Angelikawurzeltee: Zubereitung, Geschmack & Hinweise

Inhalt dieses Beitrags
Angelikawurzeltee (Engelwurz-Tee) wird aus der Wurzel von Angelica archangelica zubereitet und schmeckt holzig, erdig und leicht bitter. Er ist ein Tee für Neugierige, die kräftige, herbe Aromen mögen. Wegen der Inhaltsstoffe solltest du ihn nicht dauerhaft und nicht in der Schwangerschaft trinken.
Hier erfährst du, was Angelikawurzeltee ist, wie du ihn zubereitest, wie er schmeckt und worauf du achten solltest.
| Zubereitung | Ziehzeit | Herkunft | Geschmack |
| 1/2 - 1 TL getrocknete, zerkleinerte Angelikawurzel mit einer Tasse (ca. 250-300 ml) heißem Wasser übergießen | 5-10 Minuten | Europa, Nordeuropa | holzig, erdig, leicht bitter |
Was ist Angelikawurzeltee?
Angelikawurzeltee wird aus der getrockneten Wurzel der Pflanze Angelica archangelica gewonnen, die auch Echte Engelwurz oder Garten-Angelika heißt. Sie sollte nicht mit dem chinesischen Kraut Angelica sinensis (Dong Quai) verwechselt werden. Der Überlieferung nach soll die Pflanze nach einem Engel benannt sein, der in Pestzeiten einem Mönch erschienen sein soll.
Die Pflanzen der Gattung Angelica können bis zu 3 Meter hoch werden. Die Blüten sind kugelförmige Dolden in grün-gelblicher Färbung. Der Duft wird als erdig-krautig beschrieben, mit einer leicht moschusartigen Note.
Bei A. archangelica werden Wurzel, Samen, Früchte und Blüten verwendet, bei A. sinensis hauptsächlich die Wurzel. A. sinensis ist vor allem aus der chinesischen Küche und Kultur bekannt.
Angelikawurzeltee Zubereitung
Für eine Tasse (250-300 ml) nimmst du einen halben bis einen Teelöffel getrocknete, geschnittene Angelikawurzel. Übergieße sie mit heißem, aber nicht mehr sprudelnd kochendem Wasser und lass den Tee abgedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen. Die Abdeckung hält die ätherischen Öle im Tee.
Mit einem Tee-Ei oder einem Teesieb trennst du die Wurzelstücke vom Aufguss. Länger als 10 Minuten solltest du den Tee nicht ziehen lassen, sonst wird er sehr bitter.
Der Geschmack ist holzig-erdig mit bitterem Abgang. Manche vergleichen ihn mit Wacholderbeeren. Trinke ihn in kleinen Mengen, etwa ein bis zwei Tassen am Tag, und nicht über längere Zeit am Stück.
Inhaltsstoffe und Aroma
Die Wurzel enthält Bitterstoffe und ätherische Öle. Sie prägen den herben, würzigen Geschmack und das erdige Aroma. Außerdem enthält sie Furanocumarine, auf die sich einige der Hinweise weiter unten beziehen.
Geschmack und Ritual
Angelikawurzeltee ist kein Tee für nebenbei. Der herbe Geschmack lädt dazu ein, langsam und in kleinen Schlucken zu trinken. Viele genießen ihn als bewusste Teepause am Nachmittag oder Abend, zum Beispiel mit einem Löffel Honig, der die Bitternote abrundet. Für Kinder unter einem Jahr ist Honig nicht geeignet.
Küche und Kultur
Die Engelwurz hat in Nordeuropa eine lange Tradition als Gewürz- und Kulturpflanze. Die Stängel werden kandiert und zum Backen und Dekorieren verwendet. Die Wurzel dient als Aromageber, etwa in Bitterlikören.
Ob Angelikawurzeltee für dich infrage kommt, hängt von deinem Geschmack und deiner persönlichen Situation ab. Über Tee und Verdauung allgemein kannst du im Beitrag Tee und Magen-Darm: Ein ehrlicher Überblick nachlesen.
Nebenwirkungen und Hinweise
- Lichtempfindlichkeit: Die Wurzel enthält Furanocumarine. Sie können die Haut empfindlicher gegen UV-Licht machen. Verzichte während der Anwendung auf lange Sonnenbäder und Solarium.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Trinke den Tee in dieser Zeit nicht, da keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorliegen. Mehr dazu im Beitrag Tee in der Schwangerschaft.
- Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür: Hier wird von der Anwendung abgeraten.
- Kinder: Für Kinder liegen keine Daten vor. Gib ihnen den Tee nicht.
- Medikamente: Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, frage vorher in der Apotheke oder bei deiner Ärztin nach.
- Angelikawurzeltee ist ein Genussmittel und kein Arzneimittel. Bei anhaltenden Beschwerden suche ärztlichen Rat.
