Petersilientee: Zubereitung, Geschmack & Hinweise

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Petersilientee ist ein koffeinfreier Kräutertee aus Petersilienkraut. Du übergießt etwa 2 Gramm getrocknetes Kraut mit 150 ml kochendem Wasser und lässt den Tee 10 bis 15 Minuten zugedeckt ziehen. Trink ihn nicht, wenn du schwanger bist, und nimm die Samen nicht für Tee.
Was ist Petersilientee?
Petersilie (Petroselinum crispum) ist ein Kraut, das in fast jeder Küche zu finden ist. Aus Blättern und Stängeln, aber auch aus der Wurzel lässt sich ein Tee zubereiten. Du kannst krause oder glatte Petersilie nehmen. Beide schmecken etwas unterschiedlich, die glatte meist kräftiger.
Petersilientee ist koffeinfrei, weil er nicht von der Teepflanze Camellia sinensis stammt. Mehr dazu erfährst du im Beitrag zum Unterschied zwischen echtem Tee und Kräutertee.
Wichtig zu wissen: Petersilie wurde 2023 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Das heißt nicht, dass das Küchenkraut gefährlich ist, sondern soll auf Risiken konzentrierter Zubereitungen hinweisen. Der kritische Stoff ist Apiol im ätherischen Öl, besonders in den Samen und in blühenden Pflanzen.
Petersilientee Zubereitung

Getrocknete Petersilie besteht meist aus Blättern und Stängeln. Davon nimmst du als Richtwert für eine Tasse etwa 2 Gramm (ca. 1 Esslöffel, je nach Schnitt). Frische Petersilie schneidest du klein, damit die ätherischen Öle freiwerden, und nimmst eine kleine Handvoll, etwa eine Viertel Tasse.
- Menge: ca. 2 g getrocknetes Kraut auf 150 ml Wasser
- Wasser: kochend
- Ziehzeit: 10 bis 15 Minuten, zugedeckt
- Häufigkeit: gelegentlich eine Tasse, nicht dauerhaft und nicht in großen Mengen
Seihe den Tee anschließend durch ein feines Sieb ab. Wenn dir der Geschmack zu grasig ist, passen etwas Zitrone oder Honig dazu.
Petersilienwurzel
Für einen Tee aus der Wurzel reinigst du sie gründlich, schneidest sie klein und übergießt 1 bis 2 Esslöffel mit heißem Wasser. Lass sie etwa 10 Minuten ziehen. Wurzeltees geben ihre Aromen langsamer ab als Blätter. Der Geschmack ist erdig und lässt sich mit etwas Zitrone oder einer anderen Teesorte abrunden.
Petersiliensamen
Von Tee aus Petersiliensamen raten wir ab. Die Samen enthalten besonders viel Apiol. Verbraucherseiten empfehlen, Samen nicht für Tees oder Öle zu verwenden. Nimm für Tee Kraut oder Wurzel.
Geschmack und Inhaltsstoffe
Petersilientee schmeckt grün, kräuterig und leicht herb, mit einer frischen Note, die an das Küchenkraut erinnert. Im ätherischen Öl steckt unter anderem Apiol, dazu kommen Flavonoide.
Frische Petersilie enthält außerdem Vitamin C, Flavonoide wie Apigenin und Luteolin sowie Carotinoide. Im Tee landet davon nur ein Teil, und Vitamin C geht beim Aufbrühen mit heißem Wasser teilweise verloren. Als Vitamin-Quelle ist frische Petersilie in Speisen die bessere Wahl. Mehr zu Flavonoide findest du im Lexikon.
Petersilientee als kleines Ritual
Wer gern mit Kräutern aus dem Garten arbeitet, kann Petersilientee zur kleinen Pause machen: Kraut waschen, klein schneiden, aufgießen, den Duft einatmen. Das dauert ein paar Minuten und gehört für viele zum Reiz selbst gemachter Kräutertees.
Hinweise und Gegenanzeigen
Petersilientee ist kein Ersatz für ärztliche Beratung. Bei Beschwerden, etwa Schmerzen beim Wasserlassen, Fieber, Blut im Urin oder Zyklusproblemen, sprich bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
- Schwangerschaft: Der Inhaltsstoff Apiol gilt in der Schwangerschaft als problematisch. Kleine Küchenmengen gelten als unbedenklich, größere Mengen, Tee und Samen solltest du vermeiden. Mehr dazu bei Tee in der Schwangerschaft.
- Stillzeit und Kinder: Hier fehlen belastbare Daten, verzichte auf regelmäßigen Tee.
- Nieren- und Herzerkrankungen: Bei Herz- oder Nierenschwäche frag vor dem Trinken größerer Mengen deine Ärztin oder deinen Arzt.
- Dauer und Menge: In hohen Dosen kann Apiol Leber und Nieren schädigen und allergische Reaktionen auslösen. Bleib bei kleinen Mengen und trink den Tee nicht über Wochen.
- Blühende Pflanzen: Beim Blühen steigt der Apiol-Gehalt. Ernte Petersilie für Tee vor der Blüte.
- Zyklus: Nimm Petersilientee nicht in der Absicht, die Regel auszulösen. Das ist unsicher und kann riskant sein.
