Ginseng Tee: Zubereitung, Geschmack & Hinweise

Inhalt dieses Beitrags
Ginseng-Tee wird aus der Wurzel von Panax ginseng zubereitet. Er schmeckt erdig, leicht süßlich und etwas bitter. Du brühst ihn mit etwa 90 °C heißem Wasser und lässt ihn 5 bis 10 Minuten ziehen. Für Schwangere, Stillende und Menschen unter 18 Jahren ist Ginseng nicht geeignet.
Hier erfährst du, wie du Ginseng-Tee zubereitest, woher die Pflanze kommt und worauf du achten solltest.
Die wichtigsten Fakten
- Wassertemperatur: etwa 90 °C, Ziehzeit 5 bis 10 Minuten.
- Geschmack: erdig, leicht süßlich, mit bitterer Note.
- Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht unter 18 Jahren.
- Mögliche Nebenwirkungen: Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, Hautreaktionen.
Was ist Ginseng Tee?
Die Pflanze heißt botanisch Panax ginseng (Koreanischer oder Asiatischer Ginseng). Sie stammt ursprünglich aus Nordostchina, Korea und Teilen Sibiriens und hat in der Kultur Ostasiens seit sehr langer Zeit einen festen Platz. Die Wurzel wird nach mehreren Jahren Wachstum geerntet.
Weißer und roter Ginseng stammen von derselben Pflanze. Weißer Ginseng wird getrocknet, roter Ginseng vorher gedämpft. Dadurch unterscheiden sich die Inhaltsstoffe und der Geschmack etwas.
Inhaltsstoffe
Die Wurzel enthält Ginsenoside, Polysaccharide, ätherische Öle und phenolische Verbindungen. Welche Menge davon im Tee landet, hängt stark von Wurzelqualität und Zubereitung ab.
Ginseng-Arten
Nicht alles, was „Ginseng“ heißt, ist Panax ginseng:
- Amerikanischer Ginseng (Panax quinquefolius) ist eine eigene Art mit anderem Ginsenosid-Profil.
- Sibirischer Ginseng (Eleutherococcus senticosus), auch Taigawurzel, ist kein echter Ginseng, gehört aber ebenfalls zu den Araliengewächsen. Mehr dazu unter Taigawurzeltee.
Ginseng Tee Zubereitung
Für die Menge gibt es beim Tee keine einheitliche Vorgabe. Halte dich deshalb an die Angabe auf der Packung. Als grobe Orientierung werden bei Teeaufgüssen oft einige Gramm Wurzel auf eine Tasse genommen.

- Frische Wurzel in dünne Scheiben schneiden. Getrocknete Wurzelstücke kannst du direkt verwenden.
- Wasser aufkochen und 2 bis 3 Minuten abkühlen lassen, bis etwa 90 °C erreicht sind.
- Wurzel mit rund 250 ml Wasser übergießen, am besten mit Teesieb.
- 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen.
Trinke den Tee eher morgens oder vormittags, da Ginseng bei manchen Menschen die Nachtruhe stören kann. Bei Beschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten, holst du ärztlichen Rat ein.
Geschmack und Ritual
Ginseng-Tee schmeckt erdig, leicht süßlich und herb. Viele mögen gerade diese Mischung als ruhige Tasse am Vormittag. Roter Ginseng schmeckt oft etwas würziger, weißer milder. Mit einem Stück Ingwer oder etwas Honig lässt sich der Geschmack abrunden. Eine Teepause mit Ginseng kann ein kleines Morgenritual sein.
Wer sollte verzichten, und was ist zu beachten?
- Schwangerschaft und Stillzeit: nicht anwenden (Datenlage unzureichend). Siehe Tee in der Schwangerschaft.
- Unter 18 Jahren: nicht anwenden.
- Medikamente: Ginseng kann die Blutgerinnung und den Blutzucker beeinflussen. Bei Blutverdünnern, Diabetes-Medikamenten oder Autoimmunerkrankungen vorher mit Arzt oder Ärztin sprechen.