Botanik, Anbau und Ernte
Die Echte Engelwurz gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceae), wie Anis, Fenchel und Dill. Sie ist meist zwei- bis mehrjährig. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten Jahr wächst der hohe, hohle Stängel mit den Dolden. Sie mag feuchte, nährstoffreiche Böden und steht gern an Bachläufen oder in Gärten.
Ursprünglich ist sie in Nord- und Osteuropa heimisch. Heute wird sie in mehreren europäischen Ländern angebaut. Die Wurzel wird im Herbst oder im Frühjahr geerntet, gewaschen, in Stücke geschnitten und schonend getrocknet. So bleiben Duft und Farbe erhalten.
Einkauf und Lagerung
Kauf Angelikawurzel am besten lose und in Bio-Qualität. Die Stücke sollten aromatisch-erdig riechen und nicht muffig. Staubige oder stark verfärbte Ware lässt du im Regal. Seriöse Anbieter geben die Herkunft an und lassen ihre Kräuter auf Rückstände und Verunreinigungen prüfen. Wenn du das nicht erkennen kannst, frag beim Händler nach.
Sammle die Wurzel nicht selbst in der Natur. Viele Doldenblütler sehen sich ähnlich, und einige davon sind giftig. Eine Verwechslung ist leicht und kann ernste Folgen haben.
Bewahre die getrocknete Wurzel luftdicht, dunkel und trocken auf, zum Beispiel in einer Blechdose. So hält sich das Aroma deutlich länger. Wenn der Duft verblasst ist, schmeckt der Tee nur noch flach.
Varianten und Kombinationen
Pur ist Angelikawurzeltee eine Geschmacksprobe für Mutige. Etwas zugänglicher wird er in Mischungen:
- Mit Pfefferminze: Die Frische nimmt dem Tee etwas von seiner Erdigkeit.
- Mit Fenchel: Die Süße der Samen rundet die Bitternote ab.
- Mit Orangenschale oder Zimtstange: Das gibt dem Tee einen winterlichen Charakter.
- Mit einem Löffel Honig: Er mildert das Herbe, ohne es zu überdecken.
Nimm bei Mischungen nur wenig Angelikawurzel und taste dich langsam heran. Sie ist kräftig, schon eine kleine Menge prägt die ganze Tasse. Auch hier gilt: nicht dauerhaft jeden Tag trinken.
Wassertemperatur und zweiter Aufguss
Das Wasser darf nicht mehr sprudeln. Lass es nach dem Aufkochen kurz stehen und gieß erst dann auf. Heißes Wasser holt die ätherischen Öle heraus, eine Abdeckung hält sie in der Tasse. Einen zweiten Aufguss kannst du ausprobieren, er fällt deutlich schwächer aus. Probiere ihn, bevor du mehr Wurzel nachlegst.
Angelikawurzeltee als kleines Ritual
Ein Tee mit so deutlichem Charakter fordert Aufmerksamkeit. Das ist ein guter Anlass für eine bewusste Teepause: Tasse abdecken, Duft wahrnehmen, in kleinen Schlucken trinken. Wenn du solche Momente öfter einbauen möchtest, findest du im Beitrag zum Tee-Ritual einfache Anregungen. Einen Überblick über andere Tees findest du unter Teesorten.
Interessante Fakten
Gin-Produktion
Die Wurzel der A. archangelica wird manchmal bei der Herstellung von Gin und anderen alkoholischen Getränken verwendet. Die Stängel und Blätter können kandiert werden.
Fazit
Angelikawurzeltee ist ein Kräutertee mit herb-erdigem Geschmack für alle, die kräftige Aromen mögen. Trinke ihn in kleinen Mengen, nicht dauerhaft und nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit.
Häufige Fragen
Wie schmeckt Angelikawurzeltee?
Er schmeckt holzig, erdig und leicht bitter, ähnlich wie Wacholder. Eine kürzere Ziehzeit macht ihn milder.
Wie oft darf ich Angelikawurzeltee trinken?
Als Richtwert gelten ein bis zwei Tassen am Tag, nicht über längere Zeit. Eine feste Höchstmenge für Tee gibt es nicht, deshalb ist Zurückhaltung sinnvoll.
Ist Angelikawurzel dasselbe wie Engelwurz?
Ja, A. archangelica heißt auf Deutsch Engelwurz oder Angelikawurzel. Davon zu unterscheiden ist die chinesische Angelica sinensis (Dong Quai).
Darf ich Angelikawurzeltee in der Schwangerschaft trinken?
Nein, verzichte darauf, da es keine ausreichenden Sicherheitsdaten gibt.
Enthält Angelikawurzeltee Koffein?
Nein. Er ist ein reiner Kräutertee aus der Wurzel und enthält kein Koffein.
Wie lagere ich Angelikawurzel?
Luftdicht, dunkel, kühl und trocken. In einer verschlossenen Dose bleibt das Aroma am längsten erhalten.
Kann ich die Wurzel zweimal aufgießen?
Ja. Der zweite Aufguss schmeckt schwächer und weniger würzig. Ziehzeit und Menge solltest du nicht erhöhen, um das auszugleichen.