Herkunft und Anbau
Petersilie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wird heute weltweit angebaut. Sie ist zweijährig: Im ersten Jahr bildet sie Blätter, im zweiten Jahr treibt sie einen Blütenstand und bildet Samen. Dann steigt auch der Gehalt an ätherischem Öl und damit an Apiol. Deshalb ist es sinnvoll, für Tee junge Blätter aus dem ersten Jahr zu nehmen.
Es gibt drei Typen: Krause Petersilie, glatte Petersilie und Wurzelpetersilie. Bei der Wurzelpetersilie wird vor allem die Wurzel genutzt, ihr Kraut ist ebenfalls essbar. Im Topf auf dem Balkon oder der Fensterbank wächst Petersilie unkompliziert, mag aber gleichmäßige Feuchtigkeit und viel Licht.
Frisch oder getrocknet
Frische Petersilie hat ein deutlich kräftigeres Aroma. Getrocknet verliert sie viel davon, vor allem, wenn sie lange im Regal stand. Beim Einkauf getrockneter Ware achtest du auf eine kräftig grüne Farbe und einen frischen, würzigen Geruch. Verblasste, gelbliche Ware riecht nach Heu und schmeckt flach.
Wenn du frische Petersilie kaufst, wähle Bunde mit festen, saftig grünen Blättern. Gelbe oder schlaffe Blätter lässt du liegen. Zu Hause stellst du das Bund wie einen Blumenstrauß in ein Glas Wasser oder wickelst es in ein feuchtes Tuch in den Kühlschrank. Zum Trocknen eignet sich ein luftiger, schattiger Ort. Getrocknete Blätter bewahrst du dunkel und luftdicht auf.
Varianten für den Alltag
- Mit Zitrone: Ein paar Tropfen Zitronensaft nehmen die grasige Note.
- Mit Minze: Frische Pfefferminzblätter geben dem Tee eine kühle Frische. Mehr dazu im Beitrag zum Pfefferminztee.
- Mit Ingwer: Eine dünne Scheibe Ingwer macht den Geschmack würziger. Mehr dazu im Beitrag zum Ingwertee.
- Kalt: Abkühlen lassen, mit Eiswürfeln und einer Gurkenscheibe servieren. Trink ihn am selben Tag.
Petersilie in der Küche
Den größten Teil der Petersilie isst du ohnehin: im Salat, im Kräuterquark, als Gremolata oder frisch über Kartoffeln. Mit gehackter Petersilie würzt du Suppen, Saucen und Gemüse. Wenn du ein Bund auf einmal nicht verbrauchst, kannst du sie fein hacken und mit etwas Wasser in Eiswürfelformen einfrieren. So hast du immer eine Portion Kraut zur Hand.
Eine Idee für den Sommer: Petersilie, Zitrone, Gurke und Minze im Krug mit kaltem Wasser ansetzen und ein bis zwei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Das ist kein Tee im klassischen Sinn, aber ein leichtes Getränk mit Kräuteraroma.
Kaufen, lagern und Qualität
Bei getrockneter Petersilie gilt: Bio-Qualität und ein seriöser Hersteller sind eine gute Orientierung. Kräuter können Rückstände enthalten, deshalb wäschst du frische Ware gründlich. Eigene Petersilie aus dem Garten ist eine Alternative, vorausgesetzt, du kennst den Standort und düngst moderat. Pflanzen an stark befahrenen Straßen sind für Tee nicht geeignet.
Zubehör
Für frische Kräuter eignet sich ein kleiner Mörser oder das Andrücken mit einem Löffel, damit die Aromen frei werden. Ein feines Sieb ist wichtig, weil sich kleine Blattstücke sonst in der Tasse sammeln. Eine Kanne mit Deckel hält den Duft im Tee.
Ein Ritual aus dem Alltag
Gerade bei Kräutertees aus der eigenen Küche zeigt sich, wie viel Ritual in einer kleinen Handlung stecken kann: Kraut pflücken, waschen, schneiden, aufgießen. Eine feste Teepause mitten am Tag kann daraus einen Moment zum Durchatmen machen. Mehr Ideen findest du im Beitrag zum Tee-Ritual.
Fazit
Petersilientee ist ein einfacher, koffeinfreier Kräutertee mit grünem, leicht herbem Geschmack. Es gibt klare Einschränkungen: nicht in der Schwangerschaft, keine Samen, keine hohen Mengen. Andere Kräutertees mit mildem Geschmack findest du bei Brennnesseltee und Löwenzahntee.
Häufige Fragen
Wie bereite ich Petersilientee zu?
Etwa 2 Gramm getrocknetes Kraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 bis 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Frische Petersilie klein schneiden.
Wie schmeckt Petersilientee?
Grün, kräuterig und leicht herb. Wer es milder mag, rundet ihn mit etwas Zitrone oder Honig ab.
Darf ich Petersilientee in der Schwangerschaft trinken?
Nein, davon wird abgeraten. Der Inhaltsstoff Apiol gilt in der Schwangerschaft als problematisch.
Kann ich frische Petersilie für den Tee nehmen?
Ja. Schneide eine kleine Handvoll klein, übergieße sie mit kochendem Wasser und lass sie zugedeckt ziehen. Ernte das Kraut am besten vor der Blüte.