- Nebenwirkungen: Schlaflosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Juckreiz oder Nesselsucht. Selten wurden schwere Hautreaktionen und Leberschäden berichtet.
- Dauer: Trinke Ginseng-Tee nicht dauerhaft und sprich bei längerer Verwendung mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke.
Ginseng-Tee ist ein Genussmittel und kein Arzneimittel. Bei Müdigkeit oder Schwächegefühl, die anhalten, lass die Ursache ärztlich abklären.
Herkunft, Anbau und Ernte
Panax ginseng wächst langsam. Die Pflanze mag kühle, schattige Standorte und lockeren, humusreichen Boden. Im Anbau, etwa in Korea und China, werden die Beete meist beschattet, weil direkte Sonne der Pflanze nicht gut bekommt. Die Wurzeln bleiben mehrere Jahre im Boden, oft vier bis sechs, bevor sie geerntet werden. Danach werden sie gewaschen und getrocknet oder gedämpft.
Wild gewachsene Wurzeln sind selten geworden. Was im Handel liegt, stammt in der Regel aus Anbau. Die lange Wachstumszeit gehört zu den Gründen, warum Ginseng zu den aufwendigeren Pflanzen im Anbau zählt. Für dich heißt das vor allem: Schau beim Einkauf genau auf Herkunft und Qualität.
Die Ginseng-Arten im Überblick
| Bezeichnung | Pflanze | Verarbeitung | Koffein |
|---|---|---|---|
| Weißer Ginseng | Panax ginseng | geschält oder ungeschält, getrocknet | nein |
| Roter Ginseng | Panax ginseng | gedämpft und getrocknet | nein |
| Amerikanischer Ginseng | Panax quinquefolius | Wurzel, meist getrocknet | nein |
| Sibirischer Ginseng | Eleutherococcus senticosus | kein echter Ginseng, Wurzelrinde | nein |
Die Pflanze selbst enthält kein Koffein. Ginseng-Tee ist deshalb koffeinfrei, solange du ihn nicht mit Grüntee oder Mate mischst. Das gilt auch für Fertigmischungen, bei denen du die Zutatenliste prüfen solltest.
Geschmack und Aroma
Ginseng-Tee ist kein Tee für den schnellen Durst. Er schmeckt erdig und holzig, mit einer leisen Süße im Hintergrund und einem bitteren Nachklang. Wer Grüntee mag, wird ihn weniger grasig und deutlich wurzeliger finden. Der Duft erinnert manche an feuchte Erde und getrocknetes Holz.
Roter Ginseng bringt durch das Dämpfen eine würzigere, etwas dunklere Note mit. Weißer Ginseng ist meist zurückhaltender. Probiere beide, wenn du magst, und vergleiche in Ruhe, ohne Zucker, bevor du Zutaten dazugibst.
Zubereitung in Varianten
Mehrere Aufgüsse aus derselben Wurzel
Wurzelstücke geben ihr Aroma nicht auf einmal ab. Viele gießen deshalb zwei- bis dreimal auf und verlängern die Ziehzeit mit jedem Aufguss etwas. Der Geschmack wird dabei milder. Mehr zum Prinzip findest du unter zweiter Teeaufguss.
Sanft köcheln statt überbrühen
Die EMA beschreibt für Ginsengwurzel als Tee eine Abkochung (Decoction). Dickere Wurzelscheiben werden in Ostasien oft einige Minuten bei niedriger Hitze gekocht, statt nur überbrüht. Die genaue Dauer hängt von der Schnittstärke ab. Halte dich an die Angabe des Herstellers und lass das Wasser nur leise sieden.
Mit Ingwer, Zitrusschale oder Honig
Ein paar dünne Scheiben Ingwer, ein Streifen unbehandelte Orangen- oder Zitronenschale oder ein Teelöffel Honig runden den herben Ton ab. In Korea wird Ginseng-Tee häufig gesüßt serviert. Auch Zimt passt zum würzigen Aroma des roten Ginsengs.
