannst du Tätigkeiten, die deine volle Aufmerksamkeit erfordern, zur Tageszeit deines Hochs absolvieren. Wie findest du heraus, wann du deine natürliche Energie-Phase hast? Setze dich ehrlich mit dir selbst auseinander. Beobachte dich und deine Routinen unter der Woche und schreibe dir die Zeitpunkte auf, zu denen du:

  • motiviert und energiegeladen bist.
  • dein Tagestief hast und eine Pause brauchst.
  • besonders kreativ bist.
  • Kaffee oder Süßes als Energiekick benötigst.

Anhand dieser Daten kannst du ableiten, wann deine besten und schlechtesten Tagesphasen sind. Aber Vorsicht! Die Daten von einem einzelnen Tag sind nicht aussagekräftig, um auf deinen Biorhythmus zu schließen. Je mehr Daten du hast, desto genauer kannst du deine Energie-Phasen erfassen.

12. Mach einen Spaziergang.

Sich die Beine vertreten und den Kopf frei kriegen. Ein Spaziergang ist sowohl für deinen Körper als auch Geist eine Wohltat. Doch auch das Spazierengehen will gelernt sein. Die ganze Zeit am Handy zu hängen, während du spazierst, erfüllt nicht den eigentlichen Zweck.

Lass dein Smartphone am besten zu Hause oder in deiner Tasche. Nimm die Welt draußen bewusst wahr. Versuche dir so viele Sachen wie möglich einzuprägen und dabei bewusst zu atmen. Spüre jeden einzelnen Muskel in deinen Beinen, während du gehst. Du kannst deinen Verstand nach Belieben auf verschiedene Körperteile konzentrieren und einen normalen Spaziergang zum neuartigen Erlebnis machen.

13. Mach einen Handy-freien-Tag.

Ja, auch das muss mal sein. Heutzutage gehört die handyfreie Zeit zum Digital Detox, doch es geht nicht darum, dich zu entgiften, sondern neu zu fokussieren. Wir sind ein eCommerce-Unternehmen und leben viel in der digitalen Welt, doch auch wir wissen, dass mal Pause sein muss. Und darum geht es beim handyfreien Tag.

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Unsere Smartphones zerren an unserer Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Wenn du dir einen Tag in der Woche, zum Beispiel den Sonntag, als handyfreien Tag einplanst, wirst du erstaunt sein, wie viel Zeit du auf einmal hast, wenn du keine Nachrichten, Stories und Posts checkst.

Und in dieser Zeit kannst du endlich Dinge machen, die du schon immer mal machen wolltest: ein gutes Buch lesen, etwas schreiben, malen oder musizieren oder einfach auch nur entspannen. Nutze die Zeit, um zu merken, wie kostbar deine Zeit ist und wie viel du erreichen kannst.

14. Nimm dir morgens Zeit für dich.

Nimm dir morgens Zeit für die Dinge, die dir guttun – außer weiterzuschlafen. Meditiere, dehne dich, mache Sport, dusche dich kalt ab oder bereit dir ein leckeres Frühstück vor. Zelebriere den Morgen und das, was du machst.

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Wenn du morgens zunächst nur für dich aufstehst, nimmt dir das die Last von den Schultern als für irgendjemand anderen aufzustehen. Klingt zunächst vielleicht merkwürdig, aber so gehört der Morgen erstmal nur dir. Und danach kannst du dich deinen Pflichten widmen –  gut gelaunt, energiegeladen und achtsam.

15. Baue eine Abendroutine auf.

Baue dir parallel zum Morgen eine feste Abendroutine auf. Diese hilft dir, deinen Körper und Verstand auf die Nacht vorzubereiten. Ein achtsames Ritual vor dem Schlafengehen beruhigt dich nach einem stressigen Tag, erdet dich und bietet dir die Möglichkeit, den Tag zu reflektieren.