Ginseng in der Küche
Ginseng ist in Korea nicht nur ein Teegetränk. Die Wurzel kommt auch in Suppen vor, etwa in Samgyetang, einer Hühnersuppe. Wenn du die Wurzelreste nach dem Tee nicht wegwirfst, kannst du sie in dünne Scheiben schneiden und noch einmal aufgießen.
Einkauf, Qualität und Lagerung
Ginseng gibt es als ganze Wurzel, in Scheiben, als Pulver und in Teebeuteln. Das macht den Vergleich schwierig. Diese Punkte erleichtern die Auswahl:
- Auf der Packung steht die lateinische Bezeichnung (Panax ginseng) und die Art.
- Das Herkunftsland und der Hersteller sind genannt.
- Bio-Qualität und ein Prüfbericht zu Rückständen und Schadstoffen sprechen für einen sorgfältigen Anbieter.
- Die Wurzel riecht frisch-erdig und nicht muffig. Schimmel oder feuchte Stellen sind ein Grund, die Ware zu entsorgen.
- Nahrungsergänzungsmittel und Extrakte sind etwas anderes als Tee. Verwechsle die Produkte nicht.
Bewahre Ginseng trocken, dunkel und luftdicht auf, am besten in einer Teedose. Ganze Wurzelstücke halten ihr Aroma in der Regel länger als Pulver. Achte auf das Mindesthaltbarkeitsdatum.
Zubehör und Wasser
Für Wurzeltee eignet sich eine Kanne aus Glas oder Porzellan mit Sieb. Ein Teesieb mit feiner Maschung hält Wurzelreste zurück, siehe Teesieb. Ein Thermometer ist praktisch, aber nicht nötig: Lass das gekochte Wasser einfach zwei bis drei Minuten stehen. Weiches bis mittelhartes Wasser lässt das Aroma klarer wirken. Bei sehr kalkhaltigem Wasser kann sich ein feiner Film auf dem Tee bilden, der nicht schädlich ist.
Eine Teepause am Vormittag
Weil Ginseng am Abend für manche zu anregend ist, passt er in den Vormittag. Nimm dir dafür bewusst zehn Minuten: Wasser erhitzen, Wurzel übergießen, das Aroma wahrnehmen, ohne Handy trinken. Ideen für solche Pausen findest du unter Teepause und Tee-Ritual.
Fazit
Ginseng-Tee ist ein erdig-herbes Getränk mit langer Tradition in Ostasien. Wenn du ihn probierst, nimm ihn vormittags und in Maßen. Mit koffeinhaltigem Tee wie Yerba Mate oder Grüntee solltest du ihn nicht kombinieren, wenn du empfindlich auf Koffein reagierst oder schlecht schläfst.
Häufige Fragen
Wie schmeckt Ginseng-Tee?
Erdig, leicht süßlich und mit bitterer Note. Roter Ginseng ist meist würziger als weißer.
Wie lange sollte man Ginseng-Tee ziehen lassen?
5 bis 10 Minuten mit etwa 90 °C heißem Wasser.
Hat Ginseng-Tee Nebenwirkungen?
Ja, möglich sind Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden und Hautreaktionen. Er kann außerdem Blutzucker und Blutgerinnung beeinflussen.
Ist Ginseng-Tee in der Schwangerschaft erlaubt?
Nein, in Schwangerschaft und Stillzeit solltest du darauf verzichten.
Enthält Ginseng-Tee Koffein?
Nein, die Ginseng-Wurzel enthält kein Koffein. In Mischungen mit Grüntee, Schwarztee oder Mate kann Koffein enthalten sein.
Kann ich Ginseng-Wurzeln mehrfach aufgießen?
Ja, viele gießen zwei- bis dreimal auf. Der Geschmack wird mit jedem Aufguss milder, die Ziehzeit darf etwas länger werden.
Wie lagere ich Ginseng richtig?
Trocken, dunkel und luftdicht, zum Beispiel in einer Teedose. Bei Feuchtigkeit, Schimmel oder muffigem Geruch gehört die Wurzel in den Müll.
Quellen
Titelbildquelle: © euta - pixabay.com