Dimme zum Beispiel ungefähr 45 Minuten vor dem Schlaf das Licht. So bereitest du deinen Körper langsam auf die Nacht vor. Dusche dich und putze dir deine Zähne. Schalte 30 Minuten vor dem Schlaf alle elektronischen Geräte aus, die ein Display haben und blaues Licht ausstrahlen. Das gaukelt deinem Körper nämlich vor, dass es noch hell sei, was dein Einschlafen stören kann. Um zu vermeiden, dass du im Bett in einen Gedankenstrudel verfällst, kannst du eine Art Tagebuch führen, in dem du schriftlich mit deinem Tag abschließt. Auf diese Weise kreierst du eine Trennung zwischen dem, was am Tag passierte, und dem jetzt erholsameren Schlaf.

16. Führe ein Dankbarkeitstagebuch.

Das Dankbarkeitstagebuch ist der Übung 1 sehr ähnlich. Hierbei führst du eine schriftliche Liste der Dinge, für die du dankbar bist. Und das kann anfangs echt schwierig sein, weil du dich eventuell fragen magst, wofür gerade du dankbar sein solltest.

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©Priscilla Du Preez – pexels.com

Die Liste kann dabei sehr lang sein: Ich lebe. Ich atme. Ich habe ein Dach über dem Kopf. Ich habe tolle Freunde. Ich habe immer genügend Essen auf dem Tisch. Ich habe fließendes Wasser. Ich habe einen Job und ein geregeltes Einkommen. Und so weiter. 

Wenn es dir schwerfällt, für irgendwas dankbar zu sein, dann mache ein kleines Gedankenexperiment: Stelle dir vor, wie du dich fühlen würdest, wenn du nicht mehr atmen könntest, wenn du kein Dach mehr über den Kopf hättest, wenn du keine Freunde und nicht genügend Essen auf dem Tisch hättest. 

17. Nimm eine kalte Dusche.

Diese Übung ist nichts für Warmduscher. Was zunächst wie pure Folter klingen mag, entpuppt sich mit der Zeit als Jungbrunnen. Eine kalte Dusche bringt deinen schlappen Kreislauf ordentlich auf Trab und vor allem dein Bewusstsein ins Hier und Jetzt.

Egal, wo du mit deinen Gedanken sein magst, wenn das Wasser kalt wird, bringt dich das direkt in deinen Körper. Und versuche das Wasser bewusst wahrzunehmen. Beobachte, wie dein Körper auf die Kälte reagiert, wie er sich zusammenzieht, wie deine Atmung und dein Herz schneller werden. Doch übertreibe es anfangs nicht, wenn es gar nicht geht, dann lass es lieber.

Aber aus eigener Erfahrung wissen wir, dass der Anfang am schwersten ist. Ich persönlich bin mittlerweile so weit, dass ich mich auf die kalten Tropfen freue. Meine Atmung verändert sich auch nicht mehr so stark. Früher schnappte ich noch schnell nach Luft, jetzt kontrolliere ich meinen Atem. Und wenn ich danach aus der Dusche steige, fühle ich mich belebt und völlig in meinem Körper angekommen.

18. Plane dein Tag.

Halb geplant ist halb gewonnen. Wenn du deinen Tag am Abend zuvor, zum Beispiel während der Abendroutine, planst, machst du Platz in deinem Kopf. Du brauchst dir nicht mehr Gedanken zu machen, was du alles zu erledigen hast oder was du vergessen haben könntest.

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Dadurch, dass du bereits einen klaren Plan von deinem Tag hast, eine Art Weg, den du entlang gehst, hast du mehr Raum für andere Dinge. Zum Beispiel für ein paar Übungen aus diesem Beitrag oder für unvorhergesehene Situationen. 

Die Planung gibt dir eine Struktur und Strukturen helfen uns Menschen uns zurechtzufinden. Auf diese Weise schaffst du dir geistige Kapazitäten, um mehr achtsame Momente über den Tag verteilt zu haben.

19. Nimm dir Zeit, um in einem Buch zu lesen.

Bücher eignen sich hervorragend, um deinen Horizont zu erweitern und deine Achtsamkeit zu üben. Suche dir einfach ein Thema heraus, das dich interessiert und kaufe dir ein entsprechendes Buch.

Setze dich oder lege dich hin und fange an zu lesen. Das mag für Menschen, die nicht viel lesen, schwierig sein, doch du profitierst auf lange Sicht mehrfach davon. Das Lesen bringt dich auf andere Gedanken, trainiert deine Konzentration und lehrt dich Dinge, die dir vorher unbekannt waren.

20. Mach eine Atem- oder Gehmeditation

Kurz vorab: Meditation bedeutet nicht im Schneidersitz laut OM zu rufen. Es geht vielmehr darum den Geist zu sammeln und zu beruhigen. Und das kannst du auf vielfältige Art und Weise machen.

Zum Beispiel in dem du in einem bestimmten Rhythmus atmest. Ein einfaches Muster ist dabei das 1:2 Atemkontrollmuster. Es beruhigt und verlangsamt deine Herzfrequenz. Vereinfacht gesagt, atmest du doppelt so lange aus, wie du einatmest. Atmest du 3 Sekunden ein, atmest du in dem Fall 6 Sekunden aus. Und darauf fokussierst du deinen Geist. Du kannst das Atemmuster natürlich variieren.

Vielleicht ahnst du es schon, es gibt nicht nur die Atemmeditation. Du kannst diesen meditativen oder entspannt-konzentrierten Zustand auf alles anwenden. So auch auf eine simple Aktivität wie das Gehen. Setze dabei jeden Schritt langsam und bewusst. Spüre wie ein Bein dich stützt, während das andere sich hebt. Wenn du diesem Rhythmus lange genug beachtest, kommst du in einen tiefen Meditationszustand. 

Gehen und Atmen sind nicht so dein Ding? Dann versuche eine Lieblingstätigkeit von dir mit fokussiertem Geist und totaler Hingabe auszuüben.

21. Mach dein Bett.

Der frühe Vogel fängt den Wurm oder macht sein Bett. Wenn du Probleme dabei hast morgens in Fahrt zu kommen, hilft dir diese vermeintlich simple Aufgabe dabei. 

Normalerweise wälzen wir uns im Bett, stehen irgendwann auf und schleppen uns dann auf die Toilette oder in die Küche. Du kannst diesen zähen Teufelskreis durchbrechen, indem du dein Bett machst. Und zwar als Erstes nach dem Aufstehen. Das hat einen großen psychologischen Vorteil. Du hast erstens ein aufgeräumtes Schlafzimmer und zweitens ziehst symbolisch einen Schlussstrich unter die Nacht, wodurch dein Körper ein klares Signal zum Start in den Tag bekommt.

22. Scanne deinen Körper

Beim sogenannten Body Scan beobachtest du deinen Körper an verschiedenen Stellen. Du nimmst zum Beispiel wahr, wie sich deine Hand in diesem Moment anfühlt, ohne dies jedoch zu bewerten.

Das ermöglicht dir ein tiefer gehendes Körpergefühl zu erlangen und deinen Fokus von wiederkehrenden Gedanken auf deinen Körper zu richten und die Empfindungen zu lenken.

23. Mach den Haushalt

Ordnung ist das halbe Leben oder die halbe Miete. Tatsächlich ist da auch im Bereich der Achtsamkeit was Wahres dran. Äußeres Chaos lenkt unsere Gedanken nämlich ab und ist häufig ein Ausdruck eines inneren Ungleichgewichts.

Außerdem wirkt sich das Chaos unterbewusst auf dein Wohlbefinden aus. Eine saubere und aufgeräumte Wohnung schafft dir Raum für dich und letztlich somit auch um achtsamer mit dir und den Dingen um dich herum umzugehen. Also putze die Küche, räume deinen Schreibtisch auf oder deinen Kleiderschrank aus. 

Titelbildquelle:

©Javardh – pexels.com

Michael ist leidenschaftlicher Texter. Er unterstützt Tea'n'Chill dabei für euch die besten Artikel zu schreiben!

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